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Altes Testament

Hesekiel Kapitel 20

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah im siebenten Jahr, im fünften [Monat], am Zehnten des Monats, dass einige Männer von den Ältesten Israels kamen, um Jahweh zu befragen. Und sie setzten sich vor mir nieder.
2Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
3"Menschensohn, rede zu den Ältesten Israels und sage zu ihnen: So sagt der Herr, Jahweh: 'Mich zu befragen, seid ihr gekommen? So wahr ich lebe, wenn ich mich von euch befragen lasse ...!', ist der Spruch des Herrn, Jahwehs."
4"Willst du sie richten? Willst du richten, Menschensohn? Lass sie die Gräuel ihrer Väter erkennen1
5und sage zu ihnen: So sagt der Herr, Jahweh: 'An dem Tag, als ich mir Israel erwählte, erhob ich meine Hand für den Samen des Hauses Jakob [zum Schwur] und gab mich ihnen im Land Ägypten kund. Und ich erhob meine Hand für sie [zum Schwur] und sagte: Ich bin Jahweh, euer Gott.'" -
6"An jenem Tag erhob ich meine Hand für sie [zum Schwur], dass ich sie aus dem Land Ägypten führen würde in ein Land, das ich für sie ausgesucht2 hatte, das von Milch und Honig fließt (die Zierde ist es unter allen Ländern),
7und ich sagte zu ihnen: 'Werft jeder die Scheusale seiner Augen weg! Und macht euch nicht unrein mit den Dreckgötzen3 Ägyptens! Ich bin Jahweh, euer Gott.'
8Aber sie waren widerspenstig gegen mich und wollten nicht auf mich hören; jedermann, die Scheusale ihrer Augen warfen sie nicht weg, und von den Dreckgötzen Ägyptens ließen sie nicht ab. Und ich gedachte, meine Grimmglut über sie auszugießen, meinen Zorn an ihnen auszulassen mitten im Land Ägypten.
9Doch meines Namens wegen handelte ich [anders], damit er nicht entheiligt würde vor den Augen der Völker, in deren Mitte sie waren, vor deren Augen ich mich ihnen kundgegeben hatte, sie aus dem Land Ägypten zu führen."
10"Und ich führte sie aus dem Land Ägypten und brachte sie in die Wüste.
11Und ich gab ihnen meine Satzungen und tat ihnen meine Rechtsbestimmungen kund, durch die der Mensch lebt, wenn er sie tut.
12Und auch meine Sabbate gab ich ihnen, dass sie zum Zeichen seien zwischen mir und ihnen, damit man erkenne, dass ich Jahweh bin, der sie Heiligende.
13Aber das Haus Israel war widerspenstig gegen mich in der Wüste. Sie wandelten nicht in meinen Satzungen und verwarfen meine Rechtsbestimmungen, durch die der Mensch lebt, wenn er sie tut. Und meine Sabbate entheiligten sie sehr. Und ich gedachte4, meine Grimmglut über sie auszugießen in der Wüste, um sie aufzureiben.
14Doch meines Namens wegen handelte ich [anders], damit er nicht entheiligt würde vor den Augen der Völker, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte."
15"Und auch erhob ich ihnen in der Wüste meine Hand [zum Schwur], dass ich sie nicht in das Land bringen würde, das ich [ihnen] gegeben hatte, das von Milch und Honig fließt (die Zierde ist es unter allen Ländern),
16weil sie meine Rechtsbestimmungen verwarfen und nicht in meinen Satzungen wandelten und meine Sabbate entheiligten; denn ihr Herz ging ihren Dreckgötzen nach.
17Aber mein Auge blickte schonend5 auf sie, sodass ich sie nicht verdarb und ihnen nicht ein Ende machte in der Wüste.
18Und ich sagte zu ihren Söhnen in der Wüste: 'Wandelt nicht in den Satzungen eurer Väter und ihre Rechtsbestimmungen haltet nicht und mit ihren Dreckgötzen macht euch nicht unrein.
19Ich bin Jahweh, euer Gott. Wandelt in meinen Satzungen und wahrt meine Rechtsbestimmungen und tut sie!
20Und heiligt meine Sabbate, dass sie zum Zeichen seien zwischen mir und euch, damit ihr erkennt, dass ich Jahweh bin, euer Gott!'
21Aber widerspenstig waren sie gegen mich, die Söhne. Sie wandelten nicht in meinen Satzungen und hielten nicht meine Rechtsbestimmungen, sie zu tun, durch die der Mensch lebt, wenn er sie tut. Und meine Sabbate entheiligten sie. Und ich gedachte, meine Grimmglut über sie auszugießen, meinen Zorn an ihnen auszulassen in der Wüste.
22Doch ich zog meine Hand zurück; und meines Namens wegen handelte ich [anders], damit er nicht entheiligt würde vor den Augen der Völker, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte."
23"Auch erhob ich ihnen in der Wüste meine Hand [zum Schwur], dass ich sie unter die Völker versprengen und sie in die Länder zerstreuen würde,
24weil sie meine Rechtsbestimmungen nicht taten und meine Satzungen verwarfen und meine Sabbate entheiligten und ihre Augen hinter den Dreckgötzen ihrer Väter her waren.
25So gab denn auch ich ihnen Satzungen6, die nicht zum Guten7 waren, und Rechtsbestimmungen, durch die sie nicht leben sollten8,
26und machte sie unrein durch ihre Gaben, indem sie alles, was den Mutterschoß durchbrach, durchs [Feuer] gehen ließen! Um sie entsetzt zu machen9, [tat ich es], damit sie erkennen sollten, dass ich Jahweh bin!"
27"Darum, Menschensohn, rede zum Haus Israel und sage zu ihnen: So sagt der Herr, Jahweh: 'Auch noch dadurch haben eure Väter mich geschmäht, als sie Treuebruch gegen mich begingen:
28Als ich sie in das Land brachte, das ihnen zu geben ich meine Hand [zum Schwur] erhoben hatte, ersahen sie jeden hohen Hügel und jeden dicht belaubten Baum und opferten dort ihre Schlachtopfer und gaben dort ihre Ärger <erregenden> Opfergaben10 und brachten dort den Duft ihrer beschwichtigenden [Rauchopfer]11 dar und gossen dort ihre Trankopfer aus.
29Und ich sagte zu ihnen: Was ist das für eine Höhe, wohin ihr geht? - So wurde ihr Name 'Höhe' genannt bis zu diesem Tag.'"
30"Darum sage zum Haus Israel: So sagt der Herr, Jahweh: 'Wollt ihr euch auf dem Weg12 eurer Väter unrein machen und ihren Scheusalen nachhuren?
31Ja, durch die Darbringung eurer Gaben, dadurch, dass ihr eure Kinder durchs Feuer gehen lasst, macht ihr euch bis zu diesem Tag unrein an allen euren Dreckgötzen! Und ich sollte mich von euch befragen lassen, Haus Israel? So wahr ich lebe', ist der Spruch des Herrn, Jahwehs, 'wenn ich mich von euch befragen lasse ...!'"
32"Und keinesfalls darf geschehen, was in eurem Geist aufgestiegen ist, dass ihr sagt: 'Wir wollen wie die Völker sein und wie die Sippen der Länder, um Holz und Steinen verehrenden Dienst zu verrichten.'"
33"So wahr ich lebe", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs, "wenn ich nicht mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossener Grimmglut <als König> über euch herrschen werde ...!
34Und ich werde euch herausführen aus den Völkerscharen und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut wurdet, sammeln mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossener Grimmglut;
35und ich werde euch in die Wüste der Völkerscharen bringen und dort mit euch ins Gericht gehen13 von Angesicht zu Angesicht.
36Wie ich ins Gericht ging mit euren Vätern in der Wüste des Landes Ägypten, ebenso werde ich mit euch ins Gericht gehen!", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs.
37"Und ich werde euch unter dem Stab14 hindurchziehen lassen15 und euch in die Bande16 des Bundes bringen.
38Und ich werde die sich Auflehnenden und die von mir Abtrünnigen aus euch aussondern. Ich werde sie herausführen aus dem Land ihrer Fremdlingschaft; aber auf den Erdboden Israels soll keiner kommen. Und ihr werdet erkennen, dass ich Jahweh bin."
39"'Und ihr, Haus Israel', so sagt der Herr, Jahweh: 'Geht doch! Dient ein jeder seinen Dreckgötzen! Aber nachher, wahrlich, werdet ihr auf mich hören! Und <dann> werdet ihr meinen heiligen Namen nicht mehr entheiligen mit euren Gaben und mit euren Dreckgötzen,
40denn auf meinem heiligen Berg17, auf dem hohen Berg Israels', ist der Spruch des Herrn, Jahwehs, 'dort wird mir das ganze Haus Israel insgesamt dienen im Land. Dort werde ich sie wohlgefällig annehmen. Und dort werde ich eure Hebopfer einfordern und die Erstlinge eurer Gaben neben allen euren heiligen Darbringungen18.
41Beim beschwichtigenden Geruch [eurer Opfer]19 werde ich euch wohlgefällig annehmen, wenn ich euch dann aus den Völkerscharen herausführe und euch aus den Ländern sammle, in die ihr zerstreut wurdet. Und ich werde mich an euch heilig erweisen20 vor den Augen der Völker.
42Und ihr werdet erkennen, dass ich Jahweh bin, wenn ich euch auf den Erdboden Israels bringe, in das Land, [über] das ich meine Hand [zum Schwur] erhoben habe, es euren Vätern zu geben.
43Und ihr werdet dort eurer Wege und aller eurer Taten gedenken, durch die ihr euch unrein gemacht habt. Und ihr werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen aller eurer bösen [Dinge], die ihr getan habt.
44Und ihr werdet erkennen, dass ich Jahweh bin, wenn ich mit euch handeln werde meines Namens wegen [und] nicht nach euren bösen Wegen und euren Verderben bringenden Taten, Haus Israel!' - ist der Spruch des Herrn, Jahwehs."

Fußnoten

  1. 1 o.: Halte ihnen ... vor.
  2. 2 o.: erkundet
  3. 3 o.: Götzenklötzen; o.: Mistkugeln
  4. 4 eigtl.: sagte [mir]; so a. V. 21.
  5. 5 und mitleidsvoll
  6. 6 i. S. v.: auch ich gab sie dahin in Satzungen
  7. 7 d. h.: also solche, die nicht Leben und Segen brachten (im Gegensatz zu Hes 20,11)
  8. 8 d. h.: die es ihnen unmöglich machten, am Leben zu bleiben (d. h.: ihnen den Tod brachten; vgl. V. 26).
  9. 9 o.: um sie [vor Schreck] erstarren zu lassen
  10. 10 w.: den Verdruss (o.: die Kränkung) ihrer Darbringungen
  11. 11 w.: den Geruch ihrer Beschwichtigungen
  12. 12 i. S. v.: auf die Art und Weise
  13. 13 o.: Rechtsstreit führen; so a. V. 36.
  14. 14 d. h.: unter dem Hirtenstab
  15. 15 näml.: um zu zählen und zu sichten, wie es die Hirten mit ihren Schafen tun, wenn sie z. B. einige für die Gabe des Zehnten aussuchen; vgl. 3Mo 27,32; Jer 33,13.
  16. 16 o.: in die Verpflichtungen; in die Zucht
  17. 17 eigtl.: auf dem Berg meiner Heiligkeit; o.: auf dem Berg meines Heiligtums
  18. 18 i. S. v.: neben allem, was ihr (mir zusätzlich) heiligt.
  19. 19 d. h.: Wenn ihr dann eure Rauchopfer darbringt
  20. 20 o.: bei (o.: durch) euch geheiligt werden