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Altes Testament

Hiob Kapitel 2

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah eines [bestimmten] Tages, dass die Gottessöhne kamen, um sich vor das Angesicht Jahwehs zu stellen. Und es kam auch der Satan in ihrer Mitte, um sich vor das Angesicht Jahwehs zu stellen.
2Und Jahweh sagte zu dem Satan: "Wo kommst du her?" Und der Satan antwortete Jahweh und sagte: "Vom Durchstreifen des Landes und vom Umherwandeln darin."
3Und Jahweh sagte zu dem Satan: "Hast du dein Herz gerichtet auf meinen leibeigenen Knecht Hiob, dass es seinesgleichen nicht gibt im Lande: unsträflich und aufrichtig und Gott fürchtend, und er hält sich fern vom Bösen? Und immer noch hält er fest an seiner Unsträflichkeit1; und dabei hattest du mich gegen ihn aufgestachelt, ihn ohne Ursache zu verschlingen."
4Und der Satan antwortete Jahweh: "Haut für Haut; ja, alles, was der Mensch hat, wird er geben für sein Leben2.
5Doch strecke nur deine Hand aus und rühre sein Gebein und sein Fleisch an, ob er dir nicht ins Angesicht fluchen3 wird."
6Und Jahweh sagte zu dem Satan: "Siehe! Er ist in deiner Hand. Doch schone sein Leben."
7Und der Satan ging hinaus, fort vom Angesicht Jahwehs. Und er schlug Hiob mit bösen Geschwüren, von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel.
8Der nahm sich eine Tonscherbe, um sich damit zu schaben, während er mitten im Staube saß4.
9Und seine Frau sagte zu ihm: "Hältst du noch fest an deiner Makellosigkeit? Fluche Gott5 und stirb!"
10Und er sagte zu ihr: "Wie eine der Törichten redest du. Das Gute nehmen wir von Gott an. Sollten wir da nicht auch das Böse annehmen?" Bei alldem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen.
11Und die drei Freunde Hiobs hörten von diesem ganzen Übel, das über ihn gekommen war. Und sie kamen, ein jeder aus seinem Ort: Elifas, der Temaniter, und Bildad, der Schuachiter, und Zophar, der Naamatiter. Und sie verabredeten sich miteinander, zu kommen, um ihm ihr Beileid zu bekunden und ihn zu trösten.
12Und sie erhoben ihre Augen von ferne und erkannten ihn nicht. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten. Und sie rissen ein jeder sein Oberkleid entzwei und warfen Staub zu den Himmeln auf ihre Häupter.
13Und sie saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte lang. Und keiner redete ein Wort zu ihm, denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.

Fußnoten

  1. 1 o.: Tadellosigkeit (vom gleichen Wort wie "untadelig"; 1,1.8)
  2. 2 Grundbed.: Seele; so a. i. Folg.
  3. 3 o.: absagen
  4. 4 n. d. gr. Üsg.: und er saß auf dem Misthaufen außerhalb der Stadt.
  5. 5 o.: Sage Gott ab; eigtl.: gib Gott den [Abschieds]segen