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Altes Testament

Hesekiel Kapitel 23

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
2"Menschensohn, [es waren] zwei Frauen, Töchter einer Mutter.
3Und sie hurten in Ägypten. In ihrer Jugendzeit hurten sie. Dort wurden ihre Brüste gedrückt, dort betastete man ihre jungfräulichen Brüste.
4Und ihre Namen sind Ohola1, die große, und Oholiba2, ihre Schwester. Und sie wurden mein. Und sie gebaren Söhne und Töchter. Und was ihre Namen betrifft: Samaria ist Ohola; Jerusalem ist Oholiba.
5Und Ohola, mir unter[stehend]3, hurte und hatte Verlangen nach ihren Liebhabern, den Assyrern, die nahe waren,
6gekleidet in violetten Purpur, den Statthaltern und Vorstehern: anmutige junge Männer sie alle, Reiter, auf Pferden reitend.
7Und sie richtete ihre Hurereien auf sie. Die Auswahl der Söhne Assurs [waren] sie alle; und mit allen, nach denen sie Verlangen hatte, mit allen ihren Dreckgötzen machte sie sich unrein.
8Doch ihre Hurereien von Ägypten her ließ sie deshalb noch nicht, denn sie hatten bei ihr gelegen in ihrer Jugend und hatten ihre jungfräulichen Brüste betastet und ihre Hurerei über sie ausgegossen.
9Darum gab ich sie in die Hand ihrer Liebhaber, in die Hand der Söhne von Assur, nach denen sie Verlangen hatte.
10Die deckten ihre Blöße auf, nahmen ihre Söhne und ihre Töchter weg und töteten sie selbst mit dem Schwert. Und sie wurde ein [Schreck]name den Frauen. So vollstreckte man Strafgerichte an ihr.
11Und ihre Schwester Oholiba sah es, doch sie trieb es mit ihrem Verlangen verderblicher als sie, und ihr Huren war [schlimmer] als das Huren ihrer Schwester.
12Sie hatte Verlangen nach den Söhnen Assurs, Statthaltern und Vorstehern, die nahe waren: prächtig gekleidet, Reiter, auf Pferden reitend, anmutige junge Männer sie alle.
13Ich sah, dass sie sich unrein gemacht hatte; einerlei Weg4 hatten sie beide.
14Sie aber fügte zu ihrer Hurerei noch hinzu: Männer sah sie, in die Wand eingeritzt, Bilder von Chaldäern, mit roter Farbe geritzt,
15mit Schurzen an ihren Lenden gegürtet, herabhängende Turbane auf ihren Häuptern, sie alle von Aussehen wie Wagenkämpfer5, ein Abbild der Söhne Babels, Chaldäa war ihr Geburtsland.
16Und als ihre Augen sie sahen, hatte sie Verlangen nach ihnen, sandte Boten zu ihnen nach Chaldäa.
17Babels Söhne kamen zum Liebeslager zu ihr, machten sie unrein durch ihre Hurerei, und sie wurde unrein durch sie. Dann wandte sich ihre Seele <überdrüssig> von ihnen ab.
18Und da sie ihre Hurereien aufgedeckt und ihre Blöße aufgedeckt hatte, wandte sich meine Seele <überdrüssig> von ihr ab, so wie sich meine Seele von ihrer Schwester <überdrüssig> abgewandt hatte.
19Sie aber mehrte ihre Hurerei, der Tage ihrer Jugend gedenkend, als sie gehurt hatte im Lande Ägypten
20und Verlangen gehabt hatte nach dessen Liebhabern, deren Fleisch wie das Fleisch der Esel, deren Erguss wie der Erguss der Pferde war.
21Du sehntest dich nach der Schandtat deiner Jugend, als man sich [damals] von Seiten der Ägypter an deine Brüste heranmachte wegen der Brüste deiner Jugend."
22"Darum, Oholiba", so sagt der Herr, Jahweh: "Sieh! Ich erwecke gegen dich deine Liebhaber, von denen sich deine Seele <überdrüssig> abgewandt hatte, ich lasse sie von ringsum über dich kommen,
23die Söhne Babels und alle Chaldäer, Pekod, Schoa und Koa, alle Söhne Assurs mit ihnen, anmutige junge Männer, Statthalter und Vorsteher, sie alle, Wagenkämpfer und Angesehene, auf Pferden reitend, sie alle.
24Über dich werden sie kommen, gerüstet mit Wagen und Rädern und mit einer Versammlung von Volksscharen. Langschild und Kleinschild und Helm werden sie ringsum gegen dich richten. Ich übergebe ihnen das Gericht, und sie werden dich richten nach ihren Rechtssätzen.
25Ich bringe meinen Eifer über dich, und sie werden in Grimmglut mit dir verfahren: Deine Nase und deine Ohren schneiden sie ab; was dir übrig bleibt, fällt durchs Schwert. Deine Söhne und deine Töchter nehmen sie weg; was dir übrig bleibt, wird durchs Feuer verzehrt.
26Sie ziehen dir deine Kleider aus, nehmen deine zierlichen Kleinode6 weg.
27So mache ich deiner Schandtat ein Ende, deiner Hurerei vom Land Ägypten her, dass du deine Augen zu ihnen nicht mehr erhebst und Ägyptens nicht mehr gedenkst."
28"Fürwahr", so sagt der Herr, Jahweh: "Siehe! Ich gebe dich in die Hand derer, die du hassest, in die Hand derer, von denen deine Seele sich <überdrüssig> abgewandt hat.
29Und sie werden im Hass mit dir verfahren und dein ganzes Erworbenes wegnehmen und dich unbekleidet und bloß lassen. Und deine hurerische Blöße und deine Schandtat und deine Hurereien werden aufgedeckt werden.
30Das wird dir geschehen, weil du den Völkern nachgehurt, weil du dich mit ihren Dreckgötzen unrein gemacht hast.
31In dem Weg deiner Schwester bist du gewandelt; und ihren Becher gebe ich in deine Hand."
32So sagt der Herr, Jahweh: "Trinken wirst du den Becher deiner Schwester, der tief und weit ist (zum Gelächter und zum Spott wird sie werden), der viel fasst!
33Voll wirst du von Trunkenheit und Kummer! Ein Becher des Entsetzens und der Verödung ist der Becher deiner Schwester Samaria.
34Trinken wirst du ihn und ausschlürfen und seine Tonscherben benagen und deine Brüste zerreißen; denn ich habe gesprochen!", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs.
35"Darum", so sagt mein Herr, Jahweh, "weil du mich vergessen hast und mich hinter deinen Rücken geworfen hast, so trage auch du nun deine Schandtat und deine Hurerei!"
36Und Jahweh sagte zu mir: "Menschensohn, willst du die Ohola und die Oholiba richten? So lass sie ihre Gräuel erkennen7;
37denn sie haben Ehebruch getrieben; und Blut ist an ihren Händen; und sie trieben Ehebruch mit ihren Dreckgötzen; und sogar ihre Söhne, die sie mir geboren hatten, ließen sie - ihnen zum Fraß - durchs [Feuer] gehen.
38Dieses haben sie mir <auch> noch getan: Sie haben am selben Tag mein Heiligtum unrein gemacht und meine Sabbate entheiligt;
39denn wenn sie ihre Söhne schächteten für ihre Dreckgötzen, kamen sie am selben Tag in mein Heiligtum, es zu entheiligen. Und - siehe! - solches haben sie getan mitten in meinem Haus!
40Ja, sie haben sogar nach Männern gesandt, die von ferne kommen sollten, zu denen ein Bote gesandt worden war. Und - siehe! - sie kamen, [sie], für die du dich gebadet, deine Augen geschminkt und dir Schmuck angelegt hattest.
41Und du setztest dich auf ein prachtvolles Lager, vor dem ein Tisch hergerichtet war, und darauf stelltest du mein Räucherwerk und mein Öl.
42Und das Lärmen einer sorglosen Menge war bei ihr. Und zu den Männern aus der Menschenmenge wurden Trunkenbolde gebracht aus der Wüste. Und man legte Armringe an ihre Hände und [setzte] ihr eine prächtige Krone aufs Haupt.
43Und ich sagte von der durch Ehebruch Verbrauchten: 'Nun treibt man Hurerei mit ihr! - Und sie?'8
44Und man ging zu ihr ein, wie man zu einer Hure eingeht. So gingen sie ein zu Ohola und zu Oholiba, den schändlichen9 Frauen.
45Aber gerechte Männer, die werden sie richten nach dem Recht für Ehebrecherinnen und nach dem Recht für Blutvergießerinnen; denn Ehebrecherinnen sind sie; und Blut ist an ihren Händen."
46"Fürwahr", so sagt der Herr, Jahweh, "man führe eine Versammlung gegen sie herauf und gebe sie der Misshandlung und Plünderung preis.
47Und die Versammlung soll sie steinigen und mit ihren Schwertern zerhauen. Ihre Söhne und ihre Töchter soll man töten und ihre Häuser im Feuer verbrennen.
48Und ich werde der Schandtat im Land ein Ende bereiten, damit alle Frauen sich warnen lassen und nicht nach eurer Schandtat tun.
49Und sie werden eure Schandtat auf euch bringen. Und ihr werdet die Sünden eurer Dreckgötzen10 tragen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, Jahweh, bin."

Fußnoten

  1. 1 bed.: ihr eigenes Zelt (möglicherw. eine Anspielung auf die eigenmächtigen Heiligtümer Samarias)
  2. 2 bed.: mein Zelt (bzw.: mein Heiligtum) <befindet sich> in ihr.
  3. 3 i. S. v.: als Ehefrau unterstehend
  4. 4 und Art
  5. 5 o.: Adjutanten; eigtl.: Drittkämpfer (die als Dritte auf dem Streitwagen waren)
  6. 6 w.: die Gegenstände deiner Zier
  7. 7 o.: Halte ihnen ihre Gräuel vor.
  8. 8 o.: Wird sie, ja wird sie, jetzt ihre Hurereien treiben? (Der Satz ist im Heb. nicht eindeutig.)
  9. 9 und zuchtlosen
  10. 10 d. i.: die mit euren Dreckgötzen begangenen