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Altes Testament

Hiob Kapitel 5

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Rufe nur! Gibt es einen, der dir antwortet? Und an wen von den Heiligen willst du dich wenden?
2Wahrlich! Den Narren bringt der Unwille um, und den Einfältigen1 tötet der Eifer2.
3Ich selbst sah einen Narren Wurzeln schlagen, aber urplötzlich musste ich seine Wohnung verwünschen3.
4Fern von Hilfe4 bleiben seine Söhne und werden unterdrückt im Tor5 und keiner ist da, der rettet.
5Seine Ernte verzehrt der Hungrige, sogar aus Dornhecken holt er sie weg; Gierige6 schnappen nach seinem7 Vermögen.
6Fürwahr, Unglück kommt nicht aus dem Staube hervor, und Unheil sprosst nicht aus dem Erdboden,
7sondern der Mensch ist zum Unheil geboren, so wie die Feuerfunken8 nach oben fliegen.
8Hingegen ich meinerseits würde den Starken9 suchen, würde Gott meine Sache darlegen,
9der Großes tut bis zum Unerforschlichen, Wundertaten bis zur Unzahl,
10der Regen gibt auf die Fläche der Erde und Wasser sendet auf die Fläche der Fluren10,
11um Niedrige in hohen Stand zu bringen, dass Trauernde sich erheben zum Heil11;
12der zunichtemacht die Anschläge der Schlauen, und ihre Hände führen das Ausgeklügelte nicht aus;
13der die Weisen fängt in ihrer Verschlagenheit, und der Rat der Hinterlistigen stürzt [sie ins Leere].
14Bei Tage stoßen sie an wie im Dunkel, am Mittag tappen sie umher wie bei Nacht.
15Er rettet vor dem Schwert, vor ihrem Mund, vor der Hand des Starken den Armen;
16und dem Geringen wird Hoffnung <zuteil>, die Ungerechtigkeit muss schließen ihr Maul.
17Siehe! Selig der Sterbliche12, den Gott züchtigt! So verwirf nicht die Zucht des Allmächtigen,
18denn er bereitet Schmerz - und er verbindet, er zerschlägt - und seine Hände heilen.
19In sechs Nöten wird er dich retten, und in sieben wird kein Übel dich antasten.
20Im Hunger erlöst er dich vom Tod und im Krieg von der Gewalt des Schwerts.
21Vor dem Geißelschlag der Zunge wirst du geborgen; und du fürchtest dich nicht vor Verwüstung, sobald sie kommt.
22Über Verwüstung und Hunger wirst du lachen und das <wilde> Getier im Lande nicht fürchten.
23Fürwahr, dein Bund [wird sein] mit den Steinen des Feldes; das <wilde> Getier des Feldes wird Frieden halten mit dir.
24Und du wirst erleben13, dass Friede14 dein Zelt ist. Musterst du dein Haus, so wirst du nichts missen.
25Du wirst erleben, dass dein Same zahlreich wird und deine Sprösslinge wie das Gewächs der Erde.
26Du wirst in Vollkraft zu Grabe kommen, wie die Garbenhaufen eingebracht werden zu ihrer Zeit.
27Siehe! Das haben wir ergründet. So ist es. Höre es! Und du, merke es dir!"

Fußnoten

  1. 1 S. Begriffsverz. im Ergänzungsband.
  2. 2 o.: die Eifersucht; die Leidenschaft
  3. 3 o.: doch sogleich musste ich seine Wohnung unter Fluch gestellt sehen.
  4. 4 o.: Heil; Rettung
  5. 5 d. h.: vor Gericht (im Tor, wo die Ältesten sitzen zur Rechtsprechung)
  6. 6 w.: Dürstende
  7. 7 eigtl.: ihrem (nach seinem und dem seiner Kinder)
  8. 8 w.: die Söhne der Flamme
  9. 9 d. h.: Gott, den Starken; im Heb. steht hier die Kurzform von Elohim: El ("Gott, der Starke"); so a. V. 5.13.20; 9,2; 12,6; 13,3.7.8; 15,4.11.13.25 usw.
  10. 10 w.: auf die Fläche dessen, was draußen (d. i.: außerhalb der Stadt) ist
  11. 11 und Glück
  12. 12 o.: der hinfällige Mensch (heb. änosch)
  13. 13 eigtl.: <durch Erleben> erkennen; erfahren; so a. i. Folg.
  14. 14 o.: Wohlergehen, Gedeihen