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Altes Testament

Hiob Kapitel 8

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Bildad1, der Schuachiter, antwortete. Er sagte:
2"Bis wann willst du solches reden? Die Worte deines Mundes sind heftiger Wind.
3Wird denn der Starke2 beugen das Recht? Wird der Allmächtige3 beugen die Gerechtigkeit?
4Sündigten deine Söhne gegen ihn, so gab er sie dahin in die Hand ihrer Abtrünnigkeit.
5Du aber, wenn du Gott ernstlich suchst und den Allmächtigen anflehst <um Gnade>,
6wenn du rein und rechtschaffen bist, ja, <dann> wird er aufwachen dir zugute und wiederherstellen die Wohnung deiner Gerechtigkeit4.
7Und dein Anfang wird als gering befunden, aber dein Ausgang5 wird übergroß sein.
8Ja, frage doch bitte das vorige Geschlecht! Gib acht auf das, was ihre Väter erforschten,
9denn wir sind von gestern und wissen nichts, denn ein Schatten sind unsere Tage auf Erden!
10Jene werden dich lehren, es dir sagen und Reden hervorholen aus ihrem Herzen, nicht wahr?
11Schießt die Papyrusstaude auf, wo kein Sumpf ist? Wächst Riedgras empor ohne Wasser?
12Noch treibt es Knospen, noch ist es zum Schneiden nicht reif, schon verdorrt es - vor allem anderen Gras.
13So sind die Wege all derer, die Gott, <den Starken>, vergessen. Und die Hoffnung des Ruchlosen verliert sich,
14dessen törichte Zuversicht ein Spinnfaden6 und dessen Sicherheit ein Spinngewebe ist.
15Er stützt sich auf sein Haus, aber es hält nicht stand. Er hält sich daran fest, aber es bleibt nicht stehen.
16Von Saft strotzt er bei Sonnenschein, und seine Triebe breiten sich aus über seinen Garten hin.
17Über Geröll schlingen sich seine Wurzeln. Zwischen Steinbauten bohrt er sich durch.
18Reißt man ihn aus von seiner Stätte, <dann> verleugnet sie ihn: 'Nie habe ich dich gesehen!'
19Sieh! Das ist die Freude seines Weges;7 und aus dem Staub sprossen andere auf.
20Sieh! Gott, <der Starke>, verwirft nicht den Unsträflichen. Und die Hand der Bösgesinnten hält er nicht fest.
21Während er deinen Mund mit Lachen füllt und deine Lippen mit Jauchzen,
22werden deine Hasser sich kleiden in Schande, und das Zelt der Ehrfurchtslosen wird nicht mehr sein."

Fußnoten

  1. 1 bed.: Sohn des Streites; Rechthaber
  2. 2 heb. El; bed.: der starke Gott
  3. 3 heb. El-schaddai; El bed. "der Mächtige", schaddai ist abgeleitet entweder von schadad ("gewaltig sein") oder von sche-dai ("der, welcher der Ausreichende [bzw. Genügende o. Reichliche] ist").
  4. 4 d. h.: deinen gerechten Hausstand
  5. 5 o.: dein Fortgang; eigtl.: dein Späteres
  6. 6 o.: Sommerfaden; o.: Altweibersommer; o.: zerbrechlich; hauchdünn; Bed. ist nicht gesichert.
  7. 7 i. S. v.: So endet der Lebensgang seines Weges