Altes Testament
Hiob Kapitel 22
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Elifas, der Temaniter, antwortete. Er sagte:
2"Kann ein Mann dem Starken Nutzen bringen? Vielmehr: Der Verständige bringt sich selbst Nutzen!
3Ist es dem Allmächtigen ein Vorteil, wenn du gerecht bist? Ist es ihm Gewinn, wenn du deine Wege vollkommen machst?
4Ist es wegen deiner Gottesfurcht, dass er dich straft? Geht er darum mit dir ins Gericht?
5Ist nicht deine Bosheit vielfältig, [sind nicht] deine Verschuldungen ohne Ende?
6Deinen Bruder pfändetest du grundlos, den notdürftig Bekleideten1 zogst du die Kleider aus,
7dem Erschöpften gabst du nicht Wasser zu trinken, dem Hungrigen versagtest du das Brot.
8Dem Mann der Faust, ihm gehörte das Land; der das Angesicht Erhebende2 wohnte darin.
9Witwen schicktest du leer fort und die Arme der Waisen zermalmtest du.
10Deshalb sind Schlingen3 rings um dich her und ängstigt dich plötzlicher Schrecken
11oder die Finsternis, dass du nicht siehst, oder die Wasserflut, die dich bedeckt.
12Ist Gott nicht in der Himmelshöhe? Und sieh die höchsten Sterne4, wie hoch!
13Und du sagst: 'Was weiß der Starke? Kann er richten durch Wetterdunkel hindurch?
14Die Wolken sind für ihn eine Hülle, dass er nicht sieht; und am Kreis5 des Himmels wandelt er dahin.'
15Willst du dem Pfad der Vorzeit folgen, den die heillosen Leute betraten,
16die hingerafft wurden, ehe es Zeit war6? - wie ein Strom zerfloss ihr fester Grund! -,
17die zu dem Starken sagten: 'Weiche von uns!', und was ihnen der Allmächtige7 denn tun könne?
18Und er hatte doch ihre Häuser mit Gutem8 gefüllt! Aber fern sei von mir der Rat der Ehrfurchtslosen!
19Die Gerechten sehen es und freuen sich, der Schuldlose spottet über sie:
20'Fürwahr, unsere Gegner sind vertilgt, ihren Überrest9 hat das Feuer gefressen.'10
21Befreunde dich mit ihm11 und halte Frieden, davon wird Gutes dir kommen!
22Nimm Weisung an aus seinem Mund und lege seine Worte dir ins Herz!
23Kehrst du zu dem Allmächtigen um, so wirst du gebaut werden, wirst Unrecht entfernen aus deinem Zelt.
24Wirf das Golderz in den Staub und das Ofirgold zu den Kieseln im Bach,
25so wird der Allmächtige dein Golderz sein und erlesenes Silber für dich.
26Fürwahr, dann wirst du deine Lust haben12 am Allmächtigen und zu Gott dein Angesicht erheben,
27wirst zu ihm flehen, und er wird dich hören; und du wirst deine Gelübde bezahlen.
28Und beschließt du eine Sache13, so kommt sie zustande; über deinen Wegen wird strahlen das Licht.
29Führen sie abwärts, wirst du sagen: 'Empor!' Wer niedrige Augen hat,14 dem wird er helfen;
30selbst den nicht Schuldlosen wird er retten. Ja, gerettet wird er durch die Reinheit deiner Hände15."
2"Kann ein Mann dem Starken Nutzen bringen? Vielmehr: Der Verständige bringt sich selbst Nutzen!
3Ist es dem Allmächtigen ein Vorteil, wenn du gerecht bist? Ist es ihm Gewinn, wenn du deine Wege vollkommen machst?
4Ist es wegen deiner Gottesfurcht, dass er dich straft? Geht er darum mit dir ins Gericht?
5Ist nicht deine Bosheit vielfältig, [sind nicht] deine Verschuldungen ohne Ende?
6Deinen Bruder pfändetest du grundlos, den notdürftig Bekleideten1 zogst du die Kleider aus,
7dem Erschöpften gabst du nicht Wasser zu trinken, dem Hungrigen versagtest du das Brot.
8Dem Mann der Faust, ihm gehörte das Land; der das Angesicht Erhebende2 wohnte darin.
9Witwen schicktest du leer fort und die Arme der Waisen zermalmtest du.
10Deshalb sind Schlingen3 rings um dich her und ängstigt dich plötzlicher Schrecken
11oder die Finsternis, dass du nicht siehst, oder die Wasserflut, die dich bedeckt.
12Ist Gott nicht in der Himmelshöhe? Und sieh die höchsten Sterne4, wie hoch!
13Und du sagst: 'Was weiß der Starke? Kann er richten durch Wetterdunkel hindurch?
14Die Wolken sind für ihn eine Hülle, dass er nicht sieht; und am Kreis5 des Himmels wandelt er dahin.'
15Willst du dem Pfad der Vorzeit folgen, den die heillosen Leute betraten,
16die hingerafft wurden, ehe es Zeit war6? - wie ein Strom zerfloss ihr fester Grund! -,
17die zu dem Starken sagten: 'Weiche von uns!', und was ihnen der Allmächtige7 denn tun könne?
18Und er hatte doch ihre Häuser mit Gutem8 gefüllt! Aber fern sei von mir der Rat der Ehrfurchtslosen!
19Die Gerechten sehen es und freuen sich, der Schuldlose spottet über sie:
20'Fürwahr, unsere Gegner sind vertilgt, ihren Überrest9 hat das Feuer gefressen.'10
21Befreunde dich mit ihm11 und halte Frieden, davon wird Gutes dir kommen!
22Nimm Weisung an aus seinem Mund und lege seine Worte dir ins Herz!
23Kehrst du zu dem Allmächtigen um, so wirst du gebaut werden, wirst Unrecht entfernen aus deinem Zelt.
24Wirf das Golderz in den Staub und das Ofirgold zu den Kieseln im Bach,
25so wird der Allmächtige dein Golderz sein und erlesenes Silber für dich.
26Fürwahr, dann wirst du deine Lust haben12 am Allmächtigen und zu Gott dein Angesicht erheben,
27wirst zu ihm flehen, und er wird dich hören; und du wirst deine Gelübde bezahlen.
28Und beschließt du eine Sache13, so kommt sie zustande; über deinen Wegen wird strahlen das Licht.
29Führen sie abwärts, wirst du sagen: 'Empor!' Wer niedrige Augen hat,14 dem wird er helfen;
30selbst den nicht Schuldlosen wird er retten. Ja, gerettet wird er durch die Reinheit deiner Hände15."
Fußnoten
- 1 eigtl.: den Entblößten; nur mit dem Unterkleid bekleidet zu sein galt als "entblößt".
- 2 i. S. v.: der Angesehene
- 3 o.: Klappnetze
- 4 w.: den Gipfel der Sterne
- 5 evtl.: am Horizontkreis; vgl. Hi 26,10; Spr 8,27.
- 6 w.: und es war nicht Zeit (bzw. Frist).
- 7 heb. El-schaddai; schaddai ist abgeleitet entweder von schadad ("gewaltig sein") oder von sche-dai ("der, welcher der Ausreichende [bzw. Genügende o. Reichliche] ist").
- 8 und Wohlstand
- 9 o.: was von ihnen übrig blieb
- 10 eigtl.: Wenn unsere Gegner nicht vertilgt sind und ihren Überrest nicht das Feuer gefressen hat ...! (Eine heb. Schwurformel; die zweite Hälfte wird nicht ausgesprochen.)
- 11 o.: Sei ihm ein Vertrauter
- 12 o.: dich laben
- 13 o.: ein Wort
- 14 o.: Dem, der die Augen niederschlägt; d. h.: dem Gedemütigten
- 15 eigtl.: deiner Handflächen; deiner offenen Hände