Altes Testament
Hiob Kapitel 30
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1"Aber jetzt verlachen mich solche, die an Tagen jünger sind als ich, bei deren Vätern ich es abgelehnt hätte, sie zu den Hunden meiner Herde zu stellen.
2Wozu auch sollte mir die Kraft ihrer1 Hände [nützen], da ihnen [doch] die Rüstigkeit entschwunden ist?
3Durch Mangel und Hunger abgezehrt nagen sie das Verdorrte ab, das längst wüst und verödet ist2.
4Sie reißen Salzkraut von den Sträuchern ab, Ginsterwurzeln sind ihr Brot.
5Aus der Gemeinde werden sie vertrieben, man schreit über sie wie über den Dieb.
6In grausigen Schluchten müssen sie hausen, in Erdlöchern und Felsklüften;
7zwischen Gebüschen kreischen sie3, unter Dornen finden sie sich zusammen,
8Söhne von Toren, ja, Söhne von Namenlosen4: Sie wurden hinausgepeitscht aus dem Land.
9Und jetzt bin ich ihr Spottlied geworden, ward ihnen zum Gerede.
10Sie verabscheuen mich, halten sich von mir fern. Von meinem Gesicht halten sie Speichel nicht zurück.
11Fürwahr, man löst meinen Strick5, man beugt mich nieder; sie lassen den Zügel vor mir schießen6.
12Zu meiner Rechten erhebt sich7 die Brut. Sie drängen meine Füße weg, bahnen ihre Unglückswege gegen mich8.
13Sie reißen meinen Pfad auf, helfen mit zu meinem Untergang, sie, die selbst keinen Helfer haben9.
14Wie durch eine weite Bresche kommen sie, wälzen sich unter Trümmern heran.
15Jäher Schrecken hat sich gegen mich gekehrt, wie der Wind verjagt er meine Würde; mein Heil hat sich verzogen wie eine Wolke.
16Und jetzt zerfließt mir die Seele. Tage des Elends10 ergreifen mich11.
17Die Nacht bohrt meine Gebeine mir weg, und meine Nager12 schlafen nicht.
18Vor so großer Gewalt entstellt sich mein Kleid, wie der Halssaum meines Leibrocks13 schnürt es mich ein.
19Er schleuderte mich in den Dreck. Wie Staub und Asche bin ich geworden.
20Ich rufe zu dir auf, und du antwortest mir nicht. Ich stehe da, dass du acht gibst auf mich14:
21Zu einem Grausamen wandelst du dich mir, mit der Stärke deiner Hand feindest du mich an.
22Du hebst auf den Wind mich empor, lässt mich dahinfahren und lässt mich zergehen vor Sturmesgebraus.
23Fürwahr, ich erkenne: Du lässt mich zurückkehren15 zum Tode, ins Versammlungshaus aller Lebenden16.
24Jedoch: Streckt man - unter Trümmern - etwa nicht die Hand aus? Wenn man ins Unglück gerät, erhebt man da nicht ein Hilfegeschrei?
25Weinte ich denn nicht über den, der einen harten Tag hatte? Hatte meine Seele denn nicht Kummer um den Armen?
26Fürwahr, ich harrte17 auf Gutes, doch es kam Böses, wartete auf Licht, doch es kam Finsternis.
27Meine Eingeweide sieden, ruhen nicht. Tage des Elends sind mir entgegengetreten.
28Ich gehe in Trauer einher18, ohne Sonnenwärme. Ich stehe in der Versammlung auf und rufe <um Hilfe>.
29Den Schakalen bin ich ein Bruder geworden und ein Gefährte den Straußenhennen19.
30Meine Haut ist schwarz geworden, <löst sich> von mir ab, und mein Gebein brennt vor Glut.
31Meine Leier ist zur Trauerklage geworden, meine Schalmei20 zur Stimme der Weinenden."
2Wozu auch sollte mir die Kraft ihrer1 Hände [nützen], da ihnen [doch] die Rüstigkeit entschwunden ist?
3Durch Mangel und Hunger abgezehrt nagen sie das Verdorrte ab, das längst wüst und verödet ist2.
4Sie reißen Salzkraut von den Sträuchern ab, Ginsterwurzeln sind ihr Brot.
5Aus der Gemeinde werden sie vertrieben, man schreit über sie wie über den Dieb.
6In grausigen Schluchten müssen sie hausen, in Erdlöchern und Felsklüften;
7zwischen Gebüschen kreischen sie3, unter Dornen finden sie sich zusammen,
8Söhne von Toren, ja, Söhne von Namenlosen4: Sie wurden hinausgepeitscht aus dem Land.
9Und jetzt bin ich ihr Spottlied geworden, ward ihnen zum Gerede.
10Sie verabscheuen mich, halten sich von mir fern. Von meinem Gesicht halten sie Speichel nicht zurück.
11Fürwahr, man löst meinen Strick5, man beugt mich nieder; sie lassen den Zügel vor mir schießen6.
12Zu meiner Rechten erhebt sich7 die Brut. Sie drängen meine Füße weg, bahnen ihre Unglückswege gegen mich8.
13Sie reißen meinen Pfad auf, helfen mit zu meinem Untergang, sie, die selbst keinen Helfer haben9.
14Wie durch eine weite Bresche kommen sie, wälzen sich unter Trümmern heran.
15Jäher Schrecken hat sich gegen mich gekehrt, wie der Wind verjagt er meine Würde; mein Heil hat sich verzogen wie eine Wolke.
16Und jetzt zerfließt mir die Seele. Tage des Elends10 ergreifen mich11.
17Die Nacht bohrt meine Gebeine mir weg, und meine Nager12 schlafen nicht.
18Vor so großer Gewalt entstellt sich mein Kleid, wie der Halssaum meines Leibrocks13 schnürt es mich ein.
19Er schleuderte mich in den Dreck. Wie Staub und Asche bin ich geworden.
20Ich rufe zu dir auf, und du antwortest mir nicht. Ich stehe da, dass du acht gibst auf mich14:
21Zu einem Grausamen wandelst du dich mir, mit der Stärke deiner Hand feindest du mich an.
22Du hebst auf den Wind mich empor, lässt mich dahinfahren und lässt mich zergehen vor Sturmesgebraus.
23Fürwahr, ich erkenne: Du lässt mich zurückkehren15 zum Tode, ins Versammlungshaus aller Lebenden16.
24Jedoch: Streckt man - unter Trümmern - etwa nicht die Hand aus? Wenn man ins Unglück gerät, erhebt man da nicht ein Hilfegeschrei?
25Weinte ich denn nicht über den, der einen harten Tag hatte? Hatte meine Seele denn nicht Kummer um den Armen?
26Fürwahr, ich harrte17 auf Gutes, doch es kam Böses, wartete auf Licht, doch es kam Finsternis.
27Meine Eingeweide sieden, ruhen nicht. Tage des Elends sind mir entgegengetreten.
28Ich gehe in Trauer einher18, ohne Sonnenwärme. Ich stehe in der Versammlung auf und rufe <um Hilfe>.
29Den Schakalen bin ich ein Bruder geworden und ein Gefährte den Straußenhennen19.
30Meine Haut ist schwarz geworden, <löst sich> von mir ab, und mein Gebein brennt vor Glut.
31Meine Leier ist zur Trauerklage geworden, meine Schalmei20 zur Stimme der Weinenden."
Fußnoten
- 1 d. h.: die jener nichtsnutzigen, ehrlosen Menschen von V. 1.
- 2 and.: die finstere Wüste und Einöde
- 3 o.: krächzen sie; geben sie Schmerzenslaute von sich
- 4 o.: Gesindel ohne Namen; ehrloses Gesindel
- 5 o.: er (Gott) löst meine Bogensehne (d. h.: mein Lebensseil).
- 6 d. h.: sie verlieren jegliche Hemmung vor mir.
- 7 näml. als falscher Kläger und Zeuge
- 8 d. h.: sie bahnen sich an mich heran einen Weg, mich ins Unglück zu stürzen.
- 9 o.: brauchen (i. S. v.: niemand muss ihnen dabei helfen).
- 10 o.: der Erniedrigung; des Gebeugtseins; so a. i. Folg.
- 11 und halten mich fest.
- 12 wahrsch. i. S. v.: die mich nagenden Schmerzen
- 13 d. h.: meines Untergewandes
- 14 o.: und du wendest deine Aufmerksamkeit gegen mich.
- 15 eigtl.: du machst mich zurückkehren
- 16 d. h.: in das Haus, wo alles Lebende sich trifft.
- 17 o.: hoffte
- 18 o.: Ich gehe in schmutzigen (o.: dunklen) Kleidern <trauernd> einher
- 19 eigtl.: den Töchtern der Straußenhenne; das Wort für "Strauß" ist eigtl. "Wüstenbewohner".
- 20 o.: meine Rohrpfeife