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Altes Testament

Sprüche Kapitel 24

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Beneide nicht Männer der Bosheit, hege kein Verlangen, mit ihnen zu sein;
2denn ihr Herz sinnt auf Gewalttat und ihre Lippen reden Unheil1!
3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Einsicht wird es fest gegründet,
4durch Erkenntnis füllen sich die Kammern mit allerlei kostbarem, lieblichem Gut.
5Ein Mann von Weisheit ist in Stärke, ein Mann von Erkenntnis festigt die Kraft;
6denn mit weiser Strategie2 führst du Krieg3 und bei der Menge der Ratgeber ist Heil4.
7Weisheiten sind dem Narren zu hoch; im Tor5 tut er seinen Mund nicht auf.
8Wer darauf sinnt, Böses zu tun, den nennt man einen Ränkeschmied6.
9Die Sünde ist ein Vorhaben von Narrheit, und der Spötter ist für die Menschen ein Gräuel.
10Zeigst du dich schlaff7 am Tag der Not8, wird notdürftig9 sein deine Kraft.
11Rette, die zum Tode geschleppt werden, und die zur Schlachtung hin wanken: O halte sie zurück!
12Sagst du: "Siehe, wir wussten nichts davon!", - wird nicht er, der die Herzen prüft, es merken und der auf deine Seele achthat, es wissen und dem Menschen vergelten nach seinem Tun?
13Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut; und Wabenhonig ist deinem Gaumen süß.
14Ebenso betrachte für deine Seele die Weisheit: Hast du sie gefunden, gibt es eine Zukunft10 und deine Hoffnung wird nicht zunichte.
15Lauere nicht, [du] Ehrfurchtsloser, auf die Wohnung des Gerechten! Zerstöre nicht seine Lagerstätte!
16Ja, der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf, doch die Ehrfurchtslosen stürzen hin im Unglück.
17Freue dich nicht, wenn dein Feind fällt; dein Herz frohlocke nicht, wenn er strauchelt,
18damit nicht Jahweh es sehe und es böse sei in seinen Augen und er seinen Zorn von jenem abwende.
19Erzürne dich nicht über die Bösgesinnten! Ereifere dich nicht über die Ehrfurchtslosen;
20denn für den Bösen gibt es keine Zukunft: Die Leuchte der Ehrfurchtslosen wird erlöschen.
21Mein Sohn, fürchte Jahweh und den König! Mit Aufrührern11 lass dich nicht ein,
22denn plötzlich erhebt sich ihr Unglück; und ihrer beider12 Untergang, wer kennt ihn?
23Auch diese13 sind von Weisen: Die Person ansehen14 im Gericht ist nie gut.
24Wer zum Ehrfurchtslosen sagt: "Du bist gerecht", den verfluchen Volksscharen, verwünschen Stämme.
25Doch denen, die recht richten15, geht es wohl: Segnung mit Gutem kommt über sie.
26Die Lippen küsst, wer richtige Antwort gibt.
27Besorge draußen deine Arbeit und bestelle sie dir auf dem Feld; danach magst du bauen dein Haus.
28Werde nicht ohne Anlass Zeuge gegen deinen Nächsten. Solltest du denn täuschen16 mit deinen Lippen?
29Sag nicht: "Wie er mir getan, so will ich ihm tun, will dem Mann vergelten nach seinem Tun."
30Am Feld eines Faulen kam ich vorbei und am Weinberg eines Menschen, dem es an Herzsinn17 mangelte;
31und - siehe! - er war ganz mit Nesseln18 überwachsen. Seine Fläche war mit Unkraut bedeckt, seine Steinmauer war eingerissen.
32Und ich schaute hin, richtete mein Herz darauf, betrachtete es und empfing Unterweisung19:
33"Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händeverschränken, um zu liegen,
34und deine Armut kommt wie ein Stürmer20, dein Mangel wie ein schildbewehrter Mann21."

Fußnoten

  1. 1 o.: Mühseliges
  2. 2 o.: mit Führungs- und Koordinierungskunst
  3. 3 i. S. v.: führst du erfolgreich den Kampf.
  4. 4 o.: Hilfe
  5. 5 i. S. v.: bei Beratungen im Tor
  6. 6 eigtl.: einen Herrn (o.: Eigner) der Intrige
  7. 7 o.: mutlos; wankelmütig; zaghaft
  8. 8 o.: der Knappheit
  9. 9 o.: knapp
  10. 10 o.: einen Ausgang
  11. 11 o.: mit Andersgesinnten; o.: mit Änderungssüchtigen; d. h.: mit solchen, die [göttliche] Ordnungen ändern wollen
  12. 12 Vgl. Spr 24,19.20.
  13. 13 Gemeint sind die hier folgenden Sprüche.
  14. 14 eigtl.: Das Angesicht ansehen; d. h.: Partei ergreifen
  15. 15 o.: denen, die für das Recht eintreten; o.: denen, die zurechtweisen
  16. 16 o.: irreführen
  17. 17 d. h.: an Verstand
  18. 18 o.: Disteln
  19. 19 i. S. v.: lernte die Lektion
  20. 20 o.: wie ein Schnellläufer; wie einer, der schnell auf dich zuschreitet; and.: wie ein Straßenräuber
  21. 21 w.: wie ein Mann des Schildes.