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Altes Testament

1. Mose Kapitel 20

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Abraham brach von dort auf nach dem Land des Südens1. Und er wohnte zwischen Kadesch und Schur. Und er hielt sich als Fremder in Gerar auf.
2Und Abraham sagte von Sara, seiner Frau: "Sie ist meine Schwester." Und Abimelech2, der König von Gerar, sandte hin und holte Sara.
3Und Gott kam zu Abimelech in einem Traum der Nacht und sagte zu ihm: "Siehe! Du musst sterben - wegen der Frau, die du geholt hast, denn sie ist der Besitz eines Eheherrn3."
4Abimelech aber hatte sich ihr nicht genaht. Und er sagte: "Mein Herr, willst du auch ein gerechtes Volk* töten?
5Sagte nicht er selbst zu mir: 'Sie ist meine Schwester?' Und auch sie sagte: 'Er ist mein Bruder.' In Lauterkeit meines Herzens und in Unschuld meiner Hände4 habe ich dieses getan."
6Und Gott sagte zu ihm im Traum: "Auch ich weiß, dass du dieses in Lauterkeit deines Herzens tatst, und auch hielt ich selbst dich davon ab, gegen mich zu sündigen. Darum ließ ich dir nicht zu, dass du sie berührst.
7Und nun gib die Frau des Mannes zurück, denn er ist ein Prophet und wird für dich Fürbitte tun, und bleibe am Leben! Wenn du sie aber nicht zurückgibst, wisse, dass du gewisslich sterben wirst, du und alle, die dein sind!"
8Und Abimelech stand früh am Morgen auf und rief alle seine Knechte und redete alle diese Worte in ihre Ohren. Und die Männer fürchteten sich sehr.
9Und Abimelech rief Abraham und sagte zu ihm: "Was hast du uns da getan! Und was habe ich gegen dich gesündigt, dass du eine große Sünde über mich und über mein Königreich brachtest? Dinge, die nicht getan werden sollten, hast du mir getan."
10Und Abimelech sagte zu Abraham: "Was beabsichtigtest du [damit], dass du dieses tatst?"
11Und Abraham sagte: "Da ich <mir> sagte: 'Gewiss gibt es keine Furcht Gottes an diesem Ort, und sie werden mich töten meiner Frau wegen.'
12Und sie ist auch in Wahrheit meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter; und so wurde sie mir zur Frau.
13Und es geschah, als Gott mich vom Haus meines Vaters weg<ziehen und> umherirren hieß5, da sagte ich zu ihr: 'Dieses sei deine Güte, die du mir erweisen möchtest: An jedem Ort, wohin wir kommen werden, sage von mir: Er ist mein Bruder.'"
14Da nahm Abimelech Kleinvieh und Rinder und leibeigene Knechte und leibeigene Mägde und gab sie Abraham. Und Sara, seine Frau, gab er ihm zurück.
15Und Abimelech sagte: "Siehe! - mein Land ist vor dir: Wohne, wo es gut ist in deinen Augen."
16Und zu Sara sagte er: "Siehe! - ich habe deinem Bruder tausend Silber[schekel] gegeben. Siehe! - das sei dir für alle, die bei dir sind, eine Bedeckung der Augen6 - und bei jedermann. Und [somit] bist du gerechtfertigt."
17Und Abraham tat bei Gott Fürbitte. Und Gott heilte Abimelech und seine Frau und seine Mägde, sodass sie gebaren,
18denn Jahweh hatte jeden Mutterleib im Haus Abimelechs gänzlich verschlossen, wegen Sara, der Frau Abrahams.

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: nach dem Land des Negev (heb. nägäb).
  2. 2 bed.: Mein Vater ist König; o.: Vater des Königs; "Abimelech" war ein häufiger Titel der Stadtkönige.
  3. 3 eigtl.: eines Besitzherrn; eines Eigners
  4. 4 eigtl.: Handflächen; offenen Hände; s. a. Begriffsverz.
  5. 5 Im Heb. steht das Zeitwort in der Mehrzahl: "hießen". Daher übersetzt Buber: "Als nun Gottesmächte (heb. Elohim) vom Haus meines Vaters mich abirren ließen".
  6. 6 d. h.: ein Geschenk als Bestätigung dafür, dass deine Frauenehre gewahrt geblieben ist.