Altes Testament
Hiob Kapitel 12
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Hiob antwortete und sagte:
2"Wahrlich, ja! Ihr seid das Volk. Und mit euch wird die Weisheit aussterben!
3Herzsinn1 habe auch ich wie ihr. Ich stehe nicht hinter euch zurück. Und wer wüsste diese [Dinge] nicht?
4Gespött muss ich sein für den eigenen Gefährten, [ich,] der Gott anrief und dem er antwortete; ein Gespött <ist> der Gerechte, der Untadelige!
5'Dem Unglück [gebührt] Verachtung!', meint der Sorglose. 'Ein Stoß denen, deren Fuß [schon] wankt!'
6Die Zelte der Verwüster sind in Ruhe, und die, die den Starken reizen, haben Sicherheit, [jeder,] der Gott in seiner Faust hält2.
7Aber frag doch das Vieh: es soll dich lehren!, und die Vögel des Himmels: sie sollen's dir kundtun!
8Oder rede3 zur Erde hin: sie soll dich lehren!, und die Fische des Meeres: sie sollen's dir erzählen!
9Wer unter allen diesen wüsste nicht, dass die Hand Jahwehs das gemacht hat,
10dass in seiner Hand die Seele alles Lebenden ist und der Odem alles Fleisches des Menschen?
11Soll nicht das Ohr die Worte prüfen und der Gaumen die Speise kosten4?
12Bei Greisen ist Weisheit und in Länge der Tage ist Einsicht.
13Bei ihm ist Weisheit und Heldenstärke. Sein ist Rat und Einsicht.
14Siehe! Er reißt nieder - und es wird nicht wieder aufgebaut. Er schließt über jemandem zu - und es wird nicht wieder geöffnet.
15Siehe! Er hemmt die Wasser - und sie vertrocknen. Er lässt sie los - und sie kehren das Erdreich um.
16Bei ihm sind Stärke und Klugheit. Sein sind der Irrende und der Irreführer.
17Ratgeber lässt er barfuß5 gehen; und Richter macht er zu Toren.
18Das Regiment6 von Königen löst er auf; und einen Strick bindet er um ihre Lenden.
19Priester lässt er barfuß gehen; und lang Bestehende7 bringt er zu Fall.
20Beredten8 entzieht er die Sprache; und Alten raubt er die Urteilskraft.
21Verachtung schüttet er aus auf Edle; und Starken lockert er den Gurt9.
22Er enthüllt Tiefes aus dem Dunkel; und er hebt Todesschatten ans Licht.
23Er gibt Völkern Größe; und er richtet sie zugrunde. Er breitet Völker aus; und er führt sie <gefangen> weg.
24Den Volkshäuptern des Landes entzieht er den Herzsinn10, lässt sie irregehen in wegloser Einöde.
25Sie ertasten Finsternis und nicht Licht. Wie Trunkene lässt er sie taumeln11."
2"Wahrlich, ja! Ihr seid das Volk. Und mit euch wird die Weisheit aussterben!
3Herzsinn1 habe auch ich wie ihr. Ich stehe nicht hinter euch zurück. Und wer wüsste diese [Dinge] nicht?
4Gespött muss ich sein für den eigenen Gefährten, [ich,] der Gott anrief und dem er antwortete; ein Gespött <ist> der Gerechte, der Untadelige!
5'Dem Unglück [gebührt] Verachtung!', meint der Sorglose. 'Ein Stoß denen, deren Fuß [schon] wankt!'
6Die Zelte der Verwüster sind in Ruhe, und die, die den Starken reizen, haben Sicherheit, [jeder,] der Gott in seiner Faust hält2.
7Aber frag doch das Vieh: es soll dich lehren!, und die Vögel des Himmels: sie sollen's dir kundtun!
8Oder rede3 zur Erde hin: sie soll dich lehren!, und die Fische des Meeres: sie sollen's dir erzählen!
9Wer unter allen diesen wüsste nicht, dass die Hand Jahwehs das gemacht hat,
10dass in seiner Hand die Seele alles Lebenden ist und der Odem alles Fleisches des Menschen?
11Soll nicht das Ohr die Worte prüfen und der Gaumen die Speise kosten4?
12Bei Greisen ist Weisheit und in Länge der Tage ist Einsicht.
13Bei ihm ist Weisheit und Heldenstärke. Sein ist Rat und Einsicht.
14Siehe! Er reißt nieder - und es wird nicht wieder aufgebaut. Er schließt über jemandem zu - und es wird nicht wieder geöffnet.
15Siehe! Er hemmt die Wasser - und sie vertrocknen. Er lässt sie los - und sie kehren das Erdreich um.
16Bei ihm sind Stärke und Klugheit. Sein sind der Irrende und der Irreführer.
17Ratgeber lässt er barfuß5 gehen; und Richter macht er zu Toren.
18Das Regiment6 von Königen löst er auf; und einen Strick bindet er um ihre Lenden.
19Priester lässt er barfuß gehen; und lang Bestehende7 bringt er zu Fall.
20Beredten8 entzieht er die Sprache; und Alten raubt er die Urteilskraft.
21Verachtung schüttet er aus auf Edle; und Starken lockert er den Gurt9.
22Er enthüllt Tiefes aus dem Dunkel; und er hebt Todesschatten ans Licht.
23Er gibt Völkern Größe; und er richtet sie zugrunde. Er breitet Völker aus; und er führt sie <gefangen> weg.
24Den Volkshäuptern des Landes entzieht er den Herzsinn10, lässt sie irregehen in wegloser Einöde.
25Sie ertasten Finsternis und nicht Licht. Wie Trunkene lässt er sie taumeln11."
Fußnoten
- 1 o.: Denksinn; Verstand; Grundbed.: Herz (Sitz des Denkens); s. a. Begriffsverz.
- 2 o.: der <wähnt>, Gott in seine Hand <zu> bringen.
- 3 o.: sinne; das Wort bed. "halblaut murmelnd nachsinnen".
- 4 eigtl.: für sich kosten; im eigenen Interesse kosten
- 5 und entkleidet; so a. V. 19.
- 6 o.: Die Strafgewalt; o.: die Zwangsherrschaft
- 7 o.: Urständige; solche, die dauerhaft leben (o. im Amt sind)
- 8 o.: Bewährten; Erfahrenen
- 9 o.: Bezwingern macht er den Riemen schlaff.
- 10 i. S. v.: den Denksinn; o.: den Mut; Grundbed.: Herz; s. zu V. 3.
- 11 und irregehen.