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Altes Testament

Hesekiel Kapitel 21

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
2"Menschensohn, richte dein Angesicht in Richtung Mittag1 und lass [Rede] ergießen zum Süden hin und weissage gegen den Wald des Gefildes2 im Südland,
3und sage zum Wald des Südlands: Höre das Wort Jahwehs! So sagt der Herr, Jahweh: 'Siehe! Ich will in dir ein Feuer entfachen. Das wird jeden grünen Baum und jeden dürren Baum in dir verzehren. Die lodernde Flamme wird nicht erlöschen; und vom Südland bis zum Norden werden alle Angesichter dadurch versengt werden.
4Und alles Fleisch wird sehen, dass ich, Jahweh, es angezündet habe. Es wird nicht erlöschen.'"
5Und ich sagte: "Ach, mein Herr, Jahweh! Sie sagen von mir: 'Redet er nicht in Gleichnissen?'"
6Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
7"Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Jerusalem und lass [das Wort] fließen bezüglich der Heiligtümer und weissage über Israels Erdboden
8und sage zu Israels Erdboden: So sagt Jahweh: 'Siehe! Ich will an dich! Und ich werde mein Schwert aus seiner Scheide ziehen und aus dir [den] Gerechten und [den] Ehrfurchtslosen ausrotten!
9Darum, weil ich aus dir [den] Gerechten und [den] Ehrfurchtslosen ausrotten werde, darum soll mein Schwert aus seiner Scheide fahren gegen alles Fleisch vom Südland bis zum Norden.
10Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, Jahweh, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe. Es soll nicht wieder zurückkehren.'"
11"Und du, Menschensohn, stöhne mit brechenden Lenden3! Und mit Bitternis4 sollst du vor ihren Augen stöhnen!
12Und es soll geschehen, wenn sie zu dir sagen: 'Worüber stöhnst du?', sollst du sagen: 'Über eine Nachricht; denn sie kommt! Und zerschmelzen wird jedes Herz, erschlaffen werden alle Hände, verzagen wird jeder Geist, zergehen werden alle Knie wie Wasser. Siehe! Es kommt! Und es wird geschehen!', ist der Spruch des Herrn, Jahwehs."
13Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
14"Menschensohn, weissage! Und du sollst sagen: 'So sagt Jahweh.' Sage: 'Ein Schwert, ein Schwert, geschärft und auch geschliffen!
15Geschärft, dass es eine Schlachtung anrichte, geschliffen, dass es blitze! Oder treiben wir etwa Scherz? Den Stock hast du verachtet, mein Sohn, alles was aus Holz ist!
16- Da hat man es zum Schleifen gegeben, um es mit der Faust zu packen. Ein Schwert, geschärft ist es und geschliffen, um es in die Hand des Schlächters5 zu geben.'
17Rufe und heule, Menschensohn! - denn eben das geschah an meinem Volk, eben das an allen Fürsten Israels: Sie sind dem Schwert verfallen mitsamt meinem Volk. Darum schlage dir auf die Hüften;
18denn geprüft ist es6. Und was, wenn auch der verachtende Stock7 nicht [mehr] sein wird?"8, ist der Spruch des Herrn, Jahwehs.
19"Und du, Menschensohn, weissage und schlage Handschale zu Handschale9! Ja, verdoppeln10 soll sich das Schwert aufs Dreifache. Das Schwert, für Durchbohrte ist es, das Schwert, für einen Durchbohrten, den Großen11, das tief in sie eindringt.
20Damit das Herz zergehe12 und viele zu Fall kommen13, an alle ihre Tore gebe ich ein Schlachten des Schwerts. Wehe! Zum Blitzen ist es gemacht, zum Schlachten gekleidet14.
21Nimm dich zusammen nach rechts, wende dich nach links, wohin deine Schneide eingesetzt ist!
22Auch ich will in meine Handschale schlagen, meine Grimmglut stillen. Ich, Jahweh, habe gesprochen."
23Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
24"Und du, Menschensohn, lege dir zwei Wege an, auf denen das Schwert des Königs von Babel kommen soll: Von einem Land sollen sie beide ausgehen. Und setze einen Wegweiser; am Anfang des Weges, <an der Weggabelung> zur Stadt sollst du ihn setzen.
25Lege den Weg [so] an, dass das Schwert komme nach Rabba der Söhne Ammons sowie nach Juda, in das befestigte Jerusalem.
26Fürwahr, der König von Babel bleibt an der Weggabelung stehen, am Anfang der beiden Wege, um das Orakel zu befragen. Er schüttelt die Lospfeile, befragt die Teraphim15, beschaut die Leber.
27In seiner Rechten ist das Orakel 'Jerusalem', dass er Sturmböcke aufstelle, den Mund öffne mit Mordgeschrei, die Stimme erhebe mit Kriegslärmen, Sturmböcke gegen die Tore aufstelle, einen Belagerungswall aufschütte und Bollwerk baue.
28(In ihren Augen aber ist es ihnen wie ein Lügenorakel - sie haben ja die heiligsten Eide. Er aber bringt [ihre] Schuld in Erinnerung, damit sie ergriffen werden.)"
29"Darum", so sagt der Herr, Jahweh, "weil ihr eure Schuld in Erinnerung bringt, sodass eure Sünden in allen euren Taten offenbar werden; weil an euch erinnert worden ist, sollt ihr mit [hartem] Griff gefasst werden.
30Und du, Unheiliger, Ehrfurchtsloser, Fürst Israels, dessen Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe16:" -
31So sagt der Herr, Jahweh: "Weg mit dem Kopfbund, fort mit der Krone! Dieses wird nicht so bleiben.17 Das Niedrige wird erhöht, das Hohe erniedrigt!
32Zu Trümmern, Trümmern, Trümmern mache ich es18! Auch dieses wird nicht so bleiben - bis der kommt, dem das Recht gehört, dem werde ich es geben."
33"Und du, Menschensohn, weissage und sage: So sagt der Herr, Jahweh, über die Söhne Ammons und über ihr Höhnen. Und sage: 'Schwert, Schwert, zum Schlachten gezückt, zum Fressen geschliffen, dass es blitze,
34(während man dir Nichtiges schaut, während man dir Lüge orakelt) um dich zu setzen an die Hälse der durchbohrten Ehrfurchtslosen, deren Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe!
35Stecke es wieder in seine Scheide! An dem Ort, wo du geschaffen wurdest, im Land deiner Herkunft, werde ich dich richten.
36Ich schütte meine Entrüstung über dich aus, fache das Feuer meines Grimms19 gegen dich an und gebe dich in die Hand roher20 Männer, die Verderben schmieden.
37Dem Feuer sollst du zum Fraß werden. Dein Blut wird mitten im Land sein. Es wird deiner nicht mehr gedacht werden; denn ich, Jahweh, bin es, der gesprochen hat.'"

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: in Richtung Teman; Teman ist eine Landschaft in Edom.
  2. 2 o.: Gebietes
  3. 3 eigtl.: mit Brechen der Lenden; i. S. v.: mit einem Schmerz, der die Lenden zum Brechen bringt.
  4. 4 o.: in bitterer Betrübnis
  5. 5 o.: Scharfrichters
  6. 6 o.: bewährt ist es; o.: die Probe ist gemacht.
  7. 7 o.: der verachtende Stamm
  8. 8 o.: Und wie ginge es, wenn der Stock, der verachtet, nicht wäre? (V. 18 ist im Heb. nicht eindeutig.)
  9. 9 i. S. v.: schlage die Hände zusammen.
  10. 10 i. S. v.: vervielfachen
  11. 11 D. i. viell. ein Hinweis auf den König, der getötet werden wird.
  12. 12 und ins Wanken komme
  13. 13 eigtl.: und [damit] die Anstöße <zum Straucheln und Fallen> viele seien.
  14. 14 o.: eingehüllt; and.: geschliffen; Bed. nicht gesichert.
  15. 15 o.: den Teraphim (eine kleine Hausgötzenfigur; Mehrzahl oder Einzahl)
  16. 16 i. S. v.: zu der Zeit, da die Verschuldung endgültig gebüßt wird; w.: zur Zeit der Strafe des Endes; so a. 21,34; 35,5.
  17. 17 o.: Nichts bleibt, wie es ist; w.: Dieses wird nicht dieses sein.
  18. 18 Gemeint ist Jerusalem; V. 25.27.
  19. 19 o.: Überwallens
  20. 20 o.: tierischer; brutaler