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Altes Testament

1. Mose Kapitel 43

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und der Hunger war schwer in dem Land.
2Und es geschah, als sie das Getreide aufgezehrt hatten, das sie aus Ägypten gebracht hatten, da sagte ihr Vater zu ihnen: "Zieht wieder hin! Kauft uns ein wenig Nahrungsmittel."
3Und Juda sagte zu ihm: "Der Mann hat uns nachdrücklich gewarnt und gesagt: 'Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, euer Bruder ist bei euch.'
4Wenn du unseren Bruder mit uns sendest, wollen wir hinabziehen und dir Nahrungsmittel kaufen.
5Wenn du ihn aber nicht sendest, ziehen wir nicht hinab, denn der Mann sagte zu uns: 'Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, euer Bruder ist bei euch.'"
6Und Israel sagte: "Warum habt ihr mir das Leid angetan, dem Mann mitzuteilen, dass ihr noch einen Bruder habt?"
7Und sie sagten: "Der Mann erkundigte sich genau nach uns und unserer Verwandtschaft: 'Lebt euer Vater noch?', sagte er. 'Habt ihr [noch] einen Bruder?' Und auf den Befehl1 dieser Worte hin teilten wir es ihm mit. Konnten wir denn wissen, dass er sagen würde: 'Bringt euren Bruder herab'?"
8Und Juda sagte zu Israel, seinem Vater: "Schicke den Knaben mit mir, so machen wir uns auf und gehen, damit wir leben und nicht sterben, sowohl wir als du als auch unsere kleinen Kinder.
9Ich selbst werde Bürge für ihn sein! Von meiner Hand sollst du ihn fordern. Bringe ich ihn dir nicht zurück, stelle ich ihn nicht vor dein Angesicht, so will ich alle Tage gegen dich gesündigt haben2!,
10denn hätten wir nicht gezögert, wären wir gewiss jetzt schon zweimal zurückgekehrt."
11Da sagte Israel, ihr Vater, zu ihnen: "Wenn es denn so ist, so tut dieses: Nehmt vom Besten des Landes in eure Gefäße und bringt dem Mann ein Geschenk hinab: ein wenig Balsam und ein wenig Traubenhonig, Tragakant3 und Ladanum4, Pistazien und Mandeln.
12Und nehmt doppeltes Geld in eure Hand und bringt das Geld, das euch oben in eure Säcke zurückgegeben worden ist, in eurer Hand zurück. Vielleicht war es ein Irrtum.
13Und nehmt euren Bruder und macht euch auf, kehrt zu dem Mann zurück.
14Und Gott, der Allmächtige5, gebe euch Erbarmen vor dem Mann, dass er euch euren anderen Bruder und Benjamin freilasse. - Und ich, wenn ich der Kinder beraubt bin, so bin ich der Kinder beraubt!"
15Da nahmen die Männer dieses Geschenk und nahmen doppeltes Geld in ihre Hand und Benjamin und machten sich auf und zogen nach Ägypten hinab. Und sie traten vor Josef.
16Und Josef sah Benjamin bei ihnen. Und er sagte zu dem, der über sein Haus war: "Führe die Männer ins Haus und schlachte Schlachtvieh und richte zu, denn die Männer sollen mit mir zu Mittag essen."
17Und der Mann tat, wie Josef gesagt hatte. Und der Mann führte die Männer in Josefs Haus.
18Da fürchteten sich die Männer, weil sie in Josefs Haus geführt wurden. Und sie sagten: "Wegen des Geldes, das im Anfang wieder in unsere Säcke gekommen ist, werden wir hineingebracht! Man wird auf uns stürzen und über uns herfallen und uns zu leibeigenen Knechten nehmen, samt unseren Eseln."
19Und sie näherten sich dem Mann, der über Josefs Haus war, und redeten zu ihm am Eingang des Hauses.
20"Bitte, mein Herr!", sagten sie, "Wir sind am Anfang herabgezogen, Nahrungsmittel zu kaufen.
21Und es geschah, als wir in die Herberge kamen und unsere Säcke öffneten - siehe! -, da war das Geld eines jeden oben in seinem Sack, unser Geld nach seinem Gewicht. Und wir haben es in unserer Hand zurückgebracht.
22Und anderes Geld haben wir in unserer Hand herabgebracht, um Nahrungsmittel zu kaufen. Wir wissen nicht, wer unser Geld in unsere Säcke gelegt hat."
23Und er sagte: "Friede euch! Fürchtet euch nicht! Euer Gott und der Gott eures Vaters hat euch einen Schatz in eure Säcke gegeben. Euer Geld ist mir zugekommen." Und er führte Simeon zu ihnen heraus.
24Und der Mann führte die Männer in Josefs Haus und gab Wasser, und sie wuschen sich die Füße. Und er gab ihren Eseln Futter.
25Und sie bereiteten das Geschenk zu, bis Josef am Mittag käme; denn sie hatten gehört, dass sie dort essen sollten.
26Als Josef nach Hause kam, brachten sie ihm das Geschenk, das in ihrer Hand war, ins Haus und warfen sich vor ihm huldigend zur Erde nieder.
27Und er fragte nach ihrem Frieden6 und sagte: "Hat euer alter Vater, von dem ihr spracht, Frieden? Lebt er noch?"
28Und sie sagten: "Dein Knecht, unser Vater, hat Frieden. Er lebt noch." Und sie knieten sich hin und warfen sich huldigend nieder.
29Und er erhob seine Augen und sah seinen Bruder Benjamin, den Sohn seiner Mutter, und sagte: "Ist das euer kleinster Bruder, von dem ihr zu mir spracht?" Und er sagte: "Gott sei dir gnädig, mein Sohn!"
30Und Josef eilte <fort>, denn sein Inneres wurde erregt über seinen Bruder; und er suchte [einen Ort], um zu weinen. Und er ging in die Kammer und weinte dort.
31Und er wusch sein Angesicht und kam heraus. Und er bezwang sich und sagte: "Tragt Speise7 auf!"
32Und man trug für ihn gesondert auf und für sie gesondert und für die Ägypter, die mit ihm aßen, gesondert, denn die Ägypter dürfen nicht mit den Hebräern essen, denn das ist für Ägypter ein Gräuel.
33Und sie saßen vor ihm, der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt und der Jüngste nach seiner Jugend. Und die Männer sahen einander8 staunend an.
34Und er ließ ihnen von den Ehrengerichten, die vor seinem Angesicht [standen], auftragen. Und das Ehrengericht Benjamins war fünfmal größer als die Ehrengerichte von ihnen allen. Und sie tranken mit ihm und tranken sich fröhlich.

Fußnoten

  1. 1 w.: auf den Mund
  2. 2 und die Schuld tragen
  3. 3 D. i. eine pflanzliche Gummimasse, die u. a. zum Einbalsamieren verwendet wurde.
  4. 4 D. i. ein wohlriechendes Schleimharz der Zistenrose.
  5. 5 heb. El-schaddai; El bed.: Gott, der Starke; schaddai ist abgeleitet entweder von schadad ("gewaltig sein") oder von sche-dai ("der, welcher der Ausreichende [bzw. Genügende o. Reichliche] ist").
  6. 6 o.: Wohlergehen; so a. i. Folg.
  7. 7 Grundbed.: Brot
  8. 8 eigtl.: jeder seinen Gefährten