Altes Testament
Hiob Kapitel 21
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Hiob antwortete und sagte:
2"Hört, o hört auf mein Wort! Eure Tröstung sei dieses!1
3Ertragt mich, so werde ich reden! Und nach meinem Reden magst du spotten.
4Ergeht denn meine Klage an Menschen? Und warum sollte mein Geist nicht ungeduldig2 werden?
5Wendet euch zu mir und erstarrt und legt die Hand auf den Mund!
6Denke ich daran, so bin ich bestürzt und Schauder erfasst mein Fleisch.
7Warum bleiben die Ehrfurchtslosen am Leben, rücken fort und nehmen noch zu an Kraft?
8Ihr Same um sie her steht fest vor ihnen, ihre Sprösslinge sind vor ihren Augen.
9Ihre Häuser haben Frieden, keinen Schrecken, und die Rute3 Gottes kommt nicht über sie.
10Sein Stier bespringt4 und versagt nicht, seine Kuh kalbt5 und wirft nicht fehl.
11Ihre Knaben schicken sie aus wie eine Herde, ihre Kinder springen umher.
12Sie erheben [sich] zu Handpauke und Leier, freuen sich beim Klang der Schalmei6.
13Sie verbringen in Wohlergehen7 ihre Tage, sinken in einem Augenblick8 in den Scheol.
14Und doch sagen sie zu dem Starken: 'Weiche von uns! An der Erkenntnis deiner Wege haben wir kein Gefallen.
15Was ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten? Welchen Nutzen haben wir, dass wir <bittend> in ihn dringen sollten?'
16Sieh: Nicht in ihrer Hand [ist] ihr Wohl. Der Rat der Ehrfurchtslosen sei von mir fern!
17Wie oft erlischt das Licht der Ehrfurchtslosen und kommt ihr Unglück über sie, dass er ihnen ihr Losteil gibt in seinem Zorn?
18[Wie oft] werden sie wie Stroh vor dem Wind und wie Spreu, die der Sturm entführt?
19Spart Gott das Unheil auf für dessen Söhne9? Ihm selbst soll er vergelten, dass er es spüre!
20Sollen seine Augen sein Verderben sehen! Vom Grimm des Allmächtigen soll er trinken!
21Fürwahr, was schert ihn sein Haus nach ihm, wenn die Zahl seiner Monate vorbei ist?
22Kann man Gott Erkenntnis lehren, ihn, da [doch] er die Hohen richtet?
23Der eine stirbt im Vollbesitz seiner Kraft, ganz ungestört und sorglos;
24seine Vorratsgefäße10 sind voll Milch, saftvoll ist das Mark seiner Knochen -
25und jener stirbt mit bitterer Seele, Gutes hat er nicht genossen:
26Gemeinsam liegen sie im Staub, Gewürm deckt sie zu.
27Siehe! Ich kenne eure Gedanken, die Pläne, die ihr gegen mich ersinnt,
28denn ihr sagt: 'Wo ist das Haus des Edlen, wo das Zelt, die Wohnung der Ehrfurchtslosen?'
29Habt ihr die des Weges Dahinziehenden11 nicht gefragt? Ihre denkwürdigen <Aussagen> werdet ihr doch nicht verkennen <wollen>:
30dass der Böse verschont wird am Tag des Unglücks, dass sie [sicher] weggebracht werden am Tag der Zornesfluten.
31Wer mag seinen Weg12 ihm ins Angesicht vorhalten? Und hat er gehandelt, wer will ihm vergelten?
32Er wird zur Gräberstätte getragen und auf dem Grabhügel hält man Wache13.
33Süß sind ihm die Erdschollen des Bachtals. Und alle Leute folgen ihm nach, auch vor ihm waren Unzählige.
34Wie wollt ihr mich trösten mit Dunst? Von euren Erwiderungen bleibt nur Falschheit zurück."
2"Hört, o hört auf mein Wort! Eure Tröstung sei dieses!1
3Ertragt mich, so werde ich reden! Und nach meinem Reden magst du spotten.
4Ergeht denn meine Klage an Menschen? Und warum sollte mein Geist nicht ungeduldig2 werden?
5Wendet euch zu mir und erstarrt und legt die Hand auf den Mund!
6Denke ich daran, so bin ich bestürzt und Schauder erfasst mein Fleisch.
7Warum bleiben die Ehrfurchtslosen am Leben, rücken fort und nehmen noch zu an Kraft?
8Ihr Same um sie her steht fest vor ihnen, ihre Sprösslinge sind vor ihren Augen.
9Ihre Häuser haben Frieden, keinen Schrecken, und die Rute3 Gottes kommt nicht über sie.
10Sein Stier bespringt4 und versagt nicht, seine Kuh kalbt5 und wirft nicht fehl.
11Ihre Knaben schicken sie aus wie eine Herde, ihre Kinder springen umher.
12Sie erheben [sich] zu Handpauke und Leier, freuen sich beim Klang der Schalmei6.
13Sie verbringen in Wohlergehen7 ihre Tage, sinken in einem Augenblick8 in den Scheol.
14Und doch sagen sie zu dem Starken: 'Weiche von uns! An der Erkenntnis deiner Wege haben wir kein Gefallen.
15Was ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten? Welchen Nutzen haben wir, dass wir <bittend> in ihn dringen sollten?'
16Sieh: Nicht in ihrer Hand [ist] ihr Wohl. Der Rat der Ehrfurchtslosen sei von mir fern!
17Wie oft erlischt das Licht der Ehrfurchtslosen und kommt ihr Unglück über sie, dass er ihnen ihr Losteil gibt in seinem Zorn?
18[Wie oft] werden sie wie Stroh vor dem Wind und wie Spreu, die der Sturm entführt?
19Spart Gott das Unheil auf für dessen Söhne9? Ihm selbst soll er vergelten, dass er es spüre!
20Sollen seine Augen sein Verderben sehen! Vom Grimm des Allmächtigen soll er trinken!
21Fürwahr, was schert ihn sein Haus nach ihm, wenn die Zahl seiner Monate vorbei ist?
22Kann man Gott Erkenntnis lehren, ihn, da [doch] er die Hohen richtet?
23Der eine stirbt im Vollbesitz seiner Kraft, ganz ungestört und sorglos;
24seine Vorratsgefäße10 sind voll Milch, saftvoll ist das Mark seiner Knochen -
25und jener stirbt mit bitterer Seele, Gutes hat er nicht genossen:
26Gemeinsam liegen sie im Staub, Gewürm deckt sie zu.
27Siehe! Ich kenne eure Gedanken, die Pläne, die ihr gegen mich ersinnt,
28denn ihr sagt: 'Wo ist das Haus des Edlen, wo das Zelt, die Wohnung der Ehrfurchtslosen?'
29Habt ihr die des Weges Dahinziehenden11 nicht gefragt? Ihre denkwürdigen <Aussagen> werdet ihr doch nicht verkennen <wollen>:
30dass der Böse verschont wird am Tag des Unglücks, dass sie [sicher] weggebracht werden am Tag der Zornesfluten.
31Wer mag seinen Weg12 ihm ins Angesicht vorhalten? Und hat er gehandelt, wer will ihm vergelten?
32Er wird zur Gräberstätte getragen und auf dem Grabhügel hält man Wache13.
33Süß sind ihm die Erdschollen des Bachtals. Und alle Leute folgen ihm nach, auch vor ihm waren Unzählige.
34Wie wollt ihr mich trösten mit Dunst? Von euren Erwiderungen bleibt nur Falschheit zurück."
Fußnoten
- 1 i. S. v.: Dieses sei der Trost, den ihr mir gewähren sollt.
- 2 Grundbed.: kurz
- 3 o.: der Stecken
- 4 o.: besamt; befruchtet
- 5 Grundbed.: gebiert
- 6 o.: der Rohrpfeife
- 7 eigtl.: in Gutem; so a. V. 16.25.
- 8 d. h.: ohne Leiden
- 9 d. h.: für die Kinder des Ehrfurchtslosen
- 10 o.: Eimer; Tröge; o.: Muskeln; das heb. Wort ist nicht gesichert; n. d. gr. Üsg.: Eingeweide.
- 11 d. i.: die Erfahrenen
- 12 und Wandel
- 13 d. h.: die Erinnerung an ihn verschwindet nicht; vgl. Hi 18,17.