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Altes Testament

Hesekiel Kapitel 44

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und er führte mich zurück in Richtung auf das äußere, nach Osten gerichtete Tor des Heiligtums. Es war geschlossen.
2Und Jahweh sagte zu mir: "Dieses Tor soll geschlossen sein. Es soll nicht geöffnet werden. Und niemand soll durch dasselbe hineingehen, weil Jahweh, der Gott Israels, durch dasselbe hineingegangen ist; und es wird geschlossen bleiben.
3Was den Fürsten betrifft, er, als Fürst, soll darin bleiben1, um vor dem Angesicht Jahwehs Brot2 zu essen. Auf dem Weg der Vorhalle des Tores3 komme er hinein und auf demselben Weg gehe er hinaus."
4Und er brachte mich in Richtung auf das Nordtor an die Vorderseite des Hauses4. Und ich sah, und - siehe! - die Herrlichkeit Jahwehs füllte das Haus Jahwehs. Und ich fiel nieder auf mein Angesicht.
5Und Jahweh sagte zu mir: "Menschensohn, richte dein Herz darauf und sieh mit deinen Augen und höre mit deinen Ohren alles, was ich mit dir rede in Bezug auf alle Satzungen des Hauses Jahwehs und in Bezug auf alle Weisungen dafür. Und richte dein Herz auf das Hineingehen in das Haus an allen Ausgängen des Heiligtums5.
6Und sage zu den Widerspenstigen, zum Haus Israel: So sagt der Herr, Jahweh: 'Lasst es genug sein mit allen euren Gräueln, Haus Israel,
7dass ihr Söhne der Fremde, unbeschnitten am Herzen und unbeschnitten am Fleisch, hineingehen ließet, in meinem Heiligtum zu sein [und] es - mein Haus! - zu entheiligen, wenn ihr mein Brot darbrachtet, Fett und Blut, sodass sie meinen Bund brachen, zu allen euren Gräueln hinzu.
8Und ihr habt die zu wahrenden Aufgaben an meinen heiligen [Stätten] nicht wahrgenommen6, sondern habt jene7 eingesetzt zu solchen, die meine zu wahrenden Aufgaben in meinem Heiligtum für euch wahrnehmen [sollen].'
9So sagt der Herr, Jahweh: 'Kein Sohn der Fremde, unbeschnitten am Herzen und unbeschnitten am Fleisch, von allen Söhnen der Fremde, die mitten unter den Söhnen Israels sind, darf in mein Heiligtum kommen;
10sondern die Leviten, die sich von mir entfernt haben, als Israel in die Irre ging, als sie von mir abirrten, ihren Dreckgötzen8 nach, die sollen ihre Schuld tragen:
11Sie sollen in meinem Heiligtum den <aufgetragenen> verehrenden Dienst verrichten, als besondere Aufseher9 an den Toren des Hauses, und sollen den <aufgetragenen> verehrenden Dienst am Haus verrichten; sie sollen das Brandopfer und das Schlachtopfer für das Volk schächten; und sie sollen vor ihnen stehen, ihnen den <aufgetragenen> verehrenden Dienst zu verrichten.
12Weil sie ihnen vor ihren Dreckgötzen verehrenden Dienst getan haben und dem Haus Israel ein Anstoß10 zur Verschuldung11 gewesen sind, darum erhebe ich meine Hand gegen sie', ist der Spruch des Herrn, Jahwehs: 'Sie sollen ihre Schuld tragen:
13Sie dürfen mir nicht nahen, um mir den Priesterdienst zu tun und um allen meinen heiligen [Dingen], den hochheiligen, zu nahen; sondern sie sollen ihre Schmach und ihre Gräuel tragen, die sie begangen haben;
14und ich mache sie zu solchen, die die zu wahrenden Aufgaben am Haus wahrnehmen für alle Arbeit an ihm12 und für alles, was in ihm getan werden muss.
15Aber die Priester, die Leviten, die Söhne Zadoks, die die zu wahrenden Aufgaben meines Heiligtums wahrnahmen, als die Söhne Israels von mir abirrten, sie sollen mir nahen, mir den <aufgetragenen> verehrenden Dienst zu verrichten, und sollen vor meinem Angesicht stehen, mir das Fett und das Blut darzubringen', ist der Spruch des Herrn, Jahwehs."
16"Sie sollen in mein Heiligtum hineingehen, und sie sollen meinem Tisch nahen, um mir den <aufgetragenen> verehrenden Dienst zu verrichten, und sie sollen meine zu wahrenden Aufgaben wahrnehmen13."
17"Und es soll geschehen, wenn sie durch die Tore des inneren Vorhofs hineingehen, sollen sie leinene Kleider anziehen. Aber Wolle soll nicht auf sie kommen, wenn sie in den Toren des inneren Vorhofs und im Haus den <aufgetragenen> verehrenden Dienst verrichten.
18Leinene Kopfbunde sollen auf ihrem Haupt sein und leinene Beinkleider an ihren Lenden. Sie sollen sich nicht mit Schweiß [verursachenden Stoffen] gürten.
19Und wenn sie in den äußeren Vorhof hinausgehen, in den äußeren Vorhof zum Volk, <dann> sollen sie ihre Kleider, in denen sie den <aufgetragenen> verehrenden Dienst verrichtet haben, ausziehen und in den heiligen Kammern niederlegen14 und andere Kleider anziehen, damit sie nicht das Volk mit ihren Kleidern heilig machen.
20Und sie sollen ihr Haupt nicht kahl scheren, aber auch nicht das Haar frei wachsen lassen15, sie sollen ihr Haupt[haar] stutzen.
21Und kein Priester soll Wein trinken, wenn sie in den inneren Vorhof hineingehen.
22Und keine Witwe und keine Verstoßene16 sollen sie sich zu Frauen nehmen, sondern Jungfrauen vom Samen des Hauses Israel. Aber die Witwe, die eine Priesterwitwe ist, dürfen sie nehmen.
23Und sie sollen mein Volk unterweisen, [einen Unterschied zu machen] zwischen Heiligem und Gewöhnlichem17 und sie sollen [den Unterschied] zwischen Unreinem und Reinem erklären18.
24Und bei einem Rechtsstreit sollen sie hintreten, um zu richten19. Nach meinen Rechtsbestimmungen sollen sie richten. Und sie sollen meine Weisungen und meine Satzungen bei allen meinen Festzeiten halten und meine Sabbate heilig halten.
25Und zu einem toten Menschen soll einer nicht hingehen; man würde sich unrein machen. Nur beim Vater und bei der Mutter und beim Sohn und bei der Tochter, beim Bruder und bei der Schwester, die keinem Mann angehört hat, dürfen sie sich unrein machen.
26Und nach seiner Reinigung soll man ihm sieben Tage dazuzählen;
27und an dem Tag, an dem er ins Heilige, in den inneren Vorhof, hineingeht, um im Heiligen den <aufgetragenen> verehrenden Dienst zu verrichten, soll er sein Sündopfer darbringen", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs.
28"Und darin soll ihr Erbteil bestehen: Ich bin ihr Erbteil. Und ihr sollt ihnen kein Besitztum20 in Israel geben: Ich bin ihr Besitztum.
29Das Speisopfer und das Sündopfer und das Schuldopfer, diese sollen sie essen. Und alles in Israel, was dem Bann verfallen ist, soll ihnen gehören.
30Und der Erstling[steil] von den Erstlingsfrüchten jeglicher Art und alle Hebopfer21 jeglicher Art von allen euren Hebopfern sollen den Priestern gehören. Und den Erstling[steil] eures Schrotmehls sollt ihr dem Priester geben, damit Segen auf deinem Haus ruhe.
31Jegliches Aas und Zerrissenes von Vögeln und vom Vieh dürfen die Priester nicht essen."

Fußnoten

  1. 1 o.: sitzen
  2. 2 Hier steht "Brot" für das Opfermahl.
  3. 3 d. h.: des Torgebäudes
  4. 4 d. h.: des Tempels.
  5. 5 i. S. v.: wie man an den Ausgängen des Heiligtums in das Haus hineingehen soll. (Das "Hineingehen" bez. sich wahrsch. auf die Besorgung des Gottesdienstes.)
  6. 6 eigtl.: die Wahrung meiner heiligen [Dinge] nicht beachtet (o.: gehalten)
  7. 7 w.: sie; d. i.: jene Söhne der Fremden (V. 7)
  8. 8 o.: Götzenklötzen; o.: Mistkugeln
  9. 9 o.: Wächter; o.: besondere Beauftragte; vgl. Hes 9,1.
  10. 10 und Anlass
  11. 11 o.: zur Strafe für [ihre] Verschuldung
  12. 12 o.: für seinen ganzen Dienst
  13. 13 d. h.: sie sollen für mich die zu wahrenden Aufgaben wahrnehmen.
  14. 14 und belassen
  15. 15 o.: zu herabhängendem [Haar] wachsen lassen.
  16. 16 eigtl.: Vertriebene
  17. 17 o.: Profanem; Gemeinem
  18. 18 eigtl.: erkennen lassen.
  19. 19 o: sollen sie zu Gericht treten.
  20. 20 i. S. v.: Grundstück (als erbliches Eigentum); so a. 45,5-8.
  21. 21 d. h.: alle Abgaben