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Altes Testament

Hiob Kapitel 13

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Siehe! All das sah mein Auge, hörte mein Ohr und merkte es sich.
2So viel ihr wisst, weiß auch ich. Ich stehe hinter euch nicht zurück.
3Doch ich will zu dem Allmächtigen reden, mit Gott zu rechten begehre ich.
4Aber ihr: Lügendichter, nichtsnutzige Heiler1 seid ihr alle!
5Wenn ihr nur schweigen wolltet, ja, schweigen wolltet! Das würde euch angerechnet als Weisheit.
6O hört meine Beweisführung2 und merkt auf die Verteidigungsreden meiner Lippen!
7Wollt ihr Gott zuliebe Unrecht reden und für ihn Trug reden?
8Wollt ihr für ihn Partei ergreifen? Oder wollt ihr für den Starken3 rechten?
9Wird's [für euch] gut ausgehen, wenn er euch durchforscht? Oder wollt ihr ihn täuschen, wie man einen Sterblichen täuscht?
10Sehr züchtigen wird er euch, wenn ihr im Geheimen das Angesicht [der Person] hochhaltet4!
11Wird nicht seine Hoheit euch aufschrecken und sein Schrecken auf euch fallen?
12Eure Denksprüche sind Staubsprüche. Zu Bollwerken5 aus Lehm sind eure Bollwerke geworden!
13Schweigt, <lasst ab> von mir, ich will reden! <Dann> komme über mich, was da will!
14Weshalb sollte ich mein Fleisch zwischen meine Zähne nehmen, meine Seele in meine Hand6 legen7?
15Siehe! Er mag mich töten, ich harre auf ihn. Jedoch meine Wege will ich ihm ins Angesicht rechtfertigen!
16Schon das würde mir zur Hilfe gereichen, dass ja ein Ruchloser nicht vor sein Angesicht kommen darf.
17So hört denn, ja, hört meine Rede, und meine Darlegung - in eure Ohren!
18Siehe nun! Ich habe die Rechtssache vorgebracht. Ich weiß, dass ich Recht bekomme.
19Wer ist's, der mit mir rechten8 könnte? Ja, dann wollte ich schweigen und verscheiden.
20Nur zweierlei tue nicht an mir, so werde ich mich vor dir nicht verbergen:
21Tue deine Hand9 weg von mir, und dein Schrecken überfalle mich nicht!
22So rufe denn, und ich werde entgegnen. Oder ich rede, und du erwidere mir!
23Wie viele sind meine Verschuldungen und Sünden? Meine Übertretung und meine Sünde lass mich wissen!
24Warum verbirgst du dein Angesicht und hältst du mich für deinen Feind?
25Willst du ein verwehtes Blatt wegschrecken, eine dürre Strohstoppel jagen?
26Fürwahr, Bitteres lässt du gegen mich schreiben [als Urteil], du lässt mich erben die Verschuldungen meiner Jugend;
27du legst meine Füße in den Block und beobachtest alle meine Pfade, um die Sohlen meiner Füße10 herum zeichnest du Linien11.
28Und er, wie Moder zerfällt er,12 wie ein Kleid, das die Motte zerfraß -

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: Heiler mit Nichtigem
  2. 2 o.: Darlegung
  3. 3 heb. El (Gott, den Starken)
  4. 4 i. S. v.: Partei ergreift
  5. 5 o.: Schildbuckeln; so a. i. Folg.
  6. 6 eigtl.: offene Hand; Handfläche
  7. 7 d. h.: mein Leben aufs Spiel setzen
  8. 8 i. S. v.: erfolgreich den Rechtsstreit führen; den Rechtsstreit gegen mich gewinnen
  9. 9 eigtl.: deine offene Hand; d. h.: deine schlagende Hand
  10. 10 o.: um meine Fußwurzeln
  11. 11 eigtl.: Einschnitte, Kerben; erg.: und so steckst du ihnen Schranken.
  12. 12 n. d. aram. Üsg.: Und ich, wie Moder zerfalle ich