Altes Testament
Sprüche Kapitel 7
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Mein Sohn, wahre <und halte> meine Reden, speichere meine Gebote bei dir auf1!
2Wahre meine Gebote - so wirst du leben - und meine Weisung wie deinen Augapfel.
3Binde sie um deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.
4Sprich zur Weisheit: "Meine Schwester bist du!", und die Verständigkeit nenne "Freundin"2,
5dass sie dich bewahre vor der fremden Frau, vor der Auswärtigen, die ihre Worte* glättet.
6Ja, durch das Fenster meines Hauses, durch mein Gitter schaute ich aus -
7und ich sah unter den Einfältigen3, bemerkte unter den Söhnen einen Jüngling, dem mangelte es an Herzsinn.
8Der ging über die Straße bei ihrer Ecke und beschritt den Weg zu ihrem Haus,
9in der Dämmerung, am Abend des Tages, in der Tiefe der Nacht4 und des Dunkels.
10Und - siehe! - eine Frau, auf ihn zugehend, in Hurenkleidung und verhohlenen Herzens!
11Leidenschaftlich ist sie und unbändig, im eignen Haus hat ihr Fuß keine Ruhe;
12bald draußen, bald auf den Straßen: neben jeder Ecke lauert sie.
13Ergriffen hat sie ihn - und abgeküsst! Ihr Angesicht macht sie keck und sagt zu ihm:
14"Friedensopfer waren mir auferlegt; heute habe ich meine Gelübde bezahlt5.
15Darum ging ich aus, dir zu begegnen, eifrig dein Angesicht zu suchen - und ich habe dich gefunden!
16Mit Decken habe ich mein Lager bereitet, mit Bunttüchern von ägyptischem Leinen;
17mein Lager habe ich benetzt mit Myrrhe, Aloe und Zimt.
18Komm, wir berauschen uns in Liebkosungen bis zum Morgen, vergnügen uns an Liebesfreuden,
19denn der Mann ist nicht im Haus! Er ist auf eine Reise in die Ferne gegangen.
20Den Geldbeutel6 nahm er in die Hand; am Tag des Vollmonds [erst] kommt er nach Haus."
21Durch ihr vieles Bereden neigt sie ihn7, durch die Glätte ihrer Lippen reißt sie ihn fort.
22Unversehens geht er ihr nach, wie der Stier zur Schlachtung hingeht, wie der Narr in Fußfesseln8 zur Züchtigung hin,
23bis ein Pfeil ihm die Leber spaltet - wie ein Vogel hastig in die Schlinge9 fliegt und nicht weiß, dass es sein Leben10 gilt!
24Und jetzt, [ihr] Söhne, hört auf mich, merkt auf die Reden meines Mundes:
25Nicht schweife dein Herz ab zu ihren Wegen. Irre nicht ab auf ihre Pfade!
26Ja, viele sind der Durchbohrten, die sie zu Fall brachte, und zahlreich alle ihre Ermordeten.
27Ihr Haus - das sind Wege zum Scheol11, sie führen hinab zu den Kammern12 des Todes.
2Wahre meine Gebote - so wirst du leben - und meine Weisung wie deinen Augapfel.
3Binde sie um deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.
4Sprich zur Weisheit: "Meine Schwester bist du!", und die Verständigkeit nenne "Freundin"2,
5dass sie dich bewahre vor der fremden Frau, vor der Auswärtigen, die ihre Worte* glättet.
6Ja, durch das Fenster meines Hauses, durch mein Gitter schaute ich aus -
7und ich sah unter den Einfältigen3, bemerkte unter den Söhnen einen Jüngling, dem mangelte es an Herzsinn.
8Der ging über die Straße bei ihrer Ecke und beschritt den Weg zu ihrem Haus,
9in der Dämmerung, am Abend des Tages, in der Tiefe der Nacht4 und des Dunkels.
10Und - siehe! - eine Frau, auf ihn zugehend, in Hurenkleidung und verhohlenen Herzens!
11Leidenschaftlich ist sie und unbändig, im eignen Haus hat ihr Fuß keine Ruhe;
12bald draußen, bald auf den Straßen: neben jeder Ecke lauert sie.
13Ergriffen hat sie ihn - und abgeküsst! Ihr Angesicht macht sie keck und sagt zu ihm:
14"Friedensopfer waren mir auferlegt; heute habe ich meine Gelübde bezahlt5.
15Darum ging ich aus, dir zu begegnen, eifrig dein Angesicht zu suchen - und ich habe dich gefunden!
16Mit Decken habe ich mein Lager bereitet, mit Bunttüchern von ägyptischem Leinen;
17mein Lager habe ich benetzt mit Myrrhe, Aloe und Zimt.
18Komm, wir berauschen uns in Liebkosungen bis zum Morgen, vergnügen uns an Liebesfreuden,
19denn der Mann ist nicht im Haus! Er ist auf eine Reise in die Ferne gegangen.
20Den Geldbeutel6 nahm er in die Hand; am Tag des Vollmonds [erst] kommt er nach Haus."
21Durch ihr vieles Bereden neigt sie ihn7, durch die Glätte ihrer Lippen reißt sie ihn fort.
22Unversehens geht er ihr nach, wie der Stier zur Schlachtung hingeht, wie der Narr in Fußfesseln8 zur Züchtigung hin,
23bis ein Pfeil ihm die Leber spaltet - wie ein Vogel hastig in die Schlinge9 fliegt und nicht weiß, dass es sein Leben10 gilt!
24Und jetzt, [ihr] Söhne, hört auf mich, merkt auf die Reden meines Mundes:
25Nicht schweife dein Herz ab zu ihren Wegen. Irre nicht ab auf ihre Pfade!
26Ja, viele sind der Durchbohrten, die sie zu Fall brachte, und zahlreich alle ihre Ermordeten.
27Ihr Haus - das sind Wege zum Scheol11, sie führen hinab zu den Kammern12 des Todes.
Fußnoten
- 1 o.: verwahre meine Gebote bei dir wie einen Schatz.
- 2 o.: Verwandte
- 3 i. S. v.: Unerfahrenen; Arglosen; so a. i. Folg.
- 4 eigtl.: im Kern (w.: in der Pupille) der Nacht
- 5 d. h.: meine Gelübde-Opfer dargebracht.
- 6 eigtl.: das Schnürsäckchen mit dem Silber
- 7 eigtl.: Durch die Fülle ihres Beredens biegt sie ihn.
- 8 w.: mit Knöchelgeklirr
- 9 eigtl.: ins Klappnetz
- 10 w.: seine Seele
- 11 D. i. der Bereich der Toten; hier i. S. v.: Unterwelt. Der Sinn: Ist man schon einmal in ihrem Hause, so geht man (auf diese oder jene Weise, aber unausweichlich) in den Tod, ins Verderben.
- 12 Das Wort bez. sonst die innersten Kammern eines Hauses, auch die Vorratskammern.