Altes Testament
1. Mose Kapitel 32
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Und Laban stand früh am Morgen auf und küsste seine Söhne und seine Töchter und segnete sie. Und Laban ging und kehrte an seinen Ort zurück.
2Und Jakob ging seines Weges. Und es begegneten ihm Boten Gottes.
3Und Jakob sagte, als er sie sah: "Das ist das Heerlager Gottes." Und er gab jenem Ort den Namen Mahanajim1.
4Und Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau, in das Land Seïr, ins Gefilde Edoms.
5Und er gebot ihnen: "So sollt ihr zu meinem Herrn, zu Esau, sagen: 'So sagt dein Knecht Jakob: Bei Laban habe ich mich als Fremder aufgehalten und bin bis jetzt geblieben.
6Und ich habe Rinder und Esel, Kleinvieh und leibeigene Knechte und leibeigene Mägde erworben. Und ich sende hin, es meinem Herrn mitzuteilen, um Gnade zu finden in deinen Augen.'"
7Und die Boten kehrten zu Jakob zurück und sagten: "Wir sind zu deinem Bruder, zu Esau, gekommen, und auch zieht er dir entgegen, und vierhundert Mann <sind> mit ihm."
8Da fürchtete sich Jakob sehr, und es wurde ihm bange. Und er teilte das Volk, das bei ihm war, und das Kleinvieh und die Rinder und die Kamele in zwei Heerlager.
9Und er sagte: "Kommt Esau an das eine Heerlager und schlägt er es, wird das übrig gebliebene Heerlager entkommen können."
10Und Jakob sagte: "Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, Jahweh, der du zu mir gesagt hast: 'Kehre zurück in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, und ich werde dir wohltun!'
11Ich bin zu gering aller [Erweisungen] der Güte und aller Treue2, die du deinem Knecht erwiesen hast, denn mit meinem Stab überschritt ich diesen Jordan, und nun bin ich zu zwei Heerlagern geworden.
12Bitte, rette mich aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus!, denn ich bin in Furcht vor ihm, dass er kommt und mich erschlägt, die Mutter mitsamt den Söhnen.
13Du hast selbst gesagt: 'Ich werde dir wohltun und werde deinen Samen machen gleich dem Sand des Meeres, der vor Menge nicht gezählt werden kann.'"
14Und er übernachtete dort in jener Nacht. Und er nahm von dem, was in seine Hand gekommen war3, ein Geschenk für seinen Bruder Esau:
15zweihundert Ziegen und zwanzig [Ziegen]böcke, zweihundert Mutterschafe und zwanzig Widder,
16dreißig säugende Kamele mit ihren Fohlen, vierzig Kühe und zehn Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Eselhengste.
17Und er gab sie in die Hand seiner Knechte, Herde um Herde besonders. Und er sagte zu seinen Knechten: "Zieht vor mir her und lasst Raum zwischen Herde und Herde."
18Und er gebot dem Ersten und sagte: "Wenn mein Bruder Esau dir begegnet und dich fragt: 'Wem gehörst du an, und wohin gehst du, und wem gehören diese da vor dir?',
19sollst du sagen: 'Deinem Knecht Jakob. Es ist ein Geschenk, gesandt an meinen Herrn, an Esau. Und - siehe! - auch er selbst ist hinter uns.'"
20Und er gebot auch dem zweiten, auch dem dritten, auch allen, die hinter den Herden hergingen, und sagte: "Nach diesem Wort sollt ihr zu Esau reden, sobald ihr ihn trefft4,
21und sollt sagen: 'Siehe! Auch dein Knecht Jakob selbst ist hinter uns.'" - denn er sagte <sich>: "Ich will sein Angesicht durch das Geschenk, das vor mir hergeht, versöhnen5, und danach will ich sein Angesicht sehen; vielleicht wird er mein Angesicht erheben."
22Und das Geschenk schritt vor seinem Angesicht her. Er aber übernachtete in jener Nacht im Heerlager.
23Und er machte sich in jener Nacht auf und nahm seine beiden Frauen und seine beiden leibeigenen Mägde und seine elf Kinder6 und zog über die Furt des Jabbok7.
24Und er nahm sie und führte sie über den Fluss und führte hinüber, was sein war.
25Jakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis das erste Morgenlicht aufging.
26Und als er sah, dass er ihn nicht überwältigen konnte, rührte er sein Hüftgelenk an. Und das Hüftgelenk Jakobs wurde verrenkt in seinem Ringen mit ihm.
27Und er sagte: "Lass mich los, denn das erste Morgenlicht geht auf." Und er sagte: "Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du habest mich gesegnet."
28Und er sagte zu ihm: "Was ist dein Name?" Und er sagte: "Jakob."
29Und er sagte: "Nicht Jakob soll hinfort dein Name heißen, sondern Israel8; denn du hast mit Gott und mit Menschen gestritten und hast gesiegt."
30Und Jakob fragte und sagte: "Bitte, teile <mir> deinen Namen mit." Und er sagte: "Warum doch fragst du nach meinem Namen?" Und er segnete ihn dort.
31Und Jakob gab dem Ort den Namen Pniël9, denn [er sagte]: "Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist gerettet10 worden."
32Und die Sonne ging ihm auf, als er an Pnuël11 vorüberzog. Und er hinkte an seiner Hüfte.
33Darum essen die Söhne Israels bis zum heutigen Tag nicht den Muskelstrang12, der über dem Hüftgelenk ist, weil er das Hüftgelenk Jakobs, den Muskelstrang, angerührt hat.
2Und Jakob ging seines Weges. Und es begegneten ihm Boten Gottes.
3Und Jakob sagte, als er sie sah: "Das ist das Heerlager Gottes." Und er gab jenem Ort den Namen Mahanajim1.
4Und Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau, in das Land Seïr, ins Gefilde Edoms.
5Und er gebot ihnen: "So sollt ihr zu meinem Herrn, zu Esau, sagen: 'So sagt dein Knecht Jakob: Bei Laban habe ich mich als Fremder aufgehalten und bin bis jetzt geblieben.
6Und ich habe Rinder und Esel, Kleinvieh und leibeigene Knechte und leibeigene Mägde erworben. Und ich sende hin, es meinem Herrn mitzuteilen, um Gnade zu finden in deinen Augen.'"
7Und die Boten kehrten zu Jakob zurück und sagten: "Wir sind zu deinem Bruder, zu Esau, gekommen, und auch zieht er dir entgegen, und vierhundert Mann <sind> mit ihm."
8Da fürchtete sich Jakob sehr, und es wurde ihm bange. Und er teilte das Volk, das bei ihm war, und das Kleinvieh und die Rinder und die Kamele in zwei Heerlager.
9Und er sagte: "Kommt Esau an das eine Heerlager und schlägt er es, wird das übrig gebliebene Heerlager entkommen können."
10Und Jakob sagte: "Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, Jahweh, der du zu mir gesagt hast: 'Kehre zurück in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, und ich werde dir wohltun!'
11Ich bin zu gering aller [Erweisungen] der Güte und aller Treue2, die du deinem Knecht erwiesen hast, denn mit meinem Stab überschritt ich diesen Jordan, und nun bin ich zu zwei Heerlagern geworden.
12Bitte, rette mich aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus!, denn ich bin in Furcht vor ihm, dass er kommt und mich erschlägt, die Mutter mitsamt den Söhnen.
13Du hast selbst gesagt: 'Ich werde dir wohltun und werde deinen Samen machen gleich dem Sand des Meeres, der vor Menge nicht gezählt werden kann.'"
14Und er übernachtete dort in jener Nacht. Und er nahm von dem, was in seine Hand gekommen war3, ein Geschenk für seinen Bruder Esau:
15zweihundert Ziegen und zwanzig [Ziegen]böcke, zweihundert Mutterschafe und zwanzig Widder,
16dreißig säugende Kamele mit ihren Fohlen, vierzig Kühe und zehn Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Eselhengste.
17Und er gab sie in die Hand seiner Knechte, Herde um Herde besonders. Und er sagte zu seinen Knechten: "Zieht vor mir her und lasst Raum zwischen Herde und Herde."
18Und er gebot dem Ersten und sagte: "Wenn mein Bruder Esau dir begegnet und dich fragt: 'Wem gehörst du an, und wohin gehst du, und wem gehören diese da vor dir?',
19sollst du sagen: 'Deinem Knecht Jakob. Es ist ein Geschenk, gesandt an meinen Herrn, an Esau. Und - siehe! - auch er selbst ist hinter uns.'"
20Und er gebot auch dem zweiten, auch dem dritten, auch allen, die hinter den Herden hergingen, und sagte: "Nach diesem Wort sollt ihr zu Esau reden, sobald ihr ihn trefft4,
21und sollt sagen: 'Siehe! Auch dein Knecht Jakob selbst ist hinter uns.'" - denn er sagte <sich>: "Ich will sein Angesicht durch das Geschenk, das vor mir hergeht, versöhnen5, und danach will ich sein Angesicht sehen; vielleicht wird er mein Angesicht erheben."
22Und das Geschenk schritt vor seinem Angesicht her. Er aber übernachtete in jener Nacht im Heerlager.
23Und er machte sich in jener Nacht auf und nahm seine beiden Frauen und seine beiden leibeigenen Mägde und seine elf Kinder6 und zog über die Furt des Jabbok7.
24Und er nahm sie und führte sie über den Fluss und führte hinüber, was sein war.
25Jakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis das erste Morgenlicht aufging.
26Und als er sah, dass er ihn nicht überwältigen konnte, rührte er sein Hüftgelenk an. Und das Hüftgelenk Jakobs wurde verrenkt in seinem Ringen mit ihm.
27Und er sagte: "Lass mich los, denn das erste Morgenlicht geht auf." Und er sagte: "Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du habest mich gesegnet."
28Und er sagte zu ihm: "Was ist dein Name?" Und er sagte: "Jakob."
29Und er sagte: "Nicht Jakob soll hinfort dein Name heißen, sondern Israel8; denn du hast mit Gott und mit Menschen gestritten und hast gesiegt."
30Und Jakob fragte und sagte: "Bitte, teile <mir> deinen Namen mit." Und er sagte: "Warum doch fragst du nach meinem Namen?" Und er segnete ihn dort.
31Und Jakob gab dem Ort den Namen Pniël9, denn [er sagte]: "Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist gerettet10 worden."
32Und die Sonne ging ihm auf, als er an Pnuël11 vorüberzog. Und er hinkte an seiner Hüfte.
33Darum essen die Söhne Israels bis zum heutigen Tag nicht den Muskelstrang12, der über dem Hüftgelenk ist, weil er das Hüftgelenk Jakobs, den Muskelstrang, angerührt hat.
Fußnoten
- 1 bed.: zwei Heerlager; Doppellager
- 2 o.: Beständigkeit; Grundbed.: Wahrheit
- 3 i. S. v.: was er erworben hatte
- 4 Grundbed.: finden
- 5 eigtl.: bedecken; sühnen
- 6 d. h.: Söhne; w.: Geborenen; Töchter werden nicht erwähnt.
- 7 Nebenfluss des Jordans; der Name kommt wahrsch. von dem Ringen (heb. abbak), V. 25.26.
- 8 bed.: der, der mit Gott ringt; o.: Gott ist gerecht <und gerade> (von heb. jaschar; vgl. "Jeschurun", 5Mo 32,15; 33,5).
- 9 bed.: Angesicht Gottes
- 10 o.: [dem Tod] entrissen
- 11 d. i.: Pniël
- 12 o.: die Hauptsehne (des Hüftmuskels)