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Altes Testament

Hesekiel Kapitel 24

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und das Wort Jahwehs geschah zu mir im neunten Jahr1, im zehnten Monat, am Zehnten des Monats:
2"Menschensohn, schreibe dir den Namen des Tages auf, ebendieses Tages! An ebendiesem Tag ist der König von Babel gegen Jerusalem herangerückt2.
3Und rede ein Gleichnis zu dem Haus der Widerspenstigkeit und sage zu ihnen: So sagt der Herr, Jahweh: 'Setze den Topf auf. Setze auf und gieße auch Wasser hinein.
4Tu seine [Fleisch]stücke zusammen hinein, alle guten Stücke, Lende und Schulter. Mit erwählten Knochenstücken3 fülle ihn.
5Nimm vom erwählten Kleinvieh; schichte auch auf - für die Knochen darunter. Lass es tüchtig sieden, dass auch seine Knochen darin kochen.'"
6"Darum", so sagt der Herr, Jahweh: "Wehe, Stadt der Bluttaten! Topf, an dem sein Rost ist und dessen Rost nicht von ihm abgeht! Stück für Stück hole sie4 heraus, ohne dass über sie das Los gefallen ist5;
7denn ihr Blut6 ist in ihrer Mitte; auf einen kahlen Felsen hat sie es gegossen. Nicht auf die Erde hat sie es gegossen, dass man es mit Staub bedecken könnte.
8Um Grimmglut heraufzuführen, um Rache zu üben, habe ich ihr Blut auf kahlen Felsen gegeben, damit es nicht bedeckt werde."
9"Darum", so sagt der Herr, Jahweh: "Wehe, Stadt der Bluttaten! So will auch ich den Holzstoß groß machen.
10Häufe das Holz, zünde das Feuer an, lass das Fleisch gar werden und koche die Brühe aus, die Knochen sollen glühen7!
11Und stelle ihn8 leer auf seine Kohlen, damit sein Erz heiß und glühend wird und seine Unreinheit in ihm schmilzt, sein Rost abgeht!
12Alle Mühe ist bei ihm verloren, und sein vieler Rost geht von ihm nicht ab. Ins Feuer mit seinem Rost!
13Wegen deiner schändlichen Unreinheit, weil ich dich reinigte, du aber nicht rein wurdest, wirst du nicht mehr rein werden von deiner Unreinheit, bis ich meine Grimmglut gestillt habe an dir.
14Ich, Jahweh, habe gesprochen. Es kommt! Und ich werde es tun! Ich werde nicht nachlassen, nicht schonen9, es mich nicht gereuen lassen. Nach deinen Wegen und nach deinen Taten wird man dich richten", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs.
15Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
16"Menschensohn, - siehe! - ich nehme die Lust10 deiner Augen von dir weg durch einen Schlag. Du sollst aber nicht klagen und nicht weinen, noch soll dir eine Träne kommen.
17Seufze. Halte dich stille. Totenklage sollst du keine machen. Binde dir deinen Kopfbund um und zieh deine Schuhe an deine Füße. Deinen Bart sollst du nicht verhüllen und Brot der Leute11 nicht essen."
18Und ich redete zum Volk am Morgen. Und am Abend starb meine Frau. Und ich tat am Morgen, wie mir geboten war.
19Und das Volk sagte zu mir: "Willst du uns nicht mitteilen, was uns das [bedeuten] soll, dass du so tust?"
20Und ich sagte zu ihnen: "Das Wort Jahwehs geschah zu mir:
21Sage dem Haus Israel: So sagt der Herr, Jahweh: 'Siehe! Ich werde mein Heiligtum entheiligen, den Stolz eurer Stärke, die Lust12 eurer Augen und das Verlangen eurer Seele. Und eure Söhne und eure Töchter, die ihr zurückgelassen habt, werden durchs Schwert fallen.
22Dann werdet ihr tun, wie ich getan habe: Den Bart werdet ihr nicht verhüllen und Brot der Leute nicht essen.
23Und eure Kopfbunde werden auf euren Häuptern [bleiben] und eure Schuhe an euren Füßen. Ihr werdet nicht klagen und nicht weinen, sondern werdet dahinschwinden in euren Verschuldungen. Und ihr werdet euch anseufzen, jeder seinen Bruder.
24Und Hesekiel wird für euch zu einem Wahrzeichen13 sein: Nach allem, was er getan hat, werdet ihr tun, wenn es kommt. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, Jahweh, bin.'"
25"Und du, Menschensohn, - siehe! - an dem Tag, an dem ich ihre Bergfeste14 von ihnen nehmen werde, die Freude ihrer Pracht, die Lust ihrer Augen15 und die Sehnsucht ihrer Seele16, [auch] ihre Söhne und ihre Töchter,
26an jenem Tag wird ein Entkommener zu dir kommen, um es deine Ohren hören zu lassen.
27An jenem Tag wird dein Mund geöffnet werden gegen den Entkommenen und du wirst reden und nicht mehr stumm sein. So sollst du ihnen zu einem Wahrzeichen werden. Und sie werden erkennen, dass ich Jahweh bin."

Fußnoten

  1. 1 588 v. Chr.
  2. 2 o.: hat sich der König von Babel auf Jerusalem gestürzt.
  3. 3 eigtl.: mit dem Erlesenen (d. i.: dem Besten) der Knochenstücke; entsprechend a. V. 5.
  4. 4 Der Bezug ist die Stadt; hier i. S. v.: die Gesamtheit der Bewohner.
  5. 5 o.: Stück für Stück hole man sie heraus, ohne über sie (d. i.: über die Stadt; hier: über die einzelnen Bewohner) das Los zu werfen.
  6. 6 d. i.: das von ihr (der Stadt) vergossene Blut
  7. 7 o.: verbrennen
  8. 8 d. i.: den Topf
  9. 9 und kein Mitleid haben
  10. 10 o.: die Begehrenswerte
  11. 11 D. i. das Brot, das die Leute ins Trauerhaus brachten. So a. V. 22.
  12. 12 o.: das Begehrenswerte
  13. 13 o.: zu einem <prophetischen> Sinnzeichen; so a. V. 27.
  14. 14 o.: ihre starke Burg; d. h.: ihre Zufluchtsstätte
  15. 15 d. i.: das in ihren Augen Begehrenswerte
  16. 16 w.: die Traglast ihrer Seele; i. S. v.: das wofür sie Sorge tragen.