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Altes Testament

Sprüche Kapitel 19

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Besser ein Armer, der in seiner Lauterkeit1 wandelt, als wer verdrehter Lippen und dabei ein Tor ist.
2Ist's schon an der Seele nicht gut, wenn man keine Erkenntnis hat: Wer mit den Füßen hastet, tritt [gewisslich] fehl.
3Des Menschen Narrheit verdirbt seinen Weg, doch wider Jahweh grollt sein Herz.
4Reichtum bringt viele Freunde herzu; doch der Geringe - sein Freund trennt sich von ihm.
5Ein Lügenzeuge bleibt nicht ungestraft; wer Lügen schnaubt2, wird nicht entrinnen.
6Viele umschmeicheln den Edlen3, jeder ist Freund des Mannes der Geschenke.
7Alle Brüder des Armen hassen ihn; erst recht bleiben seine Freunde ihm fern. Er jagt [ihnen mit] Worten4 nach, sie aber sind nicht [mehr da].5
8Wer Verstand6 erwirbt, liebt seine Seele7; wer Einsicht bewahrt, findet Gutes.
9Ein Lügenzeuge bleibt nicht ungestraft; wer Lügen schnaubt, wird nicht entrinnen.
10Dem Toren steht Wohlleben nicht gut an - wie viel weniger dem Knecht, zu herrschen über Fürsten!
11Die Einsicht8 eines Menschen macht ihn langmütig9; und sein Ruhm ist es, Verfehlungen zu übergehen.
12[Wie] Löwenknurren ist des Königs Grimm, wie Tau auf dem Gras sein Wohlwollen.
13Ein törichter Sohn ist Verderben für seinen Vater; und die Zänkereien einer Frau sind [wie] ständiges Tropfen <durchs Dach>.
14Haus und Habe sind ein Erbteil der Väter; aber eine verständige Frau ist von Jahweh.
15Faulheit lässt fallen in tiefen Schlaf; und eine lässige Seele wird hungern.
16Wer das Gebot bewahrt, bewahrt seine Seele; wer seine Wege verachtet, wird sterben.
17Wer sich des Geringen erbarmt, leiht Jahweh; und seine Wohltat wird er ihm vergelten.
18Züchtige deinen Sohn, denn es gibt Hoffnung; aber richte deine Seele nicht darauf, seinen Tod [zu verlangen].
19Großer Grimm muss Strafe tragen, ja, greifst du ein, so fügst du hinzu.
20Höre auf Rat und nimm Zucht10 an, damit du weise wirst auf später hin11.
21Viele Pläne sind im Herzen eines Mannes, aber Jahwehs Ratschluss, er kommt zustande.
22Des Menschen Begehren ist seine Güte12 - besser ein Armer als ein Mann der Falschheit13.
23Die Furcht Jahwehs [ist] zum Leben; und gesättigt14 verbringt man die Nacht, nicht heimgesucht wird man vom Bösen.
24Steckt der Faule in die Schüssel die Hand, er bringt sie nicht zum Mund zurück.
25Schlägst du den Spötter, wird der Einfältige15 klug; weist man den Verständigen zurecht, lernt er Erkenntnis.
26Wer den Vater misshandelt, die Mutter verjagt, ist ein Sohn, der Schande bringt und Schmach.
27Lass ab, mein Sohn, auf Zucht16 zu hören, um [dann] abzuirren von den Worten der Erkenntnis!
28Ein Belialszeuge17 spottet des Rechts18, und der Mund der Ehrfurchtslosen verschlingt Böses.
29Für die Spötter sind Gerichte bereit und Schläge für den Rücken der Toren.

Fußnoten

  1. 1 o.: Unsträflichkeit; Rechtschaffenheit
  2. 2 o.: Falschheit (o.: Trügerisches) aussagt; so a. V. 9.
  3. 3 w.: Viele besänftigen das Angesicht des Edlen
  4. 4 o.: Sprüchen; viell.: Bittsprüchen
  5. 5 o.: Er jagt dem [einst] Gesprochenen nach, aber das gilt [nun] nichts; die gr. Üsg. hat: "Wer Vieler Freund ist, wird belohnt mit Bösem; er jagt Worten nach, die nichtig sind."
  6. 6 eigtl.: Herzsinn
  7. 7 d. h.: sein Leben; o.: Wer seine Seele (d. h.: sein Leben) liebt, erwirbt sich Herzsinn (d. h.: Verstand).
  8. 8 o.: Die [Lebens]klugheit
  9. 9 eigtl.: langsam zum Schnauben
  10. 10 und Unterweisung
  11. 11 eigtl.: auf dein Späteres; in deiner Zukunft.
  12. 12 o.: Des Menschen Begehren ist es, <gütig und> mildtätig [zu sein].
  13. 13 d. h.: Es liegt im Begehren des Menschen, sich mildtätig und gnädig zu bezeigen; und besser ist ein Armer (der geben möchte, aber nicht kann) als ein Unehrlicher (der nicht geben will und vorgibt, er habe nichts).
  14. 14 und ruhig
  15. 15 i. S. v.: der Unerfahrene
  16. 16 und Zurechtweisung
  17. 17 d. h.: Ein nichtswürdiger, niederträchtiger Zeuge
  18. 18 i. S. v.: setzt sich darüber hinweg, einen Sachverhalt wahrheitsgetreu wiederzugeben.