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Altes Testament

1. Mose Kapitel 34

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Dina, die Tochter Leas, die sie Jakob geboren hatte, ging aus, die Töchter des Landes zu sehen.
2Und Sichem, der Sohn Hamors, des Hewiters, des Fürsten des Landes, sah sie. Und er nahm sie und lag bei ihr und entehrte1 sie.
3Und seine Seele hing an Dina, der Tochter Jakobs. Und er liebte die junge Frau und redete zum Herzen der jungen Frau2.
4Und Sichem sagte zu Hamor, seinem Vater: "Nimm mir diese junge Frau zur Frau."
5Und Jakob hörte, dass er seine Tochter Dina entehrt hatte. Aber seine Söhne waren mit seinem Vieh auf dem Feld. Und Jakob schwieg, bis sie kamen.
6Und Hamor, der Vater Sichems, kam heraus zu Jakob, um mit ihm zu reden.
7Und die Söhne Jakobs kamen vom Feld. Als sie davon hörten, schmerzte es die Männer sehr3 und sie entbrannten sehr, weil er eine schändliche Torheit an Israel begangen hatte, bei der Tochter Jakobs zu liegen. Und so etwas sollte nicht getan werden.
8Und Hamor redete mit ihnen und sagte: "Mein Sohn Sichem - seine Seele hängt an eurer Tochter. Gebt sie ihm bitte zur Frau.
9Und verschwägert euch mit uns: Gebt uns eure Töchter und nehmt euch unsere Töchter.
10Und bleibt4 bei uns. Und das Land soll vor euch sein: Bleibt und verkehrt darin und macht euch darin ansässig."
11Und Sichem sagte zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: "Lasst mich Gnade finden in euren Augen! Und was ihr mir sagt, werde ich geben.
12Legt mir sehr viel als Heiratsgabe und Geschenk auf, und ich werde es geben, wie ihr mir sagt. Und gebt mir die junge Frau zur Frau."
13Und die Söhne Jakobs antworteten Sichem und seinem Vater Hamor mit Hinterlist - und sie redeten <so>, weil er ihre Schwester Dina unrein gemacht hatte -
14und sagten zu ihnen: "Wir können das nicht tun, unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben, denn das ist für uns eine Schande.
15Nur dann wollen wir euch einwilligen, wenn ihr wie wir werdet: dass sich alles Männliche bei euch beschneiden lässt.
16Dann werden wir euch unsere Töchter geben und eure Töchter uns nehmen und werden bei euch bleiben und zu einem Volk werden.
17Solltet ihr aber nicht auf uns hören, euch beschneiden zu lassen, so nehmen wir unsere Tochter und ziehen fort."
18Und ihre Worte waren gut in den Augen Hamors und Sichems, des Sohnes Hamors.
19Und der junge Mann zögerte nicht, dieses zu tun, denn er hatte Gefallen an der Tochter Jakobs; und er war der Angesehenste von allen im Hause seines Vaters.
20Und Hamor und Sichem, sein Sohn, kamen ins Tor ihrer Stadt und redeten zu den Männern ihrer Stadt und sagten:
21"Diese Männer, sie sind uns friedlich [gesinnt]. Mögen sie im Land bleiben5 und darin verkehren6! Und das Land - siehe! - nach beiden Seiten ausgedehnt [liegt es] vor ihnen. Wir wollen uns ihre Töchter zu Frauen nehmen und unsere Töchter ihnen geben.
22Doch die Männer willigen nur dann ein, bei uns zu bleiben, ein Volk [mit uns] zu werden, wenn sich bei uns alles Männliche beschneiden lässt, so wie sie beschnitten sind.
23Ihre Herden und ihr Besitz und ihr ganzes Vieh - werden sie nicht unser sein? Ja, lasst uns einwilligen, so werden sie bei uns bleiben."
24Da hörten alle, die durch das Tor seiner Stadt ausgingen, auf Hamor und auf Sichem, seinen Sohn. Und alles Männliche wurde beschnitten, alle, die durch das Tor seiner Stadt ausgingen.
25Und es geschah am dritten Tag, als sie in Schmerzen waren, da nahmen die zwei Söhne Jakobs, Simeon und Levi, die Brüder Dinas, jeder sein Schwert und kamen über die sorglose Stadt und töteten alles Männliche.
26Auch Hamor und seinen Sohn Sichem töteten sie mit der Schneide7 des Schwerts. Und sie nahmen Dina aus dem Haus Sichems und gingen hinaus.
27Die Söhne Jakobs kamen über die Durchbohrten und plünderten die Stadt, weil sie ihre Schwester unrein gemacht hatten.
28Ihr Kleinvieh und ihre Rinder und ihre Esel und was in der Stadt und was auf dem Feld war, nahmen sie.
29Und ihr ganzes Vermögen und alle ihre kleinen Kinder und ihre Frauen führten sie gefangen fort und machten sie zur Beute, samt allem, was in den Häusern war.
30Und Jakob sagte zu Simeon und zu Levi: "Ihr bringt mich in Trübsal dadurch, dass ihr mich stinkend8 macht bei den Bewohnern des Landes, bei den Kanaanitern und bei den Perisitern. Und ich bin ein Häuflein gezählter Männer. Und sie werden sich gegen mich versammeln und mich schlagen, und ich werde vernichtet, ich und mein Haus."
31Und sie sagten: "Sollte er an unserer Schwester wie an einer Hure handeln <dürfen>?"

Fußnoten

  1. 1 o.: schwächte; erniedrigte; demütigte
  2. 2 o.: des Mädchens (Sie war nicht älter als 15 Jahre.)
  3. 3 o.: waren die Männer sehr vergrämt
  4. 4 o.: wohnt; weilt
  5. 5 o.: wohnen; weilen; so a. i. Folg.
  6. 6 und Handel treiben
  7. 7 w.: mit dem Mund
  8. 8 und verhasst