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Altes Testament

Sprüche Kapitel 16

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Vom Menschen [kommen] Überlegungen des Herzens, von Jahweh die Antwort der Zunge.
2Alle Wege eines Mannes sind in seinen Augen rein; aber der die Geister prüft, ist Jahweh.
3Wälze auf Jahweh deine Werke, und deine Gedanken1 werden fest2.
4Alles hat Jahweh gemacht zu seinem Zweck, so auch den Ehrfurchtslosen für den Tag des Unheils3.
5Jeder, der hohen Herzens ist, ist Jahweh ein Gräuel; die Hand darauf: Er bleibt nicht ungestraft!
6Durch Güte und Treue4 wird die Verschuldung gesühnt5, und durch die Furcht Jahwehs hält man sich fern vom Bösen.
7Hat Jahweh Gefallen an des Mannes Wegen, so macht er, dass auch seine Feinde mit ihm in Frieden sind.
8Besser wenig mit Gerechtigkeit als viel Einkommen mit Unrecht.
9Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber Jahweh richtet6 seinen Schritt.
10Gottesentscheid ist auf den Lippen des Königs; beim Rechtsprechen vergehe sich sein Mund nicht!7
11Rechter Waagbalken, [rechte] Waagschalen sind Jahwehs; sein Werk sind alle Gewichtsteine im Beutel.
12Ehrfurchtsloses Handeln ist Königen ein Gräuel, denn durch Gerechtigkeit wird der Thron fest.
13Der Könige Wohlgefallen sind gerechte Lippen8; und wer Aufrichtiges9 redet, den liebt er.
14Des Königs Grimm [gleicht] Todesboten, aber ein weiser Mann wendet sie ab10.
15Im Leuchten des Angesichts des Königs ist Leben; sein Wohlwollen ist wie eine Wolke des Spätregens.
16Weisheit erwerben - wie viel besser ist es als Gold! Und Verständigkeit erwerben ist erlesener als Silber.
17Die Hochstraße11 der Aufrichtigen ist: vom Bösen weichen. Seine Seele behütet, wer auf seinen Weg acht hat.
18Hochmut [kommt] vor dem Fall, Überhebung des Geistes vor dem Sturz.
19Besser bescheiden12 sein mit Niedrigen als Beute teilen mit Hochmütigen.
20Wer auf das Wort achtet,13 findet Gutes; und wer auf Jahweh vertraut: Selig ist er14!
21Wer weisen Herzens ist, wird ein Verständiger genannt; und Anmut der Sprache15 mehrt die Lehre16.
22Einsicht17 ist für ihre Besitzer ein Quellbrunn des Lebens; die Züchtigung der Narren ist [ihre] Narrheit.18
23Des Weisen Herz schult19 seinen Mund und mehrt auf seinen Lippen die Lehre.
24Honigseim sind freundliche Worte*, Süßes für die Seele [und] Arznei20 für das Gebein!
25Da ist ein Weg, der einem gerade erscheint21; aber sein Ende sind Wege des Todes.
26Die Seele des Arbeiters arbeitet für ihn, denn sein eigener Mund treibt ihn an.
27Ein Mann Belials gräbt nach Bösem22, auf seinen Lippen ist's wie sengendes Feuer.
28Ein Mann der Verdrehtheit23 erregt Zank24; und ein Verleumder entzweit Vertraute.
29Ein Mann der Gewalttat verleitet25 seinen Nächsten und führt ihn auf einem Weg, der nicht gut ist.
30Wer mit seinen Augen zwinkert, [tut's,] um Verkehrtes zu ersinnen; wer seine Lippen zusammenkneift, hat das Böse schon fertig.
31Graues Haar ist eine prächtige Krone, auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden.
32Besser ein Langmütiger als ein Kriegsheld; und wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt bezwingt.
33Im Gewandbausch wirft man das Los, aber all sein Entscheid ist von Jahweh.

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: Pläne; Vorhaben
  2. 2 und stabil ausgerichtet.
  3. 3 o.: für den Tag des Bösen; o.: für den bösen Tag
  4. 4 o.: Wahrheit
  5. 5 o.: Verfehlung gedeckt; Mi 6,6-8; Hos 6,6.
  6. 6 und macht fest (vgl. Ps 119,133.)
  7. 7 d. h.: Er veruntreue nicht das Recht, wenn er ein Urteil zu sprechen hat.
  8. 8 eigtl.: Lippen der Gerechtigkeit
  9. 9 und Gerades
  10. 10 o.: beschwichtigt sie; eigtl.: versöhnt sie; bedeckt sie sühnend.
  11. 11 D. i. eine aufgeschüttete, gebahnte Straße.
  12. 12 und demütig; w.: niedrigen Geistes
  13. 13 o.: Wer verständnisvoll (o.: einsichtig) in einer Sache handelt
  14. 14 w.: [das ist] seine Seligkeit.
  15. 15 i. S. v.: Schönheit des Ausdrucks
  16. 16 i. S. v.: fördert die Mitteilung der Lehre; mehrt die Unterweisung; so a. V. 23.
  17. 17 o.: [Lebens]klugheit
  18. 18 d. h.: Mit der [ihnen eigenen] Narrheit strafen sich die Narren selbst.
  19. 19 o.: macht achtsam; macht verständig; unterweist
  20. 20 o.: Heilung
  21. 21 eigtl.: Es gibt einen Weg, gerade <und recht> vor dem Angesicht eines Mannes
  22. 22 d. h.: ein nichtsnutziger (o.: niederträchtiger) Mann gräbt zum Unheil (für andere).
  23. 23 o.: der Verkehrtheit; Falschheit; so a. V. 30.
  24. 24 eigtl.: sendet Zank aus
  25. 25 o.: beredet; lockt