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Altes Testament

Sprüche Kapitel 15

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Eine sanfte Antwort wendet Grimm ab, aber ein kränkendes Wort erregt Zorn.
2Die Zunge der Weisen fördert gute Erkenntnis; der Mund der Toren sprudelt Narrheit.
3Die Augen Jahwehs sind an jedem Ort, sie wachen über Böse und Gute.
4Gelassenheit1 der Zunge ist ein Baum des Lebens, aber Verdrehtheit2 in ihr verwundet den Geist.
5Der Narr missachtet die Zucht seines Vaters; aber wer Rüge beachtet3, wird klug.
6Das Haus des Gerechten <birgt> großen Schatz; im Einkommen des Ehrfurchtslosen ist Zerrüttung.
7Die Lippen der Weisen streuen Erkenntnis, doch das Herz der Toren ist nicht recht4.
8Das Opfer der Ehrfurchtslosen ist Jahweh ein Gräuel, das Gebet der Aufrichtigen sein Wohlgefallen.
9Der Weg des Ehrfurchtslosen ist Jahweh ein Gräuel, doch wer der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
10Schwere Zucht dem, der den Pfad verlässt! Wer Mahnung hasst, muss sterben.
11Scheol und Abgrund5 sind vor Jahweh, erst recht das Herz der Adamssöhne!
12Nicht liebt es der Spötter, dass man ihn rügt; zu den Weisen geht er nicht hin.
13Ein frohes Herz macht das Angesicht schön6; bei Schmerz des Herzens ist der Geist geschlagen.
14Des Verständigen Herz sucht Erkenntnis, aber der Mund der Toren hütet Narrheit7.
15Alle Tage des Gebeugten sind böse; ein wohlgemutes Herz ist ein stetes Festmahl.
16Besser wenig bei Furcht Jahwehs als großer Reichtum und Unruhe dabei.
17Besser ein Gericht Gemüse8, wo Liebe ist, als ein gemästeter Ochse und Hass dabei.
18Ein Mann von Grimmglut erregt Zank; wer langsam ist zum Schnauben9, beschwichtigt den Streit10.
19Der Weg des Faulen ist wie eine Dornhecke, aber der Pfad der Aufrichtigen ist gebahnt11.
20Ein weiser Sohn erfreut den Vater; ein törichter Mensch verachtet seine Mutter.
21Die Narrheit ist dem Unverständigen12 Freude, der Verständige13 aber wandelt gerade.
22Pläne scheitern, wo Beratung fehlt; durch viele Ratgeber kommt etwas zustande.
23Freude wird dem Mann <zuteil> bei <treffender> Antwort seines Mundes; und ein Wort zu seiner Zeit - wie gut!
24Dem Verständigen [geht] der Weg des Lebens nach oben, damit er entgehe dem Scheol tief unten.
25Das Haus der Stolzen reißt Jahweh nieder, die Grenze der Witwe festigt er.
26Pläne14 des Bösen sind Jahweh ein Gräuel, liebliche Worte15 aber sind rein.
27Wer sich unrechten Gewinn verschafft, zerrüttet sein Haus; doch wer [Bestechungs]gaben hasst, wird leben.
28Das Herz des Gerechten überlegt[, was] zu antworten [ist]; aber der Mund der Ehrfurchtslosen sprudelt Bosheit.
29Ferne ist Jahweh den Ehrfurchtslosen; das Gebet der Gerechten hört er.
30Leuchten der Augen erfreut das Herz, gute Nachricht labt das Gebein.
31Ein Ohr, das auf Rüge zum Leben16 hört, wird weilen inmitten der Weisen.
32Wer Zucht fahren lässt, verachtet seine Seele; wer auf Rüge hört, erwirbt Herzsinn17.
33Die Furcht Jahwehs ist Zucht zur Weisheit18, der Ehre <geht> Demut voraus.

Fußnoten

  1. 1 und Milde
  2. 2 o.: Verkehrtheit; Falschheit
  3. 3 und wahrt
  4. 4 o.: hat nicht die rechte Richtung; das heb. Wort (ken) bed. auch "aufrecht stehend; richtig; recht gerichtet".
  5. 5 Wo scheol (Bereich der Toten) und abaddoon (Abgrund) nebeneinander stehen, scheint mit Letzterem der Ort der Verlorenheit gemeint zu sein.
  6. 6 o.: angenehm; heiter
  7. 7 o.: hält sich an Narrheit; Grundbed.: weiden; hüten; Ps 37,3.
  8. 8 Grundbed.: Grünes
  9. 9 d. h.: ein Langmütiger
  10. 10 i. S. v.: Rechtsstreit
  11. 11 w.: aufgeschüttet; erhöht
  12. 12 eigtl.: dem, dem es an Herzsinn mangelt
  13. 13 w.: der Mann von Einsicht
  14. 14 o.: Vorhaben; Gedanken
  15. 15 eigtl.: Worte der Freundlichkeit
  16. 16 d. h.: auf Mahnung (o.: Überführung), die zum Leben führt
  17. 17 d. h.: Verstand; Denksinn; Grundbed.: Herz
  18. 18 w.: Zucht der Weisheit; i. S. v.: Zucht, die zu Weisheit führt