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Altes Testament

1. Samuel Kapitel 17

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und die Philister sammelten ihre Heere zum Kampf und versammelten sich in Socho, das zu Juda gehörte, und lagerten bei Ephes-Dammim1, zwischen Socho und Aseka.
2Und Saul und die Männer Israels versammelten sich und lagerten im Terebinthental. Und sie ordneten sich zum Kampf, um den Philistern entgegenzutreten.
3Und die Philister standen am Berg auf jener Seite, und Israel stand am Berg auf dieser Seite. Und das Tal war zwischen ihnen.
4Da trat der Einzelkämpfer aus den Heerlagern der Philister heraus. Sein Name war Goliat2, aus Gat. Seine Höhe war sechs Ellen und eine Spanne3.
5Und er hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt, und er war mit einem Schuppenpanzer bekleidet. Das Gewicht des Schuppenpanzers war fünftausend Schekel Erz4.
6An seinen Beinen hatte er eherne Schienen und zwischen seinen Schultern einen ehernen Spieß.
7Und der Schaft seines Speeres war wie ein Weberbaum5. Und die Spitze seines Speeres war sechshundert Schekel6 Eisen. Und der Schildträger ging vor ihm her.
8Und er stellte sich hin und rief den Schlachtreihen Israels zu und sagte zu ihnen: "Wozu zieht ihr aus, euch zum Kampf zu ordnen? Bin ich nicht der Philister? Und seid ihr nicht die Knechte Sauls? Wählt euch einen Mann aus, dass er zu mir herabkomme!
9Wenn er imstande ist, mit mir zu kämpfen, und mich erschlägt, <dann> wollen wir euch zu leibeigenen Knechten werden. Wenn ich ihn aber überwältige und erschlage, <dann> sollt ihr uns zu leibeigenen Knechten werden und uns dienen."
10Und der Philister sagte: "Ich verhöhne heute die Schlachtreihen Israels! Gebt mir einen Mann, dass wir miteinander kämpfen!"
11Und Saul und ganz Israel hörten diese Worte des Philisters. Und sie waren in Schrecken versetzt7 und fürchteten sich sehr.
12David nun war der Sohn jenes Ephratiters von Bethlehem-Juda, dessen Name Isai war. Und der hatte acht Söhne. Und der Mann war in den Tagen Sauls zu alt, als dass er mit den Männern <mit>käme.
13Die drei ältesten Söhne Isais aber waren mitgegangen, waren Saul in den Krieg gefolgt. Und die Namen seiner drei Söhne, die in den Krieg zogen, waren: Eliab, der Erstgeborene, und sein zweiter, Abinadab, und der dritte, Schamma.
14David war der Jüngste. Als die drei ältesten Saul nachgefolgt waren,
15pflegte David - um das Kleinvieh seines Vaters in Bethlehem zu weiden8 -, von Saul hinzugehen und zurückzukehren.
16Und der Philister trat morgens und abends heran und stellte sich hin, vierzig Tage.
17Und Isai sagte zu seinem Sohn David: "Nimm doch für deine Brüder dieses Epha geröstete Körner und diese zehn Brote und laufe ins Heerlager zu deinen Brüdern;
18und diese zehn [Käse]scheiben [von der] Milch bringe dem Obersten über Tausend und suche deine Brüder auf, [frag] nach [ihrem] Frieden <und Ergehen>9 und nimm von ihnen ein Unterpfand mit.
19Saul, sie und alle Männer Israels sind ja im Terebinthental, im Kampf gegen die Philister."
20Da machte sich David früh am Morgen auf und überließ das Kleinvieh einem Hüter. Und er lud auf und ging hin, wie Isai ihm geboten hatte. Und er kam an den Lagerring, als das Heer in die Schlachtreihe auszog und in Kampfgeschrei ausbrach.
21Und Israel und die Philister ordneten sich <zum Kampf>, Schlachtreihe gegen Schlachtreihe.
22Und David überließ die Geräte, die bei ihm waren, der Hand des Gerätehüters und lief in die Schlachtreihe. Und er kam und fragte seine Brüder nach [ihrem] Frieden <und Ergehen>.
23Er war noch am Reden mit ihnen, und - siehe! - da kam aus den Schlachtreihen der Philister der Einzelkämpfer herauf, mit Namen Goliat, der Philister von Gat, und er sprach gemäß jenen Worten. Und David hörte es.
24Und alle Männer Israels, als sie den Mann sahen, flohen vor ihm. Und sie fürchteten sich sehr.
25Und die Männer Israels sagten: "Habt ihr den Mann gesehen, diesen da, der heraufkommt? Ja, er kommt herauf, um Israel zu verhöhnen. Und es soll geschehen - den Mann, der ihn erschlägt, den will der König reich machen, mit großem Reichtum. Und er wird ihm seine Tochter geben. Und das Haus seines Vaters wird er [von Abgaben] freimachen in Israel."
26Da sagte David zu den Männern, die bei ihm standen: "Was soll mit dem Mann geschehen, der diesen Philister da erschlägt und die Schmach von Israel abwendet? Fürwahr, wer ist denn dieser Philister, dieser Unbeschnittene, dass er die Schlachtreihen des lebenden Gottes verhöhnt?"
27Und das Volk sprach zu ihm nach jenem Wort und sagte: "Das [und das] wird für den Mann getan werden, der ihn erschlägt."
28Eliab aber, sein großer Bruder, hörte, wie er zu den Männern redete. Und der Zorn Eliabs entbrannte über David, und er sagte: "Warum bist du überhaupt herabgekommen? Und wem hast du jene paar Schafe <und Ziegen> in der Wüste überlassen? Kenne ich doch deine Vermessenheit und die Bosheit deines Herzens. Ja, um den Kampf zu sehen, bist du herabgekommen!"
29Und David sagte: "Nun, was habe ich getan? Es war [nur] eine Frage10, nicht wahr?"
30Und er wandte sich von ihm ab, einem anderen zu, und sprach gemäß jenem Wort. Und das Volk gab ihm Antwort gemäß dem vorigen Wort.
31Und es wurden die Worte, die David gesagt hatte, vernommen, und man berichtete davon vor Saul. Und er holte ihn.
32Und David sagte zu Saul: "Es entfalle keinem Menschen das Herz seinetwegen! Dein Knecht wird hingehen und gegen diesen Philister kämpfen."
33Aber Saul sagte zu David: "Du kannst nicht zu diesem Philister hingehen, mit ihm zu kämpfen; denn du bist ein Knabe, er aber ist ein Kriegsmann von seiner Jugend an."
34Und David sagte zu Saul: "Dein Knecht weidete11 das Kleinvieh für seinen Vater. Und kam der Löwe oder ein Bär und trug ein Schaf12 von der Herde fort,
35so lief ich ihm nach und schlug ihn und befreite es aus seinem Maul. Und erhob er sich gegen mich, so ergriff ich ihn beim Bart und schlug ihn und tötete ihn.
36Dein Knecht erschlug sowohl den Löwen als auch den Bären. Und dieser Philister, dieser Unbeschnittene, wird sein wie einer von ihnen, denn er hat die Schlachtreihen des lebenden Gottes verhöhnt!"
37Und David sagte: "Jahweh, der mich aus den Klauen des Löwen und aus den Klauen des Bären befreite, er wird mich aus der Hand dieses Philisters befreien." Und Saul sagte zu David: "Geh hin! Und Jahweh sei mit dir!"
38Und Saul zog David seine Kleider an und setzte einen ehernen Helm auf sein Haupt und zog ihm einen Schuppenpanzer an.
39Und David gürtete sein13 Schwert über seine Kleider und wollte damit gehen, denn er hatte es nie versucht. Und David sagte zu Saul: "Ich kann darin nicht gehen, denn ich habe es nie versucht." Und David tat sie von sich.
40Und er nahm seinen Stab in seine Hand und wählte sich fünf glatte Steine aus dem Bachtal und tat sie in die Hirtentasche, die er hatte, und in den Beutel für die Schleudersteine. Und seine Schleuder war in seiner Hand. Und er näherte sich dem Philister.
41Und der Philister ging und kam David immer näher, und vor ihm war der Mann, der den Schild trug.
42Und als der Philister aufschaute und David sah, verachtete er ihn; denn er war ein Knabe und rotbraun14, dazu von schönem Aussehen.
43Und der Philister sagte zu David: "Bin ich ein Hund, dass du mit Stäben zu mir kommst?" Und der Philister fluchte David bei seinen Göttern.
44Und der Philister sagte zu David: "Komm her zu mir, dass ich dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes gebe!"
45Und David sagte zu dem Philister: "Du kommst zu mir mit Schwert und mit Speer und mit Spieß, ich aber komme zu dir mit dem Namen Jahwehs der Heere, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.
46An diesem Tag wird Jahweh dich in meine Hand liefern15. Und ich werde dich schlagen und deinen Kopf abnehmen und werde an diesem Tag die Leichen des Heeres der Philister den Vögeln des Himmels und dem Wild der Erde geben. Und alle Erde soll erkennen, dass Israel einen Gott hat.
47Und diese ganze Versammlung soll erkennen, dass Jahweh nicht durch Schwert und Speer rettet; denn der Kampf ist Jahwehs! Und er wird euch in unsere Hand geben!"
48Und es geschah, als der Philister sich aufmachte und immer näher kam, David entgegen, da eilte David und lief auf die Schlachtreihe zu, dem Philister entgegen.
49Und David streckte seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein heraus und schleuderte und schlug den Philister an seine Stirn. Und der Stein drang in seine Stirn. Und er fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder.
50Und <so> überwältigte David den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein. Und er schlug den Philister und tötete ihn. Es war kein Schwert in der Hand Davids,
51so lief David hin und trat zu dem Philister und nahm dessen Schwert und zog es aus seiner Scheide und tötete ihn, und er schnitt damit seinen Kopf ab. Und als die Philister sahen, dass ihr Held tot war, flohen sie.
52Die Männer Israels und Judas aber machten sich auf und brachen in Kriegsgeschrei aus und jagten den Philistern nach bis [dorthin, wo] man nach Gai16 kommt, und bis zu den Toren von Ekron. Und die Durchbohrten der Philister fielen auf dem Weg nach Schaarajim und bis Gat und bis Ekron.
53Und die Söhne Israels kehrten von der Verfolgung der Philister zurück und plünderten ihre Heerlager.
54Und David nahm den Kopf des Philisters und brachte ihn nach Jerusalem. Seine Waffen aber legte er in sein Zelt.
55Als aber Saul David zugesehen hatte, wie er hinausging, dem Philister entgegen, hatte er zu Abner, dem Heerobersten, gesagt: "Wessen Sohn ist dieser Knabe, Abner?" Und Abner hatte gesagt: "So wahr deine Seele lebt, König, wenn ich das wüsste ...!"
56Und der König hatte gesagt: "Frage du nach, wessen Sohn dieser Jüngling ist!"
57Und als David vom Erschlagen des Philisters zurückkehrte, nahm ihn Abner <in Empfang> und brachte ihn vor Saul. Und der Kopf des Philisters war in seiner Hand.
58Und Saul sagte zu ihm: "Wessen Sohn bist du, Knabe?" Und David sagte: "Der Sohn deines Knechtes Isai, des Bethlehemiters."

Fußnoten

  1. 1 bed.: Ende der Bluttaten; Ende des Blutvergießens (in 1Chr 11,13 "Pas-Dammim").
  2. 2 bed.: der Glänzende
  3. 3 d. h.: 2,92-3,41 m (1 kleine Elle = 45 cm; 1 große Elle = 52,5 cm; 1 Spanne = eine halbe Elle = 22,5 bzw. 26,2 cm)
  4. 4 o.: Bronze; o.: Kupfer; in Juda war in der Königszeit 1 Schekel ca. 11,3 g.
  5. 5 w.: wie das Rundholz der Weber; der Weberbaum (Garnbaum) war ein starker, runder Baum bzw. Balken quer über dem Webstuhl.
  6. 6 D. i. ca. 6,8 kg (1 Schekel wog damals ca. 11,3 g).
  7. 7 o.: mutlos; niedergeschlagen
  8. 8 und zu hüten
  9. 9 o.: entbiete ihnen den Friedensgruß
  10. 10 w.: ein Wort
  11. 11 und hütete
  12. 12 oder eine Ziege
  13. 13 d. i.: Sauls
  14. 14 eigtl.: erdbodenbraun
  15. 15 und [unentrinnbar] festhalten; eigtl.: in meine Hand sperren.
  16. 16 o.: bis zum Eingang eines Tals; n. d. gr. Üsg.: bis zum Eingang von Gat