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Altes Testament

Hiob Kapitel 28

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Für das Silber gibt's einen Fundort, für das Gold, das man läutert, eine Stätte;
2Eisen holt man aus dem Erdenstaub und Gestein gießt man zu Erz.
3Man setzt der Finsternis ein Ende und erforscht bis zur äußersten Grenze hin das Gestein des Dunkels und des Todesschattens.
4Man bricht1 einen Schacht von da aus, wo man wohnt. Und dort, von <jedem> Fuß vergessen2, baumeln sie3 und schweben sie, fern von den Sterblichen.
5Die Erde, aus der das Brot hervorkommt: Ihr Unteres wird umgewühlt wie vom Feuer.
6Ihr Gestein birgt den Saphir, und Goldstaub ist darin;
7ein Pfad, den kein Adler4 erkannt, kein Habichtsauge5 gesehen,
8kein stolzes Wildtier betreten, kein Löwe beschritten hat.
9An den Kiesel hat man seine Hand gelegt, von Grund auf wühlt man die Berge um.
10In Felsen hat man Gänge durchbrochen, und alle Kostbarkeit sieht sein Auge.
11Gegen das Einsickern dämmt man6 die Flüsse7 ein. Verborgene [Schätze] zieht man ans Licht.
12Aber die Weisheit, wo wird sie gefunden8? Und wo ist die Stätte der Verständigkeit?
13Der Sterbliche kennt nicht ihren Wert; im Lande der Lebenden findet man sie nicht.
14Die Tiefe sagt: 'In mir ist sie nicht', und das Meer sagt: 'Nicht bei mir.'
15Man kann Feingold nicht für sie geben, Silber nicht abwägen als Kaufpreis für sie.
16Sie wird nicht aufgewogen mit Gold von Ofir, mit kostbarem Schoham-Stein9 oder Saphir.
17Gold und Glas kommen ihr nicht gleich noch tauscht man sie ein für ein Gefäß10 von gediegenem Gold,
18Korallen und Kristall kommen nicht in Erwähnung; der Besitz von Weisheit geht vor Perlen.
19Der Topas aus Kusch kommt ihr nicht gleich, reines Gold wiegt sie nicht auf.
20Die Weisheit also - wo kommt sie her? Und wo ist die Stätte der Verständigkeit?
21Verhüllt ist sie den Augen aller Lebenden, verborgen den Vögeln des Himmels.
22Abgrund und Tod sagen: '[Nur] mit unseren Ohren hörten wir die Kunde von ihr.'
23Gott versteht ihren Weg11. Und er weiß ihre Stätte,
24denn er blickt auf die Enden der Erde, unter allem Himmel sieht er sich um,
25dem Wind das Gewicht zu bestimmen und den Wassern ihr Maß zu setzen.
26Als er dem Regen ein Ziel setzte und dem donnernden Blitz12 eine Bahn,
27da hat er sie ersehen und sie durchmustert, sie hingestellt13 und sie auch erforscht.
28Und er sagte zum Menschen: 'Siehe! Die Furcht des Herrn14, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Verstand15.'"

Fußnoten

  1. 1 o.: baut in die Tiefe; vertieft
  2. 2 d. h.: dort, wo kein Wanderer vorüberzieht
  3. 3 d. i.: die Bergleute
  4. 4 Mit "Adler" ist in der Bibel wahrsch. zumeist der Gänsegeier gemeint.
  5. 5 o.: kein Auge des Schwarzmilans; o.: kein Auge der Königsweihe
  6. 6 o.: er, der Bergmann
  7. 7 o.: die Wasseradern
  8. 8 o.: erlangt
  9. 9 d. i.: Onyx, Sardonyx o. Chrysopras
  10. 10 o.: Gerät; Kleinod
  11. 11 o.: kennt den Weg zu ihr.
  12. 12 o.: der donnernden Gewitterwolke
  13. 13 o.: sie eingesetzt
  14. 14 o.: des Gebieters; heb. Adonai
  15. 15 o.: Verständigkeit