Altes Testament
Hesekiel Kapitel 3
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Und er sagte zu mir: "Menschensohn, iss, was du vorfindest. Iss diese Schriftrolle! Und gehe hin, rede zum Haus Israel!"
2Und ich öffnete meinen Mund. Und er gab mir diese Schriftrolle zu essen.
3Und er sagte zu mir: "Menschensohn, gib deinem Bauch zu essen und fülle dein Inneres1 mit dieser Schriftrolle, die ich dir gebe." Und ich aß sie; und sie war in meinem Mund süß wie Honig.
4Und er sagte zu mir: "Menschensohn, auf! Gehe hin zum Haus Israel und rede mit meinen Worten zu ihnen!
5- denn nicht zu einem Volk von unverständlicher2 Lippe und schwerer Zunge bist du gesandt, [sondern] zum Haus Israel,
6nicht zu vielen Völkerscharen unverständlicher Lippe und schwerer Zunge, deren Worte du nicht verstehst. Würde ich dich zu diesen senden, sie würden auf dich hören.
7Aber das Haus Israel, sie werden nicht gewillt sein, auf dich zu hören, denn sie sind nicht gewillt, auf mich zu hören; denn das ganze Haus Israel - sie haben eine verhärtete Stirn und ein hartes Herz!
8Siehe! Ich mache dein Angesicht hart, entsprechend ihrem Angesicht, und deine Stirn hart, entsprechend ihrer Stirn.
9Wie einen Diamanten, härter als einen Kieselstein, mache ich deine Stirn. Fürchte sie nicht und lass dich vor ihrem Angesicht nicht in Schrecken setzen3, denn ein Haus der Widerspenstigkeit sind sie."
10Und er sagte zu mir: "Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir reden werde, nimm in dein Herz auf und höre [sie] mit deinen Ohren.
11Und gehe hin, begib dich zu den Weggeführten4, zu den Söhnen deines Volkes, und rede zu ihnen und sage zu ihnen: 'So sagt der Herr, Jahweh!' Sie mögen hören oder es lassen."
12Und der Geist hob mich empor. Und ich hörte hinter mir den Schall eines großen Erschütterns: "Gelobt sei die Herrlichkeit Jahwehs!" - von seiner Stätte her,
13und das Rauschen5 der Flügel der lebenden Wesen, die einander6 berührten, und das Geräusch der Räder neben ihnen und den Schall eines großen Erschütterns.
14Und der Geist hob mich empor und nahm mich fort. Und ich ging dahin, erbittert in der <grimmigen> Glut meines Geistes. Und die Hand Jahwehs [kam] stark auf mich7.
15Und ich kam nach Tel-Abib zu den Weggeführten, die am Fluss Kebar wohnten8. Und ich blieb dort, wo sie wohnten. Und ich saß dort sieben Tage betäubt9 in ihrer Mitte.
16Und es geschah am Ende von sieben Tagen, da geschah das Wort Jahwehs zu mir. Er sagte:
17"Menschensohn, ich habe dich für das Haus Israel zum Wächter gegeben: Und du hörst [das] Wort aus meinem Mund. Und du sollst sie von meinetwegen verwarnen!
18Wenn ich zu dem Ehrfurchtslosen sage: 'Du musst gewisslich sterben!', und du warnst ihn nicht und redest nicht, um den Ehrfurchtslosen vor seinem ehrfurchtslosen Weg zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, wird er, der Ehrfurchtslose, seiner Schuld wegen sterben. Aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.
19Aber wenn du den Ehrfurchtslosen warnst, und er kehrt nicht um von seiner Ehrfurchtslosigkeit und von seinem ehrfurchtslosen Weg, wird er seiner Schuld wegen sterben, du aber hast deine Seele10 gerettet.
20Und wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und ich einen Anstoß [zum Stolpern und Fallen] vor ihn lege, wird er sterben. Wenn du ihn nicht warnst, wird er seiner Sünde wegen sterben; und seiner gerechten Taten, die er getan hat, wird man nicht gedenken. Aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.
21Du aber, wenn du ihn, den Gerechten, warnst, dass der Gerechte nicht sündige, und er nicht sündigt, wird er gewisslich leben, weil er sich hat warnen lassen. Du aber hast deine Seele gerettet."
22Und es kam dort die Hand Jahwehs über mich. Und er sagte zu mir: "Auf, gehe hinaus in die Talebene. Und dort will ich mit dir reden!"
23Und ich machte mich auf und ging hinaus in die Talebene. Und - siehe! - dort stand die Herrlichkeit Jahwehs, wie die Herrlichkeit, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte. Und ich fiel nieder auf mein Angesicht.
24Und es kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Füße. Und er redete mit mir. Und er sagte zu mir: "Gehe, schließ dich in deinem Haus ein.
25Und du, Menschensohn, - siehe! - man wird dir Stricke anlegen und dich damit binden, dass du nicht hinausgehen kannst mitten unter sie.
26Und ich werde deine Zunge an deinem Gaumen kleben lassen. Stumm wirst du sein; und du wirst ihnen nicht mehr ein Zurechtweiser sein; denn ein Haus der Widerspenstigkeit sind sie.
27Sobald ich aber mit dir rede11, werde ich deinen Mund öffnen. Und du sagst dann zu ihnen: 'So sagt der Herr, Jahweh!' Wer hören will, der höre, und wer es lässt, der lasse es; denn ein Haus der Widerspenstigkeit sind sie."
2Und ich öffnete meinen Mund. Und er gab mir diese Schriftrolle zu essen.
3Und er sagte zu mir: "Menschensohn, gib deinem Bauch zu essen und fülle dein Inneres1 mit dieser Schriftrolle, die ich dir gebe." Und ich aß sie; und sie war in meinem Mund süß wie Honig.
4Und er sagte zu mir: "Menschensohn, auf! Gehe hin zum Haus Israel und rede mit meinen Worten zu ihnen!
5- denn nicht zu einem Volk von unverständlicher2 Lippe und schwerer Zunge bist du gesandt, [sondern] zum Haus Israel,
6nicht zu vielen Völkerscharen unverständlicher Lippe und schwerer Zunge, deren Worte du nicht verstehst. Würde ich dich zu diesen senden, sie würden auf dich hören.
7Aber das Haus Israel, sie werden nicht gewillt sein, auf dich zu hören, denn sie sind nicht gewillt, auf mich zu hören; denn das ganze Haus Israel - sie haben eine verhärtete Stirn und ein hartes Herz!
8Siehe! Ich mache dein Angesicht hart, entsprechend ihrem Angesicht, und deine Stirn hart, entsprechend ihrer Stirn.
9Wie einen Diamanten, härter als einen Kieselstein, mache ich deine Stirn. Fürchte sie nicht und lass dich vor ihrem Angesicht nicht in Schrecken setzen3, denn ein Haus der Widerspenstigkeit sind sie."
10Und er sagte zu mir: "Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir reden werde, nimm in dein Herz auf und höre [sie] mit deinen Ohren.
11Und gehe hin, begib dich zu den Weggeführten4, zu den Söhnen deines Volkes, und rede zu ihnen und sage zu ihnen: 'So sagt der Herr, Jahweh!' Sie mögen hören oder es lassen."
12Und der Geist hob mich empor. Und ich hörte hinter mir den Schall eines großen Erschütterns: "Gelobt sei die Herrlichkeit Jahwehs!" - von seiner Stätte her,
13und das Rauschen5 der Flügel der lebenden Wesen, die einander6 berührten, und das Geräusch der Räder neben ihnen und den Schall eines großen Erschütterns.
14Und der Geist hob mich empor und nahm mich fort. Und ich ging dahin, erbittert in der <grimmigen> Glut meines Geistes. Und die Hand Jahwehs [kam] stark auf mich7.
15Und ich kam nach Tel-Abib zu den Weggeführten, die am Fluss Kebar wohnten8. Und ich blieb dort, wo sie wohnten. Und ich saß dort sieben Tage betäubt9 in ihrer Mitte.
16Und es geschah am Ende von sieben Tagen, da geschah das Wort Jahwehs zu mir. Er sagte:
17"Menschensohn, ich habe dich für das Haus Israel zum Wächter gegeben: Und du hörst [das] Wort aus meinem Mund. Und du sollst sie von meinetwegen verwarnen!
18Wenn ich zu dem Ehrfurchtslosen sage: 'Du musst gewisslich sterben!', und du warnst ihn nicht und redest nicht, um den Ehrfurchtslosen vor seinem ehrfurchtslosen Weg zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, wird er, der Ehrfurchtslose, seiner Schuld wegen sterben. Aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.
19Aber wenn du den Ehrfurchtslosen warnst, und er kehrt nicht um von seiner Ehrfurchtslosigkeit und von seinem ehrfurchtslosen Weg, wird er seiner Schuld wegen sterben, du aber hast deine Seele10 gerettet.
20Und wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und ich einen Anstoß [zum Stolpern und Fallen] vor ihn lege, wird er sterben. Wenn du ihn nicht warnst, wird er seiner Sünde wegen sterben; und seiner gerechten Taten, die er getan hat, wird man nicht gedenken. Aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.
21Du aber, wenn du ihn, den Gerechten, warnst, dass der Gerechte nicht sündige, und er nicht sündigt, wird er gewisslich leben, weil er sich hat warnen lassen. Du aber hast deine Seele gerettet."
22Und es kam dort die Hand Jahwehs über mich. Und er sagte zu mir: "Auf, gehe hinaus in die Talebene. Und dort will ich mit dir reden!"
23Und ich machte mich auf und ging hinaus in die Talebene. Und - siehe! - dort stand die Herrlichkeit Jahwehs, wie die Herrlichkeit, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte. Und ich fiel nieder auf mein Angesicht.
24Und es kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Füße. Und er redete mit mir. Und er sagte zu mir: "Gehe, schließ dich in deinem Haus ein.
25Und du, Menschensohn, - siehe! - man wird dir Stricke anlegen und dich damit binden, dass du nicht hinausgehen kannst mitten unter sie.
26Und ich werde deine Zunge an deinem Gaumen kleben lassen. Stumm wirst du sein; und du wirst ihnen nicht mehr ein Zurechtweiser sein; denn ein Haus der Widerspenstigkeit sind sie.
27Sobald ich aber mit dir rede11, werde ich deinen Mund öffnen. Und du sagst dann zu ihnen: 'So sagt der Herr, Jahweh!' Wer hören will, der höre, und wer es lässt, der lasse es; denn ein Haus der Widerspenstigkeit sind sie."
Fußnoten
- 1 eigtl.: deine Eingeweide; i. S. v.: deinen Leib
- 2 w.: tiefliegender
- 3 und verliere nicht den Mut
- 4 w.: zur Wegführung; so a. i. Folg.
- 5 Grundbed. für "Rauschen", "Geräusch" und "Schall": Stimme
- 6 w.: jeder sein Geschwisterteil
- 7 o.: lag fest auf mir; o.: war schwer auf mir.
- 8 o.: saßen; so a. i. Folg.
- 9 o.: starr und entsetzt
- 10 d. h.: dein Leben; so a. i. Folg.
- 11 eigtl.: Bei meinem Reden mit dir