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Altes Testament

1. Mose Kapitel 49

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Jakob rief seine Söhne und sagte: "Versammelt euch, und ich will euch verkünden, was euch begegnen wird in der späteren [Zeit] der Tage1.
2Kommt zusammen und hört, ihr Söhne Jakobs, und hört auf Israel, euren Vater!
3Ruben, mein Erstgeborener bist du, meine Stärke und der Erstling meiner Kraft! Vorrang2 an Hoheit und Vorrang an Macht!
4Brodelnd3 wie die Wasser! Nicht sollst du Vorrang haben! Ja, das Lager deines Vaters hast du bestiegen. Da entweihtest du es. - Mein Bett hat er bestiegen!
5Simeon und Levi, [die] Brüder, Werkzeuge der Gewalttat sind ihre Waffen.
6Meine Seele komme nicht in ihren geheimen Rat, und meine Ehre4 vereinige sich nicht mit ihrer Versammlung, denn in ihrem Zorn erschlugen sie den Mann, und in ihrem Mutwillen lähmten sie den Stier.
7Verflucht sei ihr Zorn, weil er gewalttätig, und ihr Grimm, weil er grausam ist! Ich werde sie verteilen in Jakob, zerstreuen in Israel5.
8Dir, Juda, dir danken6 deine Brüder. Deine Hand ist deinen Feinden im Nacken, vor dir werfen sich huldigend nieder die Söhne deines Vaters.
9Ein junger Löwe ist Juda. Vom Raub, mein Sohn, stiegst du empor. Er kauert, er lagert sich wie ein Löwe und wie eine Löwin. Wer will ihn aufreizen?
10Nicht weichen wird das Zepter von Juda, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis Schilo7 kommt. Ihm gehört der Gehorsam der Volksscharen.
11Er bindet an den Weinstock sein Eselsfohlen, an die Edelrebe das Junge seiner Eselin. Er wäscht im Wein sein Kleid, im Blut der Trauben sein Gewand.
12Die Augen sind dunkel8 von Wein, die Zähne weiß von Milch9.
13Sebulon wohnt an der Küste der Meere, an der Küste der Schiffe wird er sein, seine Seite nach Sidon <gelehnt>.
14Issaschar ist ein knochiger Esel, sich lagernd zwischen den Hürden.
15Weil er sieht, dass die Ruhe gut und das Land lieblich ist, beugt er zum Tragen den Nacken10, wird zum fronpflichtigen Knecht.
16Dan schafft Recht seinem Volk wie [nur] einer der Stämme Israels.
17Dan wird eine Schlange am Weg, eine Otter am Pfad, beißt in die Fersen des Pferdes, dass rücklings fällt sein Reiter.
18Auf dein Heil11, Jahweh, harre ich!
19Gad, drängende Streifscharen bedrängen ihn. Er aber drängt ihnen nach auf der Ferse.
20Von Asser: Fett12 ist sein Brot. Ja, königliche Leckerbissen liefert er.
21Naftali ist eine losgelassene Hirschkuh, er, der schöne Worte gibt.
22Ein junger Fruchtbaum13 ist Josef, ein junger Fruchtbaum am Quell, seine Zweige14 ranken15 die Mauer empor.
23Es reizen ihn die Bogenschützen, schießen und feinden ihn an.
24Aber sein Bogen bleibt fest, gelenkig sind die Arme seiner Hände durch die Hände des Mächtigen16 Jakobs, von dort her, dem Hirten, dem Stein Israels,
25vom Starken deines Vaters - der helfe dir! - und mit dem [Beistand des] Allmächtigen - der segne dich mit Segnungen der Himmel droben, mit Segnungen der Tiefe, die unten liegt, mit Segnungen der Brüste und des Mutterleibes!
26Die Segnungen deines Vaters sind mächtig, über die Segnungen meiner Voreltern hinaus, bis zur Grenze17 der ewigen Hügel.18 Sie mögen kommen auf das Haupt Josefs, auf den Scheitel des Abgesonderten19 unter seinen Brüdern.
27Benjamin ist ein Wolf, der zerreißt. Am Morgen verzehrt er den Raub, und am Abend verteilt er die Beute."
28Alle diese sind die zwölf Stämme Israels. Und das ist es, was ihr Vater zu ihnen redete. Und er segnete sie; einen jeden entsprechend seinem Segen segnete er sie.
29Und er gebot ihnen und sagte zu ihnen: "Ich bin im Begriff, zu meinem Volk versammelt zu werden. Begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle, die auf dem Feld Efrons, des Hetiters, ist,
30in der Höhle, die auf dem Feld Machpela ist, gegenüber20 Mamre, im Land Kanaan, welches Feld Abraham kaufte von Efron, dem Hetiter, zum <erblichen> Grabgrundbesitz.
31Dort begruben sie Abraham und seine Frau Sara. Dort begruben sie Isaak und seine Frau Rebekka. Und dort begrub ich Lea.
32Das Feld - und die Höhle, die darin ist - ist Eigenbesitz, [abgekauft] von den Söhnen Hets."
33Und als Jakob geendet hatte, seinen Söhnen Befehl zu geben, zog er seine Füße zurück aufs Bett und verschied. Und er wurde versammelt zu seinen Volksgenossen21.

Fußnoten

  1. 1 o.: in fernen Tagen; in der Folgezeit
  2. 2 o.: hervorragend
  3. 3 und unstet
  4. 4 o.: meine Herrlichkeit; hier vmtl. i. S. v. "Seele" o. "Person" (als Abbild der göttlichen Herrlichkeit; kawood bed. "schwer; gewichtig; herrlich").
  5. 5 "Israel" - hier zum ersten Mal als Volk.
  6. 6 o.: Dich, Juda, dich loben
  7. 7 bed. wahrsch.: sein Besitzer, sein rechtmäßiger Eigentümer; o.: der, dem es (das Zepter) zusteht; n. d. gr. Üsg.: bis das, was für ihn aufbewahrt ist, kommt.
  8. 8 o.: glasig; n. d. gr. Üsg.: leuchtend; funkelnd
  9. 9 o.: ... sind dunkler als Wein und die Zähne weißer als Milch.
  10. 10 und seine Schulter
  11. 11 S. Begriffsverz. im Ergänzungsband.
  12. 12 o.: Üppig
  13. 13 w.: [Der] Sohn eines Fruchtbaumes
  14. 14 w.: die Töchter
  15. 15 o.: klettern
  16. 16 o.: Gewaltigen
  17. 17 o.: bis an die Köstlichkeit
  18. 18 n. d. gr. Üsg.: Die Segnungen deines Vaters und deiner Mutter übertreffen die Segnungen der uralten Berge und die Segnungen der ewigen Hügel
  19. 19 o.: Geweihten; o.: Fürsten; heb. nasir (4Mo 6,2)
  20. 20 o.: vor; o.: östlich von; so a. 1Mo 50,13.
  21. 21 eigtl.: Volksscharen