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Altes Testament

Hiob Kapitel 14

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1der Mensch, von der Frau geboren, kurz an Tagen, mit Unruhe gesättigt:
2wie die Blume geht er auf und welkt dahin; er flieht wie der Schatten, hat nicht Bestand;
3und sogar über einen solchen hältst du deine Augen offen, und mich1 führst du ins Gericht mit dir!
4Kann ein Reiner von einem Unreinen [kommen]? Nicht ein einziger!
5Wenn seine Tage genau bemessen sind, die Zahl seiner Monate bei dir [feststeht] (du hast ihm ja die Schranke gesetzt, und er kann sie nicht überschreiten),
6so schaue weg von ihm, dass er Ruhe habe, dass er wie ein Tagelöhner Gefallen2 finde an seinem Tag!
7Ja, für den Baum gibt es Hoffnung: Wird er abgeschnitten, so sprosst er neu und seine Schösslinge bleiben nicht aus.
8Wenn seine Wurzel [auch] in der Erde altert und sein Stumpf im Staube abstirbt,
9so wird er vom Duft des Wassers sprossen, Zweige treiben wie ein <frischer> Pflänzling.
10Aber ein Mann stirbt und liegt hingestreckt da; ein Mensch verscheidet - und wo ist er?
11Die Wasser aus dem Meer3 versickern, und der Fluss vertrocknet und versiegt:
12So legt der Mann sich hin und steht nicht wieder auf. Bis die Himmel nicht mehr sind, erwachen sie nicht und werden nicht geweckt aus ihrem Schlaf.
13Könntest du doch im Scheol mich verstecken, mich verbergen, bis dein Zorn sich wendet, mir eine Frist setzen und <dann> meiner gedenken!
14Wird der Mensch, wenn er stirbt, etwa [wieder] lebendig? Alle Tage meiner Dienstzeit wollte ich harren, bis meine Ablösung käme!
15Du würdest rufen, ich gäbe dir Antwort. Du hast dich [ja] gesehnt nach dem Werk deiner Hände4.
16Wenn du auch jetzt meine Schritte zählst, [dann] würdest du auf meine Sünde nicht [mehr] achthaben.
17Meine Übertretung wäre in einem Bündel versiegelt, und meine Schuld würdest du überkleben5.
18Jedoch: Ein Berg stürzt ein, zerfällt, und ein Fels rückt von seiner Stelle,
19Wasser höhlt Steine aus, Regengüsse schwemmen den Erdstaub weg - und die Hoffnung des Sterblichen lässt du schwinden.
20Du überwältigst ihn für immer und er geht dahin. Du entstellst sein Angesicht und schickst ihn fort6.
21Werden seine Söhne geehrt, er weiß es nicht; oder werden sie gering7, er merkt es nicht.
22Nur an ihm selbst wird sein Fleisch Schmerz empfinden und [nur] um sich selbst wird seine Seele trauern."

Fußnoten

  1. 1 nach d. gr., syr., lat. Üsg.: ihn
  2. 2 und Befriedigung
  3. 3 o.: See; der heb. Begriff für "Meer" kann auch für einen See (o.: Strom, Jer 51,36) stehen; vgl. Jes 8,23; Mt 4,15.18.
  4. 4 d. i.: nach mir
  5. 5 d. h.: durch Kleben verschließen (Grundbed.: bestreichen; das Wort bed. nicht "vergeben; bedecken".)
  6. 6 i. S. v.: du lässt ihn dahinfahren.
  7. 7 i. S. v.: gering geachtet