Altes Testament
1. Mose Kapitel 18
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Und Jahweh erschien ihm bei den Terebinthen1 Mamres, als er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes saß.
2Und er erhob seine Augen und sah, und - siehe! - da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen von dem Eingang des Zeltes entgegen und warf sich huldigend zur Erde nieder.
3Er sagte: "Mein Herr, wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so gehe bitte nicht an deinem Knecht vorüber!
4Man nehme doch ein wenig Wasser; und wascht eure Füße; und lagert2 euch unter dem Baum.
5Ich will einen Bissen Brot holen. Stärkt3 euer Herz! Danach mögt ihr weitergehen; denn eben darum seid ihr ja bei eurem leibeigenen Knecht vorbeigekommen." Und sie sagten: "Tue so, wie du gesagt hast."
6Und Abraham eilte ins Zelt zu Sara und sagte: "Nimm schnell drei Maß Mehl, Weizengrieß! Knete und mache Brotfladen!"
7Und Abraham lief zu den Rindern und nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Burschen. Und der beeilte sich, es zuzubereiten.
8Und er holte Dickmilch4 und Milch und das Kalb5, das er gemacht hatte, und setzte es ihnen vor. Und er stand vor ihnen unter dem Baum und sie aßen.
9Und sie sagten zu ihm: "Wo ist Sara, deine Frau?" Er sagte: "Siehe! - im Zelt."
10Und er sagte: "Wahrlich: Übers Jahr werde ich wieder zu dir kommen, und - siehe! - Sara, deine Frau, wird einen Sohn haben." Und Sara horchte am Eingang des Zeltes, der hinter ihm war.
11Abraham und Sara waren alt, hochbetagt6. Es erging Sara nicht mehr nach der Frauen Weise.7
12Und Sara lachte in ihrem Innern und sagte: "Nachdem ich verbraucht8 bin, sollte ich Liebeslust haben? Und mein Herr ist alt!"
13Und Jahweh sagte zu Abraham: "Warum lacht Sara und sagt: 'Sollte ich wirklich noch gebären, da ich doch alt bin?'
14Ist für Jahweh irgendetwas unmöglich9? Zur bestimmten Zeit übers Jahr10 werde ich wieder zu dir kommen, und Sara wird einen Sohn haben!"
15Sara aber leugnete und sagte: "Ich habe nicht gelacht", denn sie fürchtete sich. Er aber sagte: "Nicht doch! Du hast gelacht."
16Und die Männer brachen von dort auf. Und sie blickten hinab, über die Fläche von Sodom hin. Und Abraham ging mit ihnen, ihnen das Geleit zu geben.
17Und Jahweh sagte: "Soll ich Abraham verbergen, was ich im Begriff bin zu tun?
18Wird doch Abraham gewisslich zu einem großen und mächtigen Volk* werden! Und durch ihn werden alle Völker der Erde gesegnet werden!,
19denn ich habe ihn erkannt11, damit er seinen Söhnen und seinem Haus nach ihm gebiete, sie sollen den Weg Jahwehs wahren, Gerechtigkeit und Recht zu tun, damit Jahweh auf Abraham kommen lasse, was er in Bezug auf ihn gesagt hat."
20Und Jahweh sagte: "Das Geschrei von Sodom und Gomorra, fürwahr, es ist groß, und ihre Sünde, fürwahr, sie ist sehr schwer.
21Ich will hinabgehen und sehen! Haben sie gemäß ihrem Geschrei, das vor mich gekommen ist, gänzlich getan? Und wenn nicht - ich will es wissen12."
22Und die Männer wandten sich von dort und gingen nach Sodom. Und Abraham blieb noch vor dem Angesicht Jahwehs stehen.13
23Und Abraham nahte sich und sagte: "Willst du wirklich den Gerechten mit dem Ehrfurchtslosen wegraffen?
24Vielleicht sind fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt. Willst du sie wirklich wegraffen und dem Ort nicht vergeben wegen der fünfzig Gerechten, die darin sind?
25Ferne sei es von dir14, solches zu tun, den Gerechten mit dem Ehrfurchtslosen zu töten, sodass der Gerechte sei wie der Ehrfurchtslose. Ferne sei es von dir! Wird nicht der Richter der ganzen Erde Recht üben15?"
26Und Jahweh sagte: "Wenn ich in Sodom, innerhalb der Stadt, fünfzig Gerechte finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben."
27Und Abraham antwortete und sagte: "Siehe nun: Ich habe mich vorgewagt16, zu meinem Herrn17 zu reden, ich, der ich Staub und Körnchen18 bin.
28Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Willst du wegen der fünf die ganze Stadt verderben?" Und er sagte: "Ich werde nicht verderben, wenn ich fünfundvierzig dort finde."
29Und er fuhr noch fort, zu ihm zu reden und sagte: "Vielleicht werden vierzig dort gefunden werden." Und er sagte: "Ich werde es nicht tun - der vierzig wegen."
30Und er sagte: "Mein Herr möge bitte nicht zürnen19, und ich will reden. Vielleicht werden dreißig dort gefunden." Und er sagte: "Ich werde es nicht tun, wenn ich dreißig dort finde."
31Und er sagte: "Siehe nun: Ich habe mich vorgewagt, zu meinem Herrn zu reden. Vielleicht werden dort zwanzig gefunden." Und er sagte: "Ich werde nicht verderben wegen der zwanzig."
32Und er sagte: "Mein Herr möge bitte nicht zürnen, und ich werde nur noch dieses eine Mal reden. Vielleicht werden zehn dort gefunden." Und er sagte: "Ich werde nicht verderben wegen der zehn."
33Und Jahweh ging weg, als er mit Abraham ausgeredet hatte. Und Abraham kehrte an seinen Ort zurück.
2Und er erhob seine Augen und sah, und - siehe! - da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen von dem Eingang des Zeltes entgegen und warf sich huldigend zur Erde nieder.
3Er sagte: "Mein Herr, wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so gehe bitte nicht an deinem Knecht vorüber!
4Man nehme doch ein wenig Wasser; und wascht eure Füße; und lagert2 euch unter dem Baum.
5Ich will einen Bissen Brot holen. Stärkt3 euer Herz! Danach mögt ihr weitergehen; denn eben darum seid ihr ja bei eurem leibeigenen Knecht vorbeigekommen." Und sie sagten: "Tue so, wie du gesagt hast."
6Und Abraham eilte ins Zelt zu Sara und sagte: "Nimm schnell drei Maß Mehl, Weizengrieß! Knete und mache Brotfladen!"
7Und Abraham lief zu den Rindern und nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Burschen. Und der beeilte sich, es zuzubereiten.
8Und er holte Dickmilch4 und Milch und das Kalb5, das er gemacht hatte, und setzte es ihnen vor. Und er stand vor ihnen unter dem Baum und sie aßen.
9Und sie sagten zu ihm: "Wo ist Sara, deine Frau?" Er sagte: "Siehe! - im Zelt."
10Und er sagte: "Wahrlich: Übers Jahr werde ich wieder zu dir kommen, und - siehe! - Sara, deine Frau, wird einen Sohn haben." Und Sara horchte am Eingang des Zeltes, der hinter ihm war.
11Abraham und Sara waren alt, hochbetagt6. Es erging Sara nicht mehr nach der Frauen Weise.7
12Und Sara lachte in ihrem Innern und sagte: "Nachdem ich verbraucht8 bin, sollte ich Liebeslust haben? Und mein Herr ist alt!"
13Und Jahweh sagte zu Abraham: "Warum lacht Sara und sagt: 'Sollte ich wirklich noch gebären, da ich doch alt bin?'
14Ist für Jahweh irgendetwas unmöglich9? Zur bestimmten Zeit übers Jahr10 werde ich wieder zu dir kommen, und Sara wird einen Sohn haben!"
15Sara aber leugnete und sagte: "Ich habe nicht gelacht", denn sie fürchtete sich. Er aber sagte: "Nicht doch! Du hast gelacht."
16Und die Männer brachen von dort auf. Und sie blickten hinab, über die Fläche von Sodom hin. Und Abraham ging mit ihnen, ihnen das Geleit zu geben.
17Und Jahweh sagte: "Soll ich Abraham verbergen, was ich im Begriff bin zu tun?
18Wird doch Abraham gewisslich zu einem großen und mächtigen Volk* werden! Und durch ihn werden alle Völker der Erde gesegnet werden!,
19denn ich habe ihn erkannt11, damit er seinen Söhnen und seinem Haus nach ihm gebiete, sie sollen den Weg Jahwehs wahren, Gerechtigkeit und Recht zu tun, damit Jahweh auf Abraham kommen lasse, was er in Bezug auf ihn gesagt hat."
20Und Jahweh sagte: "Das Geschrei von Sodom und Gomorra, fürwahr, es ist groß, und ihre Sünde, fürwahr, sie ist sehr schwer.
21Ich will hinabgehen und sehen! Haben sie gemäß ihrem Geschrei, das vor mich gekommen ist, gänzlich getan? Und wenn nicht - ich will es wissen12."
22Und die Männer wandten sich von dort und gingen nach Sodom. Und Abraham blieb noch vor dem Angesicht Jahwehs stehen.13
23Und Abraham nahte sich und sagte: "Willst du wirklich den Gerechten mit dem Ehrfurchtslosen wegraffen?
24Vielleicht sind fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt. Willst du sie wirklich wegraffen und dem Ort nicht vergeben wegen der fünfzig Gerechten, die darin sind?
25Ferne sei es von dir14, solches zu tun, den Gerechten mit dem Ehrfurchtslosen zu töten, sodass der Gerechte sei wie der Ehrfurchtslose. Ferne sei es von dir! Wird nicht der Richter der ganzen Erde Recht üben15?"
26Und Jahweh sagte: "Wenn ich in Sodom, innerhalb der Stadt, fünfzig Gerechte finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben."
27Und Abraham antwortete und sagte: "Siehe nun: Ich habe mich vorgewagt16, zu meinem Herrn17 zu reden, ich, der ich Staub und Körnchen18 bin.
28Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Willst du wegen der fünf die ganze Stadt verderben?" Und er sagte: "Ich werde nicht verderben, wenn ich fünfundvierzig dort finde."
29Und er fuhr noch fort, zu ihm zu reden und sagte: "Vielleicht werden vierzig dort gefunden werden." Und er sagte: "Ich werde es nicht tun - der vierzig wegen."
30Und er sagte: "Mein Herr möge bitte nicht zürnen19, und ich will reden. Vielleicht werden dreißig dort gefunden." Und er sagte: "Ich werde es nicht tun, wenn ich dreißig dort finde."
31Und er sagte: "Siehe nun: Ich habe mich vorgewagt, zu meinem Herrn zu reden. Vielleicht werden dort zwanzig gefunden." Und er sagte: "Ich werde nicht verderben wegen der zwanzig."
32Und er sagte: "Mein Herr möge bitte nicht zürnen, und ich werde nur noch dieses eine Mal reden. Vielleicht werden zehn dort gefunden." Und er sagte: "Ich werde nicht verderben wegen der zehn."
33Und Jahweh ging weg, als er mit Abraham ausgeredet hatte. Und Abraham kehrte an seinen Ort zurück.
Fußnoten
- 1 d. i.: Steineichen
- 2 eigtl.: stützt; das Wort bed. "sich mit aufgestützten Armen hinlegen bzw. -lehnen".
- 3 und erfrischt
- 4 o.: Buttermilch
- 5 eigtl.: das Junge des Großviehs (Stieres)
- 6 eigtl.: kamen in die Tage; waren in die Tage gekommen.
- 7 w.: Es hatte der Sara aufgehört, nach der Frauen Weise zu ergehen.
- 8 o.: verfallen
- 9 o.: zu schwer
- 10 eigtl.: Zur bestimmten Frist um die [Jahres]zeit, wenn sie wiederauflebt.
- 11 "jem. erkennen" wird a. i. S. v. "eine Beziehung mit jem. eingehen", "sich jem. ersehen"; "sich um jem. kümmern"; "auf jem. Rücksicht nehmen" verwendet.
- 12 o.: erkennen; erfahren
- 13 so der Mas. Text; n. Anm. von alten Abschreibern soll der urspr. Text gelautet haben: "Und Jahweh blieb noch vor Abraham stehen."
- 14 w.: Etwas Entweihtes [sei es] dir; so a. i. Folg.
- 15 o.: gerechtes Gericht üben
- 16 o.: erdreistet
- 17 o.: Gebieter (heb. Adonai)
- 18 o.: Asche; das heb. Wort bezieht sich auf staubähnliches Material.
- 19 o.: nicht entbrannt sein; so a. V. 32.