Altes Testament
Hiob Kapitel 38
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Und Jahweh antwortete Hiob aus dem Sturm und sagte:
2"Wer verdunkelt da den Ratschluss mit Reden ohne Erkenntnis?
3Gürte wie ein Mann deine Lenden! Ich will dich fragen, und du gib mir Bescheid!
4Wo warst du, als ich das Erdreich gründete? Sag an, wenn du Verständigkeit hast!
5Wer bestimmte seine Maße - falls du es weißt -? Wer spannte über es die Messschnur?
6Worauf wurden seine Sockel eingesenkt? Und wer legte seinen Eckstein,
7als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Gottessöhne jauchzten?
8Und [wer] verschloss das Meer mit Türen, als es berstend aus dem Mutterschoß kam,
9als ich Wolken zu seinem Gewand machte und Wetterdunkel zu seiner Windel,
10als ich ihm eine schroffe Grenze bildete und Riegel und Tore setzte
11und sagte: 'Bis hierher kommst du und nicht weiter! Hier soll brechen der Übermut deiner Wellen.'?
12Hast du in deinen Tagen dem Morgen geboten? Zeigtest du dem Morgenlicht seinen Ort,
13dass es fasse die Säume der Erde und [dass] abgeschüttelt werden die Ehrfurchtslosen von ihr?
14Sie wandelt sich - wie das Siegel den Ton1 _ und wie ein Gewand stellt sich [alles] dar.
15Und entzogen wird den Ehrfurchtslosen ihr Licht2, zerbrochen wird der gehobene Arm.
16Bist du zu den Quellen des Meeres gelangt? Hast du dich in der Erforschung der Tiefe ergangen?
17Sind dir die Tore des Todes aufgedeckt worden? Hast du die Pforten des Todesschattens gesehen?
18Nahmst du Einsicht in die Weiten des Erdreichs? Sag an, wenn du es alles erkannt hast!
19Wo ist der Weg dahin, wo das Licht wohnt? Und das Dunkel, wo ist sein Ort,
20dass du es brächtest in sein Gebiet, dass du wüsstest die Pfade zu seinem Haus?
21Das weißt du ja, denn damals wurdest du geboren und die Zahl deiner Tage ist groß.
22Bist du zu den Speichern des Schnees gelangt? Und hast du die Speicher des Hagels gesehen,
23die ich aufgespart habe für die Zeit der Not, für den Tag des Kampfes und der Schlacht?
24Wo ist denn der Weg, wo das Licht sich teilt, der Ostwind sich über das Land breitet?
25Wer spaltet der Regenflut einen Wassergraben und einen Weg für den donnernden Blitz3,
26um regnen zu lassen auf ein Land ohne Leute, auf eine Wüste, darin kein Mensch ist,
27um den Durst von Öde und Wildnis zu stillen und sprossen zu lassen die Triebe des zarten Grases?
28Hat der Regen einen Vater? Oder wer hat die Tropfen des Taus geboren?
29Aus wessen Schoß kam das Eis hervor? Und des Himmels Reif, wer hat ihn geboren?
30Wie Stein erstarren die Wasser4, die Fläche der tiefen Flut wird fest.
31Knüpfst du die Bänder des Siebengestirns? Oder löst du die Fesseln des Orions auf?
32Kannst du hervorkommen lassen die Tierkreisbilder zu ihrer Zeit? Leitest du den großen Bären5 mitsamt seinen Jungen6?
33Kennst du die Ordnungen des Himmels7? Setzt du auf der Erde seine Herrschaft8 durch?
34Erhebst du zum Gewölk die Stimme, dass ein Wasserschwall dich bedeckt?
35Sendest du Blitze, dass sie hinfahren und dir sagen: 'Hier sind wir!'?
36Wer legte Weisheit9 in den Ibis10? Wer gab dem Hahn11 Verständigkeit?
37Wer zählt in Weisheit die Wolken? Wer gießt die Schläuche12 der Himmel aus,
38wenn der Staub zu Klumpen13 sich ergießt14 und die Erdschollen fest aneinanderhaften?
39Jagst du für die Löwin die Beute? Stillst du die Gier15 der jungen Löwen,
40wenn sie auf [ihren] Lagern sich ducken, im Dickicht auf der Lauer sitzen?
41Wer bereitet dem Raben sein Futter, wenn seine Jungen16 rufen zu dem Starken und umherirren ohne Nahrung?"
2"Wer verdunkelt da den Ratschluss mit Reden ohne Erkenntnis?
3Gürte wie ein Mann deine Lenden! Ich will dich fragen, und du gib mir Bescheid!
4Wo warst du, als ich das Erdreich gründete? Sag an, wenn du Verständigkeit hast!
5Wer bestimmte seine Maße - falls du es weißt -? Wer spannte über es die Messschnur?
6Worauf wurden seine Sockel eingesenkt? Und wer legte seinen Eckstein,
7als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Gottessöhne jauchzten?
8Und [wer] verschloss das Meer mit Türen, als es berstend aus dem Mutterschoß kam,
9als ich Wolken zu seinem Gewand machte und Wetterdunkel zu seiner Windel,
10als ich ihm eine schroffe Grenze bildete und Riegel und Tore setzte
11und sagte: 'Bis hierher kommst du und nicht weiter! Hier soll brechen der Übermut deiner Wellen.'?
12Hast du in deinen Tagen dem Morgen geboten? Zeigtest du dem Morgenlicht seinen Ort,
13dass es fasse die Säume der Erde und [dass] abgeschüttelt werden die Ehrfurchtslosen von ihr?
14Sie wandelt sich - wie das Siegel den Ton1 _ und wie ein Gewand stellt sich [alles] dar.
15Und entzogen wird den Ehrfurchtslosen ihr Licht2, zerbrochen wird der gehobene Arm.
16Bist du zu den Quellen des Meeres gelangt? Hast du dich in der Erforschung der Tiefe ergangen?
17Sind dir die Tore des Todes aufgedeckt worden? Hast du die Pforten des Todesschattens gesehen?
18Nahmst du Einsicht in die Weiten des Erdreichs? Sag an, wenn du es alles erkannt hast!
19Wo ist der Weg dahin, wo das Licht wohnt? Und das Dunkel, wo ist sein Ort,
20dass du es brächtest in sein Gebiet, dass du wüsstest die Pfade zu seinem Haus?
21Das weißt du ja, denn damals wurdest du geboren und die Zahl deiner Tage ist groß.
22Bist du zu den Speichern des Schnees gelangt? Und hast du die Speicher des Hagels gesehen,
23die ich aufgespart habe für die Zeit der Not, für den Tag des Kampfes und der Schlacht?
24Wo ist denn der Weg, wo das Licht sich teilt, der Ostwind sich über das Land breitet?
25Wer spaltet der Regenflut einen Wassergraben und einen Weg für den donnernden Blitz3,
26um regnen zu lassen auf ein Land ohne Leute, auf eine Wüste, darin kein Mensch ist,
27um den Durst von Öde und Wildnis zu stillen und sprossen zu lassen die Triebe des zarten Grases?
28Hat der Regen einen Vater? Oder wer hat die Tropfen des Taus geboren?
29Aus wessen Schoß kam das Eis hervor? Und des Himmels Reif, wer hat ihn geboren?
30Wie Stein erstarren die Wasser4, die Fläche der tiefen Flut wird fest.
31Knüpfst du die Bänder des Siebengestirns? Oder löst du die Fesseln des Orions auf?
32Kannst du hervorkommen lassen die Tierkreisbilder zu ihrer Zeit? Leitest du den großen Bären5 mitsamt seinen Jungen6?
33Kennst du die Ordnungen des Himmels7? Setzt du auf der Erde seine Herrschaft8 durch?
34Erhebst du zum Gewölk die Stimme, dass ein Wasserschwall dich bedeckt?
35Sendest du Blitze, dass sie hinfahren und dir sagen: 'Hier sind wir!'?
36Wer legte Weisheit9 in den Ibis10? Wer gab dem Hahn11 Verständigkeit?
37Wer zählt in Weisheit die Wolken? Wer gießt die Schläuche12 der Himmel aus,
38wenn der Staub zu Klumpen13 sich ergießt14 und die Erdschollen fest aneinanderhaften?
39Jagst du für die Löwin die Beute? Stillst du die Gier15 der jungen Löwen,
40wenn sie auf [ihren] Lagern sich ducken, im Dickicht auf der Lauer sitzen?
41Wer bereitet dem Raben sein Futter, wenn seine Jungen16 rufen zu dem Starken und umherirren ohne Nahrung?"
Fußnoten
- 1 d. i.: den Ton, in den das Siegel eingedrückt wird.
- 2 Vgl. V. 13; 24,17.
- 3 o.: für die donnernde Gewitterwolke
- 4 o.: ziehen sich die Wasser zusammen <und verstecken sich>
- 5 evtl. a. das Sternbild des Löwen; der genaue Gestirnname ist unsicher.
- 6 eigtl.: mit seinen Söhnen
- 7 "Himmel" steht im Heb. immer in der Mehrzahl.
- 8 eigtl.: seine Vorstandschaft; seine Herrschaft
- 9 o.: Ahnungsvermögen
- 10 and.: in die Nieren; ins Innere
- 11 and.: der Lufterscheinung; o.: dem Nordlicht; o.: dem Wolkengebilde
- 12 o.: Krüge
- 13 w.: zu Metallguss
- 14 o.: verfließt
- 15 und den Erhaltungstrieb
- 16 w.: seine Geborenen; so a. Hi 39,3.