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Altes Testament

Sprüche Kapitel 25

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Auch diese sind Sprüche Salomos, [Sprüche,] die die Männer Hiskias, des Königs von Juda, zusammengetragen haben.
2Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen; der Könige Ehre ist es, eine Sache zu ergründen1.
3Die Himmel an Höhe und die Erde an Tiefe und das Herz der Könige sind unerforschlich.
4Entferne die Schlacken vom Silber, und ein Gerät geht hervor für den Goldschmied.
5Entferne den Ehrfurchtslosen von dem König, und sein Thron wird fest durch Gerechtigkeit.
6Brüste dich nicht vor dem König und stelle dich nicht an den Platz der Großen.
7Ja, besser man sagt zu dir: "Komm hier herauf!", als dass man dich erniedrige vor einem Edlen, den deine Augen [doch] gesehen hatten2.
8Geh nicht eilig aus zu einem Rechtsstreit. Was willst du sonst hinterher tun, wenn dein Nächster dich beschämt?
9Trage deinen Rechtsstreit aus mit deinem Nächsten, aber das Geheimnis3 eines anderen enthülle nicht,
10damit nicht dich schmähe, wer davon hört, und das üble Gerede um dich kein Ende nehme4.
11Goldene Äpfel5 in silbernen Schalen, <so> ist ein Wort, geredet zu seiner Zeit.
12Ein goldener Ohrring und ein Halsschmuck von Feingold, <so> ist ein weiser Mahner dem hörenden Ohr.
13Wie eine Schneekühlung am Erntetag, <so> ist ein treuer Bote seinen Sendern: Er erquickt die Seele seines Herrn.
14Nebelschwaden und Wind, doch kein Regen, <so> ist ein Mann, der mit erlogener Gabe6 prahlt.
15Durch Langmut7 wird ein Richter gewonnen8; und eine sanfte Zunge zerbricht Knochen.
16Hast du Honig gefunden, iss [nur] deinen Bedarf, damit du seiner nicht satt werdest und ihn ausspeist.
17<So> mach deinen Fuß rar im Haus deines Nächsten, damit er deiner nicht satt werde und dich hasse.
18Streithammer und Schwert und scharfer Pfeil: <so> der Mann, der als Lügenzeuge aussagt gegen seinen Nächsten.
19Brechender Zahn und wankender Fuß: <so> das Vertrauen auf einen Treulosen am Tag der Not.
20Einer, der das Kleid ablegt am Tag der Kälte, Essig auf Natron: <so>, wer Lieder singt einem missmutigen9 Herzen.
21Hungert deinen Hasser, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser;
22denn du häufst feurige Kohlen auf sein Haupt, und Jahweh wird dir vergelten.
23Nordwind gebiert Regen und heimliche Zunge erzürnte Gesichter.
24Besser im Dachwinkel wohnen10 als eine zänkische Frau und ein gemeinsames Haus.
25Kühles Wasser auf eine lechzende Seele: <so> eine gute Nachricht aus fernem Lande.
26Getrübte Quelle11 und verderbter Brunnen: <so> der Gerechte, der vor dem Ehrfurchtslosen wankt12.
27Viel Honig essen ist nicht gut, aber schwere Dinge erforschen ist Ehre.13
28Eine durchbrochene Stadt ohne Mauer: <so> der Mann, dessen Geist ohne Beherrschung14 ist.

Fußnoten

  1. 1 und ans Licht zu stellen.
  2. 2 i. S. v.: den du doch bemerkt hattest.
  3. 3 o.: die vertrauliche Mitteilung; das, was man (im Gespräch) anvertraut
  4. 4 eigtl.: [hinausgehe und] nicht zurückkehre
  5. 5 o.: Goldene Orangen; o.: Goldene Quitten (o. Ähnliches)
  6. 6 eigtl.: mit einem Geschenk der Lüge (das er verspricht, aber nicht gibt)
  7. 7 eigtl.: durch langen Atem; durch Langatmigkeit
  8. 8 o.: erweicht (Grundbed.: überreden)
  9. 9 w.: üblen
  10. 10 o.: auf einer Dachzinne sitzen
  11. 11 eigtl.: Eine getretene (o.: aufgewühlte) Quelle; s. Hes 34,18.
  12. 12 d. h.: der ihm nachgibt, sich zur Sünde verleiten lässt.
  13. 13 Vgl. F. Delitzsch (Biblischer Kommentar) u. B. Peters (Das Buch der Sprüche, CLV) zu dieser Stelle.
  14. 14 und Zurückhaltung