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Altes Testament

Hesekiel Kapitel 31

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah im elften Jahr, im dritten [Monat], am Ersten des Monats, da geschah das Wort Jahwehs zu mir:
2"Menschensohn, sage zu Pharao, dem König von Ägypten, und zu seiner prunkvollen Menge1: 'Wem gleichst du in deiner Größe?
3Siehe! Ein Zedernbaum auf dem Libanon war Assur, mit schönen Zweigen, ein Schatten spendender Wald und von hohem Wuchs. Zwischen den Wolken war sein Wipfel.
4Die Wasser zogen ihn groß. Die Flut ließ ihn hoch werden, ihre Ströme ließ sie ausgehen rings um seine Pflanzung, sie sandte ihre Kanäle aus zu allen Bäumen des Feldes.
5Darum wurde sein Wuchs höher als alle Bäume des Feldes. Seine Zweige wurden groß2, seine Äste lang von den vielen Wassern, als er sich ausbreitete.
6In seinen Zweigen nisteten alle Vögel des Himmels, unter seinen Ästen gebaren alle wilden Tiere des Feldes, in seinem Schatten wohnten all die vielen Völker.
7Und er war schön in seiner Größe und in der Länge seiner Triebe; denn seine Wurzeln waren an vielen Wassern.
8Die Zedern im Garten Gottes reichten nicht an ihn heran. Die [Zweige der] Wacholder kamen seinen Zweigen nicht gleich, und die Platanen hatten nicht Äste wie er. Kein Baum im Garten Gottes glich ihm in seiner Schönheit.
9Schön hatte ich ihn gemacht in der Menge seiner Triebe. Es beneideten ihn alle Bäume Edens, die im Garten Gottes waren.'
10'Darum', so sagt der Herr, Jahweh, 'weil du an Wuchs hoch geworden bist - und weil er3 seinen Wipfel bis zwischen die Wolken streckte und sein Herz sich wegen seiner Höhe erhob,
11gab ich ihn in die Hand eines Machthabers unter den Völkern, dass er mit ihm tue gemäß seiner Ehrfurchtslosigkeit. Vertrieben4 habe ich ihn!
12Und Fremde, Gewalttätige von den Völkern, hieben ihn um und ließen ihn liegen. Seine Triebe fielen auf die Berge und in alle Täler und seine Äste wurden zerbrochen in allen Bachrinnen des Landes. Und alle Völkerscharen der Erde zogen aus seinem Schatten weg und ließen ihn liegen.
13Auf seinem umgefallenen Stamm ließen sich nieder alle Vögel des Himmels; und alle wilden Tiere des Feldes kamen an seine Äste;
14damit keine Bäume am Wasser sich [mehr] überheben, ihres Wuchses wegen, und nicht ihren Wipfel bis zwischen die Wolken strecken, und [damit] keine wassertrinkenden [Bäume] sich <stolz> hinstellen, ihrer Höhe wegen; denn sie sind alle dem Tod [preis]gegeben5, hin zu den unteren [Örtern] der Erde, mitten unter den Söhnen Adams, zu denen, die hinabgestiegen sind in die Grube.'
15So sagt der Herr, Jahweh: 'An dem Tag, als er in den Scheol hinabstieg, ließ ich trauern. Ich verhüllte seinetwegen die Tiefe und hielt ihre Ströme zurück, und die großen Wasser wurden versperrt. Und den Libanon hüllte ich seinetwegen in Trauerschwarz. Und seinetwegen schmachteten alle Bäume des Feldes.
16Vom Getöse seines Falls erschütterte ich die Völker, als ich ihn in den Scheol hinabsteigen ließ mit denen, die hinabgestiegen sind in die Grube. Und alle wassertrinkenden [Bäume]6 trösteten sich in den unteren [Örtern] der Erde: alle Bäume Edens, das Erlesene und Beste des Libanon.
17Mit ihm7 sind auch sie hinabgestiegen in den Scheol, zu den vom Schwerte Durchbohrten, die sein Arm gewesen waren, unter seinem Schatten gewohnt hatten, mitten unter den Völkern! -
18Wem gleichst du so an Herrlichkeit und an Größe unter den Bäumen Edens? Ja, du wirst mit den Bäumen Edens hinabgestürzt werden, hin zu den unteren [Örtern] der Erde! Mitten unter den Unbeschnittenen wirst du liegen, bei den vom Schwerte Durchbohrten. Das ist Pharao und seine prunkvolle8 Menge!' - ist der Spruch des Herrn, Jahwehs."

Fußnoten

  1. 1 o.: zu seinem Gepränge; i. S. v.: zu seiner lärmenden, von Wohlstand strotzenden [Menschen]menge; so a. 31,18; 32,12.16-32; 39,11.
  2. 2 und zahlreich
  3. 3 Gemeint ist der Zedernbaum Assur.
  4. 4 und verstoßen
  5. 5 vmtl. i. S. v.: geweiht
  6. 6 o.: alle, die vom Wasser getränkt worden waren
  7. 7 d. i.: dem Zedernbaum Assur
  8. 8 o.: lärmende; von Wohlstand strotzende