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Altes Testament

1. Mose Kapitel 19

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und die beiden Boten1 kamen am Abend nach Sodom. Und Lot saß <gerade> im Tor Sodoms. Und Lot sah [sie] und stand auf, ihnen zu begegnen. Und er warf sich huldigend nieder, mit dem Gesicht2 zur Erde.
2Und er sagte: "Ach - siehe! - meine Herren, kehrt bitte ein in das Haus eures Knechtes und übernachtet und wascht eure Füße. Und frühmorgens mögt ihr euch aufmachen und eures Weges gehen." Aber sie sagten: "Nein, sondern wir wollen auf dem Platz übernachten."
3Er drang aber sehr in sie. Und sie kehrten bei ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und backte ungesäuertes [Brot]. Und sie aßen.
4Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die3 Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, alles Volk vom Ende [der Stadt] her.
5Und sie riefen Lot und sagten zu ihm: "Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Führe sie zu uns heraus! Wir wollen sie erkennen4!"
6Und Lot trat zu ihnen hinaus an den Eingang und schloss die Tür hinter sich zu.
7Und er sagte: "Handelt nicht böse, meine Brüder!
8Ach - siehe! - ich habe zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben. Die will ich zu euch hinausbringen, dass ihr ihnen tut, wie es gut ist in euren Augen. Nur tut diesen Männern nichts, denn eben darum sind sie ja unter den Schatten meines Daches gekommen!"
9Aber sie sagten: "Zurück da!" Und sie sagten: "Der eine da ist gekommen, <als Fremder> hier zu weilen, und will richten, ja, richten! Schlimmeres noch als jenen wollen wir jetzt dir antun." Und sie drangen hart ein auf den Mann, auf Lot, und traten heran, die Tür aufzubrechen.
10Da streckten die Männer ihre Hand aus und brachten Lot zu sich herein ins Haus und verschlossen die Tür.
11Und die Männer, die am Eingang des Hauses waren, schlugen sie mit Blindheit, von Klein bis Groß, sodass sie müde wurden, den Eingang zu finden.
12Und die Männer sagten zu Lot: "Hast du noch jemanden hier, einen Schwiegersohn und deine Söhne und deine Töchter und alle in der Stadt, die dein sind? Führe [sie] aus diesem Ort hinaus,
13denn wir werden diesen Ort verderben; denn ihr Geschrei5 ist groß geworden vor Jahweh! Und Jahweh hat uns gesandt, die [Stadt]6 zu verderben."
14Und Lot ging hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter genommen hatten,7 und sagte: "Macht euch auf, geht aus diesem Ort, denn Jahweh ist im Begriff, die Stadt zu verderben!" Aber in den Augen seiner Schwiegersöhne war er wie einer, der Scherz treibt.
15Und sobald das erste Morgenlicht aufging, drangen die Boten in Lot und sagten: "Mache dich auf, nimm deine Frau und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, damit du nicht weggerafft werdest in der [Strafe für die] Verschuldung8 der Stadt!"
16Als er aber zögerte, ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner beiden Töchter, weil Jahweh sich seiner erbarmte, und führten ihn hinaus. Und sie ließen ihn9 außerhalb der Stadt.
17Und es geschah, als sie sie nach draußen10 hinausgeführt hatten, da sagte er: "Rette dich, [es geht] um deine Seele11! Sieh nicht hinter dich! Und bleib im ganzen [Jordan]kreis nicht stehen! Rette dich ins Bergland, damit du nicht weggerafft werdest!"
18Und Lot sagte zu ihnen: "Ach nein, mein Herr!
19Ach - siehe! - dein Knecht hat Gnade gefunden in deinen Augen, und du hast deine Güte12 groß gemacht, die du an mir erwiesen hast, meine Seele am Leben zu erhalten. Aber ich vermag mich nicht auf das Bergland zu retten. Es würde mich sonst das Unheil erreichen, und ich würde sterben.
20Ach - siehe! - diese Stadt da ist nahe, dahin zu fliehen. Und sie ist klein. Könnte ich mich bitte dahin retten (Ist sie nicht klein13?), damit meine Seele am Leben bleibe."
21Und er sagte zu ihm: "Siehe! Auch in dieser Sache habe ich dein Angesicht erhoben, dass ich die Stadt, von der du gesprochen hast, nicht umkehre.
22Eile! Rette dich dorthin, denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen bist!" Daher nennt man den Namen der Stadt Zoar14.
23Die Sonne ging auf über der Erde, als Lot nach Zoar kam.
24Aber auf Sodom und auf Gomorra ließ Jahweh Schwefel und Feuer regnen, von Jahweh15, von den Himmeln [herab],
25und er kehrte diese Städte um - und den ganzen [Jordan]kreis und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens.
26Aber seine Frau, hinter ihm, blickte zurück16. Und sie wurde zu einer Salzsäule.
27Und Abraham machte sich früh am Morgen auf an den Ort, wo er dem Angesicht Jahwehs gegenübergestanden hatte.
28Und er blickte hinaus auf die Fläche von Sodom und Gomorra und auf die ganze Fläche des Landes des [Jordan]kreises. Und er sah, und - siehe! - ein Rauch stieg auf von der Erde, wie der Rauch eines Schmelzofens!
29Und es geschah, als Gott die Städte des [Jordan]kreises verderbte: Gott gedachte Abrahams und geleitete Lot mitten aus der Umstürzung, als er die Städte umstürzte, in denen Lot gewohnt hatte.
30Lot aber zog von Zoar hinauf und wohnte im Bergland - und seine beiden Töchter [zogen] mit ihm -, denn er fürchtete sich, in Zoar zu wohnen. Und er wohnte17 in einer Höhle, er und seine beiden Töchter.
31Und die Erstgeborene sagte zur Jüngeren: "Unser Vater ist alt, und auf der Erde ist kein Mann, um zu uns einzugehen nach der Weise aller Welt.
32Komm, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und bei ihm liegen, dass wir von unserem Vater Samen18 am Leben erhalten."
33Und sie tränkten ihren Vater in jener Nacht mit Wein. Und die Erstgeborene ging hinein und lag bei ihrem Vater. Und er merkte nichts, weder bei ihrem Niederlegen noch bei ihrem Aufstehen.
34Und es geschah am Morgen, da sagte die Erstgeborene zur Jüngeren: "Siehe! Ich habe gestern Nacht bei meinem Vater gelegen. Wir wollen ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben! Und geh hinein, liege bei ihm, damit wir von unserem Vater Samen am Leben erhalten!"
35Und sie tränkten ihren Vater auch in jener Nacht mit Wein. Und die Jüngere stand auf und lag bei ihm. Und er merkte nichts, weder bei ihrem Niederlegen noch bei ihrem Aufstehen.
36Und die beiden Töchter Lots wurden schwanger von ihrem Vater.
37Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Moab19. Dieser ist der Vater der Moabiter20, bis zu diesem Tag.
38Und die Jüngere, auch sie gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Ben-Ammi21. Dieser ist der Vater der Söhne Ammons, bis zu diesem Tag.

Fußnoten

  1. 1 d. i.: die beiden himmlischen Boten
  2. 2 Grundbed.: Nase; Nasenlöcher
  3. 3 evtl. i. S. v.: allerlei; V. 12
  4. 4 d. i.: unzüchtig mit ihnen verkehren; vgl. 1Mo 4,1; Ri 19,22.
  5. 5 d. h.: das Klagegeschrei über sie (die Bewohner)
  6. 6 eigtl.: sie
  7. 7 o.: die im Begriff waren (o.: die Absicht hatten), seine Töchter zu nehmen; w.: den Nehmenden seiner Töchter (Verlobte galten als Verheiratete, obwohl sie noch nicht zusammen waren).
  8. 8 Das heb. Wort kann die "Strafe" mit einschließen.
  9. 9 o.: ließen ihn los
  10. 10 o.: ins Freie; ins offene Land
  11. 11 i. S. v.: dein Leben
  12. 12 S. Begriffsverz. im Ergänzungsband.
  13. 13 w.: eine Wenigkeit; eine geringe Anzahl
  14. 14 bed.: klein, gering; Kleinigkeit; der frühere Name war Bela; 1Mo 14,2.8.
  15. 15 "Jahweh ließ regnen ... von Jahweh" ist eine im Heb. übliche Ausdrucksweise für "Jahweh ließ regnen ... von sich"; vgl. 1Kön 8,1: "Salomo versammelte ... zum König Salomo".
  16. 16 o.: hatte zurückgeblickt.
  17. 17 o.: saß; o.: blieb
  18. 18 i. S. v.: Nachkommen; so a. i. Folg.
  19. 19 bed.: vom Vater
  20. 20 w.: der Vater Moabs
  21. 21 bed.: Sohn meines Volkes; o.: Sohn meines Verwandten