Altes Testament
Hiob Kapitel 10
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
1Meiner Seele ekelt's vor meinem Leben. So will ich meiner Klage ihren Lauf lassen, will reden in der Bitternis meiner Seele,
2will zu Gott sagen: Erkläre mich nicht zum Ehrfurchtslosen! Lass mich wissen, weshalb du gegen mich rechtest1.
3Steht es dir gut an2, dass du bedrückst, dass du verwirfst das Werk deiner Hände, aber <Licht> leuchten lässt über dem Rat der Ehrfurchtslosen?
4Hast du Augen von Fleisch? Oder siehst du, wie ein Sterblicher sieht?
5Sind denn deine Tage wie die Tage eines Sterblichen oder deine Jahre wie die Tage eines Mannes,
6dass du nach meiner Schuld suchst und nach meiner Sünde forschst,
7obwohl du weißt, dass ich nicht ehrfurchtslos bin, und dass niemand ist, der deiner Hand entreißen kann?
8Deine Hände haben mich allseits <kunstvoll> gebildet und ringsum gestaltet. Und [doch] verschlingst du mich!
9Gedenke bitte, dass du wie Ton mich gemacht hast. Und zu Staub lässt du mich zurückkehren!
10Hast du nicht mich hingegossen wie Milch, mich gerinnen lassen wie Sauermilch?
11Mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet, mit Knochen und Sehnen mich durchflochten.
12Leben und Güte gewährtest du mir, deine Fürsorge3 bewahrte meinen Geist.
13Doch dies hattest du in deinem Herzen verwahrt; ich weiß, dies hattest du [im Sinn]:
14Wenn ich sündigte, wolltest du in Gewahrsam mich halten, mich nicht freisprechen von meiner Schuld.
15Wenn ich ehrfurchtslos handelte, wehe mir! Aber [auch] falls ich im Recht wäre, dürfte ich mein Haupt nicht erheben, gesättigt mit Schande und getränkt mit Elend4.
16Und erhöbe es sich, wolltest du wie ein Löwe mich jagen, und dich erneut in wunderlicher Weise gegen mich verhalten,
17wolltest neue Zeugen gegen mich aufstellen und deinen Unmut gegen mich mehren, immer neue Heeresabteilungen gegen mich schicken.
18Warum hast du mich aus dem Mutterleibe gezogen? Wäre ich doch verschieden, ehe ein Auge mich sah!
19Ich wäre dann, als sei ich nie gewesen, vom Mutterschoß weg zu Grabe getragen!
20Sind meine Tage nicht [nur noch] wenige? Er höre auf, lasse doch ab von mir, dass ich ein wenig heiter sein kann,
21ehe ich hingehe - und nicht wiederkomme - in ein Land des Dunkels und Todesschattens,
22in ein Land der Finsternis, wie tiefschwarze Nacht, [ein Land] des Todesschattens, wo keine Ordnung herrscht, und wo das Hellwerden [des Tags] wie tiefschwarze Nacht ist!"
2will zu Gott sagen: Erkläre mich nicht zum Ehrfurchtslosen! Lass mich wissen, weshalb du gegen mich rechtest1.
3Steht es dir gut an2, dass du bedrückst, dass du verwirfst das Werk deiner Hände, aber <Licht> leuchten lässt über dem Rat der Ehrfurchtslosen?
4Hast du Augen von Fleisch? Oder siehst du, wie ein Sterblicher sieht?
5Sind denn deine Tage wie die Tage eines Sterblichen oder deine Jahre wie die Tage eines Mannes,
6dass du nach meiner Schuld suchst und nach meiner Sünde forschst,
7obwohl du weißt, dass ich nicht ehrfurchtslos bin, und dass niemand ist, der deiner Hand entreißen kann?
8Deine Hände haben mich allseits <kunstvoll> gebildet und ringsum gestaltet. Und [doch] verschlingst du mich!
9Gedenke bitte, dass du wie Ton mich gemacht hast. Und zu Staub lässt du mich zurückkehren!
10Hast du nicht mich hingegossen wie Milch, mich gerinnen lassen wie Sauermilch?
11Mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet, mit Knochen und Sehnen mich durchflochten.
12Leben und Güte gewährtest du mir, deine Fürsorge3 bewahrte meinen Geist.
13Doch dies hattest du in deinem Herzen verwahrt; ich weiß, dies hattest du [im Sinn]:
14Wenn ich sündigte, wolltest du in Gewahrsam mich halten, mich nicht freisprechen von meiner Schuld.
15Wenn ich ehrfurchtslos handelte, wehe mir! Aber [auch] falls ich im Recht wäre, dürfte ich mein Haupt nicht erheben, gesättigt mit Schande und getränkt mit Elend4.
16Und erhöbe es sich, wolltest du wie ein Löwe mich jagen, und dich erneut in wunderlicher Weise gegen mich verhalten,
17wolltest neue Zeugen gegen mich aufstellen und deinen Unmut gegen mich mehren, immer neue Heeresabteilungen gegen mich schicken.
18Warum hast du mich aus dem Mutterleibe gezogen? Wäre ich doch verschieden, ehe ein Auge mich sah!
19Ich wäre dann, als sei ich nie gewesen, vom Mutterschoß weg zu Grabe getragen!
20Sind meine Tage nicht [nur noch] wenige? Er höre auf, lasse doch ab von mir, dass ich ein wenig heiter sein kann,
21ehe ich hingehe - und nicht wiederkomme - in ein Land des Dunkels und Todesschattens,
22in ein Land der Finsternis, wie tiefschwarze Nacht, [ein Land] des Todesschattens, wo keine Ordnung herrscht, und wo das Hellwerden [des Tags] wie tiefschwarze Nacht ist!"