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Altes Testament

Hesekiel Kapitel 33

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
2"Menschensohn, rede zu den Söhnen deines Volkes und sage zu ihnen: 'Wenn ich das Schwert über ein Land bringe, und das Volk des Landes nimmt einen Mann aus seiner Gesamtheit und setzt ihn für sich als Wächter ein,
3und er sieht das Schwert über das Land kommen und bläst die Posaune1 und warnt das Volk,
4wenn <dann> einer die Stimme der Posaune hört und sich nicht warnen lässt, und das Schwert kommt und rafft ihn weg, wird sein Blut auf seinem Kopf sein.
5Er hörte die Stimme der Posaune, ließ sich aber nicht warnen: Sein Blut sei auf ihm! Hätte jener sich warnen lassen, hätte er seine Seele gerettet.
6Wenn aber der Wächter das Schwert kommen sieht und nicht die Posaune bläst, und das Volk ist nicht gewarnt, und das Schwert kommt und rafft eine Seele von ihnen weg, die wird ihrer Verschuldung wegen weggerafft; aber ihr Blut werde ich von der Hand des Wächters fordern.'"
7"Dich aber, Menschensohn, dich habe ich dem Haus Israel zum Wächter gegeben: Du sollst das Wort aus meinem Mund hören und sie von mir her warnen.
8Wenn ich zum Ehrfurchtslosen sage: 'Ehrfurchtsloser, du musst gewisslich sterben!', und du hast nichts gesagt, um den Ehrfurchtslosen vor seinem Wege zu warnen, so wird er, der Ehrfurchtslose, seiner Verschuldung wegen sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.
9Wenn du aber den Ehrfurchtslosen vor seinem Wege warnst, damit er davon umkehrt, er kehrt aber von seinem Wege nicht um, wird er seiner Verschuldung wegen sterben; du aber hast deine Seele gerettet."
10"Und du, Menschensohn, sage zum Haus Israel: 'Ihr sagt so: Unsere Vergehen und unsere Sünden <lasten> auf uns; und durch sie schwinden wir dahin. Wie also sollen wir leben?'"
11"Sage zu ihnen: 'So wahr ich lebe', ist der Spruch des Herrn, Jahwehs, 'ich habe nicht Gefallen am Tod des Ehrfurchtslosen, sondern dass der Ehrfurchtslose von seinem Weg umkehre und lebe! Kehrt um! Kehrt von euren bösen Wegen um! Und warum wollt ihr sterben, Haus Israel?'"
12"Und du, Menschensohn, sage zu den Söhnen deines Volkes: 'Die Gerechtigkeit des Gerechten wird ihn nicht retten an dem Tag, an dem er abtrünnig handelt. Und die Ehrfurchtslosigkeit des Ehrfurchtslosen - er wird durch sie nicht stürzen2 an dem Tag, an dem er von seiner Ehrfurchtslosigkeit umkehrt, wie der Gerechte nicht von [seiner Gerechtigkeit] leben kann an dem Tag, an dem er sündigt.'
13Wenn ich dem Gerechten sage: 'Er soll gewisslich leben!', und er verlässt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Unrecht, wird aller seiner Gerechtigkeiten nicht gedacht werden; infolge seines Unrechts, das er tat, wird er sterben.
14Wenn ich aber zum Ehrfurchtslosen sage: 'Du musst gewisslich sterben!', und er kehrt von seiner Sünde um und übt Recht und Gerechtigkeit,
15sodass der Ehrfurchtslose das Pfand zurückgibt, Geraubtes erstattet, in den Satzungen des Lebens3 wandelt, ohne Unrecht zu tun, so wird er gewisslich leben, er wird nicht sterben!
16Aller seiner Sünden, die er begangen hat, soll bei ihm nicht gedacht werden; er hat Recht und Gerechtigkeit geübt, er wird gewisslich leben!"
17"Und die Söhne deines Volkes sagen: 'Der Weg des Herrn ist nicht recht.' Aber sie <sind es>, deren Weg nicht recht ist!
18Wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut, wird er deshalb sterben.
19Und wenn der Ehrfurchtslose von seiner Ehrfurchtslosigkeit umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt, wird er infolge derselben leben.
20Und ihr sagt, der Weg des Herrn sei nicht recht? - Einen jeden von euch werde ich nach seinen Wegen richten, Haus Israel."
21Und es geschah im zwölften Jahr unserer Wegführung, im zehnten [Monat], am Fünften des Monats, da kam ein Entkommener aus Jerusalem zu mir und sagte: "Die Stadt ist geschlagen!"
22Und die Hand Jahwehs war am Abend über mich gekommen, vor der Ankunft des Entkommenen, und er hatte meinen Mund geöffnet, auf den Zeitpunkt hin, da jener am Morgen zu mir kam. Und so wurde mein Mund geöffnet und ich war nicht mehr stumm.
23Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
24"Menschensohn, die Bewohner jener Trümmerstätten auf dem Erdboden Israels reden den Spruch: 'Abraham war ein Einzelner; und er bekam das Land zum Erbbesitz. Wir aber sind viele, uns4 ist das Land zum Erbbesitz gegeben!'
25Darum sage zu ihnen: So sagt der Herr, Jahweh: 'Ihr esst [das Fleisch] samt dem Blut und erhebt eure Augen zu euren Dreckgötzen und vergießt Blut! Und da solltet ihr das Land zum Erbbesitz haben?
26Ihr habt euch auf euer Schwert verlassen, Gräuel begangen und einer des anderen Frau unrein gemacht; und da solltet ihr das Land zum Erbbesitz haben?'"
27"So sollst du zu ihnen sagen: So sagt der Herr, Jahweh: 'So wahr ich lebe, wenn nicht die, die in den Trümmerstätten sind, durchs Schwert fallen ...!5 Und der, der auf dem [freien] Feld ist, den gebe ich den wilden Tieren, dass sie ihn fressen! Und die, die in den Festungen und in den Höhlen sind, werden an der Pest sterben!
28Und das Land mache ich zur Wüste und zum Ödland; und der Stolz seiner Stärke wird ein Ende haben. Und die Berge Israels werden wüst sein, sodass niemand darüber hinwandert.'
29Und sie werden erkennen, dass ich Jahweh bin, wenn ich das Land zur Wüste und zum Ödland mache wegen all ihrer Gräuel, die sie begangen haben."
30"Und du, Menschensohn, die Söhne deines Volkes reden über dich an den Wänden und in den Türen der Häuser. Und einer redet mit dem anderen, jeder mit seinem Bruder, und sagt: 'Kommt und hört, was das für ein Wort ist, das von Jahweh ausgeht.'
31Und sie kommen zu dir, wie Volk zusammenkommt, und setzen sich vor dich hin als mein Volk und hören deine Worte. Aber sie tun sie nicht! - Fürwahr, das in ihrem Mund Liebliche, das sind sie am Tun6. Ihr Herz geht ihrem [eigenen] Gewinn nach.
32Und - siehe! - du bist ihnen wie einer, der liebliche Dinge singt, eine schöne Stimme hat und gut die Saiten spielt. Und sie hören deine Worte, aber sie tun sie nicht!
33Wenn es aber kommt - Siehe! Es kommt! -, dann werden sie erkennen, dass ein Prophet in ihrer Mitte war."

Fußnoten

  1. 1 Grundbed.: das Widderhorn; heb. schofar; so a. i. Folg.
  2. 2 eigtl.: <stolpern und> fallen
  3. 3 d. h.: in den Satzungen, die zum Leben führen (wenn man sie tut).
  4. 4 i. S. v.: uns erst recht
  5. 5 D. i. ein heb. Schwurformel.
  6. 6 o.: das Lustvolle ist in ihrem Mund, danach handeln sie.