Altes Testament
2. Mose Kapitel 32
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Und das Volk sah, dass Mose säumte, vom Berg herabzukommen. Da versammelte sich das Volk zu Aaron, und sie sagten zu ihm: "Auf, mache uns 'Götter'1, die vor uns hergehen; denn dieser Mose, der Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm geschehen ist."
2Und Aaron sagte zu ihnen: "Reißt die goldenen Ringe ab, die an den Ohren eurer Frauen, eurer Söhne und eurer Töchter sind, und bringt sie zu mir."
3Und sie, das ganze Volk, rissen sich die goldenen Ringe ab, die an ihren Ohren waren, und brachten sie zu Aaron.
4Und er nahm es aus ihrer Hand und bildete es mit einem Meißel und machte daraus ein gegossenes2 Kalb. Und sie sagten: "Das sind deine 'Götter', Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben."
5Und als Aaron es sah, baute er einen Altar vor ihm. Und Aaron rief aus und sagte: "Morgen ist ein Fest für Jahweh!"
6Und sie standen früh am Morgen auf und opferten Brandopfer und brachten Friedensopfer3 herzu. Und das Volk setzte sich, um zu essen und zu trinken, und sie standen auf, Spiele zu treiben4.
7Da sagte Jahweh zu Mose: "Gehe, steig hinab!, denn dein Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, hat verderblich gehandelt.
8Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und sich vor ihm huldigend niedergeworfen und haben ihm <Schlachtopfer> geopfert und gesagt: 'Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben.'"
9Und Jahweh sagte zu Mose: "Ich habe dieses Volk gesehen, und - siehe! - es ist ein halsstarriges Volk5.
10Und nun lass mich6, dass mein Zorn gegen sie entbrenne und ich sie vernichte. Dich aber werde ich zu einem großen Volk*7 machen."
11Und Mose besänftigte8 das Angesicht Jahwehs, seines Gottes, und sagte: "Warum, Jahweh, entbrennt dein Zorn gegen dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus dem Land Ägypten geführt hast?
12Warum sollten die Ägypter sagen: 'Im Bösen hat er sie herausgeführt, um sie im Bergland umzubringen und sie von der Fläche des Erdbodens zu vernichten'? Kehre um von der Glut deines Zorns und lass dich des Übels gegen dein Volk gereuen.
13Gedenke Abrahams, Isaaks und Israels, deiner leibeigenen Knechte, denen du bei dir selbst geschworen hast und zu denen du gesagt hast: 'Mehren werde ich euren Samen wie die Sterne der Himmel. Und dieses ganze Land, von dem ich geredet habe, werde ich eurem Samen geben, dass sie es als Erbteil besitzen für ewig.'"
14Da ließ sich Jahweh des Unheils gereuen, von dem er gesagt hatte, er werde es seinem Volk tun.
15Und Mose wandte sich und stieg vom Berg hinab, die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand, Tafeln, beschrieben auf ihren beiden Seiten: auf dieser und auf jener [Seite] waren sie beschrieben.
16Und die Tafeln waren Werk Gottes9; und die Schrift war Schrift Gottes, eingegraben auf den Tafeln.
17Und Josua hörte die Stimme des Volkes bei seinem Lärmen und sagte zu Mose: "Kriegslärm ist im Heerlager!"
18Und der sagte: "Es ist nicht der Schall von Siegesgeschrei10 und nicht der Schall von Niederlagegeschrei. Den Schall von Wechselgesang höre ich!"
19Und es geschah, als er sich dem Heerlager näherte und das Kalb und die Reigentänze sah, da entbrannte der Zorn Moses. Und er warf die Tafeln aus seinen Händen und zerschmetterte sie unten am Berg.
20Und er nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es im Feuer und zermalmte es, bis es zu feinem Pulver wurde. Und er streute es auf die Oberfläche des Wassers, und er ließ es die Söhne Israels trinken.
21Und Mose sagte zu Aaron: "Was hat dir dieses Volk getan, dass du eine [so] große Sünde über es hast kommen lassen?"
22Und Aaron sagte: "Es entbrenne nicht der Zorn meines Herrn! Du selbst kennst das Volk, dass es im Bösen ist.
23Und sie sagten zu mir: 'Mache uns Götter11, die vor uns hergehen; denn dieser Mose, der Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm geschehen ist.'
24Und ich sagte zu ihnen: 'Wer hat Gold?' - Sie rissen es sich ab und gaben es mir. Und ich warf es ins Feuer, und dieses Kalb ging hervor."
25Und Mose sah, dass das Volk zuchtlos geworden12 war, denn Aaron hatte es zuchtlos werden lassen13, zum Gespött14 für ihre Gegner.
26Und Mose stellte sich im Tor des Heerlagers auf und sagte: "Her zu mir, wer für Jahweh ist!" Und es versammelten sich zu ihm alle Söhne Levis.
27Und er sagte zu ihnen: "So sagt Jahweh, der Gott Israels: 'Legt jeder sein Schwert an seine Hüfte! Und schreitet im Heerlager hin und kehrt zurück, von Tor zu Tor; und es töte ein jeder seinen Bruder und ein jeder seinen Gefährten und ein jeder den ihm Nahestehenden.'"
28Und die Söhne Levis taten nach dem Wort Moses. Und es fielen vom Volk an diesem Tag etwa dreitausend Mann.
29Und Mose sagte: "<Füllt eure Hand>15, weiht euch heute Jahweh - denn jeder ist gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder gewesen -, dass er heute Segen auf euch bringe."
30Und es geschah am nächsten Tag, da sagte Mose zum Volk: "Ihr habt eine große Sünde begangen. Und jetzt, ich werde zu Jahweh hinaufsteigen; vielleicht kann ich Sühnung für eure Sünde erwirken."
31Und Mose kehrte zurück zu Jahweh und sagte: "Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen. Und16 sie haben sich 'Götter' aus Gold gemacht!
32Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche denn mich aus deinem Buch aus, das du geschrieben hast."
33Und Jahweh sagte zu Mose: "Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus.
34Und nun gehe hin, führe das Volk [dorthin], wovon ich dir gesagt habe. Siehe! - mein Bote wird vor dir hergehen. Am Tag meiner Heimsuchung17 aber, da werde ich ihre Sünde an ihnen heimsuchen."
35Und Jahweh schlug das Volk, darum, dass sie das Kalb gemacht hatten18, das Aaron gemacht hatte.
2Und Aaron sagte zu ihnen: "Reißt die goldenen Ringe ab, die an den Ohren eurer Frauen, eurer Söhne und eurer Töchter sind, und bringt sie zu mir."
3Und sie, das ganze Volk, rissen sich die goldenen Ringe ab, die an ihren Ohren waren, und brachten sie zu Aaron.
4Und er nahm es aus ihrer Hand und bildete es mit einem Meißel und machte daraus ein gegossenes2 Kalb. Und sie sagten: "Das sind deine 'Götter', Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben."
5Und als Aaron es sah, baute er einen Altar vor ihm. Und Aaron rief aus und sagte: "Morgen ist ein Fest für Jahweh!"
6Und sie standen früh am Morgen auf und opferten Brandopfer und brachten Friedensopfer3 herzu. Und das Volk setzte sich, um zu essen und zu trinken, und sie standen auf, Spiele zu treiben4.
7Da sagte Jahweh zu Mose: "Gehe, steig hinab!, denn dein Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, hat verderblich gehandelt.
8Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und sich vor ihm huldigend niedergeworfen und haben ihm <Schlachtopfer> geopfert und gesagt: 'Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben.'"
9Und Jahweh sagte zu Mose: "Ich habe dieses Volk gesehen, und - siehe! - es ist ein halsstarriges Volk5.
10Und nun lass mich6, dass mein Zorn gegen sie entbrenne und ich sie vernichte. Dich aber werde ich zu einem großen Volk*7 machen."
11Und Mose besänftigte8 das Angesicht Jahwehs, seines Gottes, und sagte: "Warum, Jahweh, entbrennt dein Zorn gegen dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus dem Land Ägypten geführt hast?
12Warum sollten die Ägypter sagen: 'Im Bösen hat er sie herausgeführt, um sie im Bergland umzubringen und sie von der Fläche des Erdbodens zu vernichten'? Kehre um von der Glut deines Zorns und lass dich des Übels gegen dein Volk gereuen.
13Gedenke Abrahams, Isaaks und Israels, deiner leibeigenen Knechte, denen du bei dir selbst geschworen hast und zu denen du gesagt hast: 'Mehren werde ich euren Samen wie die Sterne der Himmel. Und dieses ganze Land, von dem ich geredet habe, werde ich eurem Samen geben, dass sie es als Erbteil besitzen für ewig.'"
14Da ließ sich Jahweh des Unheils gereuen, von dem er gesagt hatte, er werde es seinem Volk tun.
15Und Mose wandte sich und stieg vom Berg hinab, die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand, Tafeln, beschrieben auf ihren beiden Seiten: auf dieser und auf jener [Seite] waren sie beschrieben.
16Und die Tafeln waren Werk Gottes9; und die Schrift war Schrift Gottes, eingegraben auf den Tafeln.
17Und Josua hörte die Stimme des Volkes bei seinem Lärmen und sagte zu Mose: "Kriegslärm ist im Heerlager!"
18Und der sagte: "Es ist nicht der Schall von Siegesgeschrei10 und nicht der Schall von Niederlagegeschrei. Den Schall von Wechselgesang höre ich!"
19Und es geschah, als er sich dem Heerlager näherte und das Kalb und die Reigentänze sah, da entbrannte der Zorn Moses. Und er warf die Tafeln aus seinen Händen und zerschmetterte sie unten am Berg.
20Und er nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es im Feuer und zermalmte es, bis es zu feinem Pulver wurde. Und er streute es auf die Oberfläche des Wassers, und er ließ es die Söhne Israels trinken.
21Und Mose sagte zu Aaron: "Was hat dir dieses Volk getan, dass du eine [so] große Sünde über es hast kommen lassen?"
22Und Aaron sagte: "Es entbrenne nicht der Zorn meines Herrn! Du selbst kennst das Volk, dass es im Bösen ist.
23Und sie sagten zu mir: 'Mache uns Götter11, die vor uns hergehen; denn dieser Mose, der Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm geschehen ist.'
24Und ich sagte zu ihnen: 'Wer hat Gold?' - Sie rissen es sich ab und gaben es mir. Und ich warf es ins Feuer, und dieses Kalb ging hervor."
25Und Mose sah, dass das Volk zuchtlos geworden12 war, denn Aaron hatte es zuchtlos werden lassen13, zum Gespött14 für ihre Gegner.
26Und Mose stellte sich im Tor des Heerlagers auf und sagte: "Her zu mir, wer für Jahweh ist!" Und es versammelten sich zu ihm alle Söhne Levis.
27Und er sagte zu ihnen: "So sagt Jahweh, der Gott Israels: 'Legt jeder sein Schwert an seine Hüfte! Und schreitet im Heerlager hin und kehrt zurück, von Tor zu Tor; und es töte ein jeder seinen Bruder und ein jeder seinen Gefährten und ein jeder den ihm Nahestehenden.'"
28Und die Söhne Levis taten nach dem Wort Moses. Und es fielen vom Volk an diesem Tag etwa dreitausend Mann.
29Und Mose sagte: "<Füllt eure Hand>15, weiht euch heute Jahweh - denn jeder ist gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder gewesen -, dass er heute Segen auf euch bringe."
30Und es geschah am nächsten Tag, da sagte Mose zum Volk: "Ihr habt eine große Sünde begangen. Und jetzt, ich werde zu Jahweh hinaufsteigen; vielleicht kann ich Sühnung für eure Sünde erwirken."
31Und Mose kehrte zurück zu Jahweh und sagte: "Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen. Und16 sie haben sich 'Götter' aus Gold gemacht!
32Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche denn mich aus deinem Buch aus, das du geschrieben hast."
33Und Jahweh sagte zu Mose: "Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus.
34Und nun gehe hin, führe das Volk [dorthin], wovon ich dir gesagt habe. Siehe! - mein Bote wird vor dir hergehen. Am Tag meiner Heimsuchung17 aber, da werde ich ihre Sünde an ihnen heimsuchen."
35Und Jahweh schlug das Volk, darum, dass sie das Kalb gemacht hatten18, das Aaron gemacht hatte.
Fußnoten
- 1 o.: einen Gott; heb. Elohim; das Zeitwort (V. 1 u. 4) steht in der Mehrzahl; gemäß V. 5. ist Jahweh gemeint; vgl. Ps 106,19.20.
- 2 Das Wort bed. auch "mit Gold überzogen; vergoldet"; Jes 30,22.
- 3 o.: Abschlussopfer
- 4 o.: Scherz (o.: Tändeleien) zu treiben; 1Mo 26,8; 39,14.17; 1Kor 10,7.
- 5 o.: ein Volk (heb. 'am) mit hartem Nacken
- 6 o.: lass mich in Ruhe; gestatte mir
- 7 heb. goj (sonst häufig auf heidnische Völker bezogen)
- 8 o.: suchte zu besänftigen
- 9 eigtl.: waren Gottgemachtes
- 10 eigtl.: nicht eine Stimme als Reaktion auf Sieg
- 11 S. zu 32,1.
- 12 o.: in Verwilderung geraten; zügellos geworden
- 13 o.: ausarten lassen; zügellos werden lassen
- 14 o.: zum Gezische; o.: zur Schadenfreude; Bed. nicht gesichert.
- 15 S. zu 2Mo 28,41 u. 29,9.
- 16 o.: Und zwar; o.: Und nämlich
- 17 i. S. v.: Am Tag, an dem ich heimsuchen werde
- 18 o.: hatten machen lassen