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Altes Testament

Sprüche Kapitel 11

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Waagschalen des Trugs sind Jahweh ein Gräuel; genauer [Gewicht]stein ist sein Wohlgefallen.
2Kommt Übermut1, kommt Schande; bei Bescheidenen [aber] ist Weisheit.
3Die Lauterkeit der Geraden leitet sie; die Verdrehtheit der Treulosen2 rafft sie dahin.
4Vermögen3 nützt nichts am Tag der Grimmglut; Gerechtigkeit rettet vom Tod.
5Des Lauteren Gerechtigkeit ebnet seinen Weg; durch seine Ehrfurchtslosigkeit fällt der Ehrfurchtslose.
6Die Gerechtigkeit der Aufrichtigen rettet sie; die Treulosen werden gefangen in ihrer Gier.
7Mit dem Tod des Ehrfurchtslosen wird [sein] Hoffen zunichte, die Erwartung des Reichtums4 ist dahin.
8Der Gerechte wird aus der Not befreit, der Ehrfurchtslose kommt an seine Stelle5.
9Mit dem Mund verdirbt der Ruchlose seinen Nächsten, aber durch Erkenntnis werden die Gerechten befreit6.
10Beim Wohlergehen der Gerechten frohlockt die Burgstadt, beim Untergang der Ehrfurchtslosen ist Jubel.
11Durch den Segen der Geraden kommt eine Stadt empor, durch den Mund der Ehrfurchtslosen wird sie niedergerissen.
12Wer seinen Nächsten gering achtet, dem mangelt es an Herzsinn; ein verständiger Mann schweigt still.
13Wer als Verleumder umhergeht, enthüllt Geheimnis, aber wer treuen Geistes ist, deckt eine Sache zu7.
14Ohne <weise> Lenkung8 verfällt ein Volk, aber Heil ist bei der Menge der Ratgeber.
15Übel, übel ergeht es einem, wenn man für einen Fremden bürgt; wer aber das Handeinschlagen9 hasst, ist sicher10.
16Eine freundliche Frau11 erlangt Ehre, Gewalttätige erlangen Reichtum.
17Sich selbst tut wohl12 der Liebreiche13, seinem Fleisch tut weh14 der Harte15.
18Der Ehrfurchtslose erwirbt Trug-Gewinn16, wer Gerechtigkeit sät, Wahrheits-Lohn.
19Aufrechte Gerechtigkeit [führt] zum Leben; wer Bösem nachjagt, [tut's] sich zum Tod.
20Jahweh ein Gräuel sind die Herzverkehrten, sein Wohlgefallen sind die im Weg Lauteren17.
21Die Hand darauf: der Böse bleibt nicht ungestraft; doch der Same der Gerechten entrinnt.
22Ein goldener Ring in der Nase eines Schweines, so ist eine schöne Frau ohne Anstand18.
23Das Begehren der Gerechten ist nur Gutes19, das Hoffen der Ehrfurchtslosen ist Überwallen20.
24Da ist einer, der ausstreut, und bekommt noch mehr, und einer, der kargt übers Maß, und es ist nur zum Mangel.
25Die segnende Seele wird reichlich gelabt; und wer [andere] tränkt, wird auch selbst getränkt.
26Wer Getreide zurückhält, den verwünschen die Leute; aber Segen wird dem Haupt dessen <zuteil>, der Getreide verkauft.
27Wer auf das Gute aus ist, sucht Wohlgefallen; wer nach Bösem trachtet, über den wird es kommen.
28Wer auf seinen Reichtum vertraut, wird fallen; aber die Gerechten sprossen wie <grünes> Laub.
29Wer sein Haus zerrüttet21, wird Wind erben; und der Narr wird zum Knecht dessen, der weisen Herzens ist.
30Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens; und der Weise gewinnt Seelen.
31Wenn der Gerechte mit Mühe gerettet wird, wo wird der Ehrfurchtslose und Sünder erscheinen?22

Fußnoten

  1. 1 o.: Vermessenheit
  2. 2 o.: Abtrünnigen; so auch V. 6.
  3. 3 o.: Reichtum; Wohlstand
  4. 4 i. S. v.: die auf den Reichtum gesetzte Erwartung
  5. 5 i. S. v.: nun fällt er der Not zum Opfer; Spr 21,18; Jes 43,4.
  6. 6 o.: gerettet
  7. 7 o.: hält eine Sache zugedeckt.
  8. 8 o.: Ohne Strategie (i. S. v.: ohne die Kunst zu steuern und zu koordinieren); o.: ohne <weise> Planung
  9. 9 i. S. v.: das Sich-Verpflichten
  10. 10 und lebt sorgenfrei.
  11. 11 eigtl.: eine Frau von Anmut <und Gnade>
  12. 12 eigtl.: Seiner Seele tut Gutes
  13. 13 o.: der Gütige, Freundliche; eigtl.: der Mann der Güte
  14. 14 o.: sein Fleisch zerrüttet
  15. 15 o.: Grausame.
  16. 16 o.: Gewinn der Falschheit
  17. 17 o.: Redlichen; Rechtschaffenen; Vollkommenen
  18. 18 o.: Feingespür; Takt
  19. 19 o.: ist nur auf Gutes aus; führt zu lauter Gutem
  20. 20 o.: ist Strafgericht; o.: führt zum Grimm.
  21. 21 o.: vernachlässigt; in Unordnung bringt; betrübt
  22. 22 so n. 1Petr 4,17.18 u. d. gr. Üsg.; der Mas. Text hat: "Sieh, dem Gerechten im Land wird vergolten, wie viel mehr dem Ehrfurchtslosen und Sünder."