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Altes Testament

Jeremia Kapitel 11

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Das Wort, das von Jahweh zu Jeremia geschah:
2"Hört auf die Worte dieses Bundes und redet zu den Männern Judas und zu den Bewohnern Jerusalems!
3Und du sollst zu ihnen sagen: So sagt Jahweh, der Gott Israels: 'Verflucht ist der Mann, der nicht auf die Worte dieses Bundes hört,
4den ich euren Vätern gebot an dem Tag, als ich sie aus dem Land Ägypten führte, aus dem eisernen Schmelzofen, als ich sagte: Hört auf meine Stimme und handelt danach, gemäß allem, was ich euch gebiete, so werdet ihr mir Volk sein und ich selbst werde euch Gott sein;
5damit ich den Eid aufrecht halte, den ich euren Vätern geschworen habe, ihnen ein Land zu geben, das von Milch und Honig fließt, wie es an diesem Tag ist.'" Und ich antwortete und sagte: "Amen, Jahweh!"
6Und Jahweh sagte zu mir: "Rufe alle diese Worte aus in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems und sage: 'Hört die Worte dieses Bundes und tut sie!,
7denn ich habe euren Vätern ernsthaft bezeugt, an dem Tag, als ich sie aus dem Land Ägypten heraufführte, bis zu diesem Tag, früh mich aufmachend und bezeugend, indem ich sagte: Hört auf meine Stimme!
8Aber sie hörten nicht und neigten ihr Ohr nicht, sie wandelten, ein jeder, in der Verstocktheit ihres bösen Herzens. So ließ ich über sie kommen alle Worte dieses Bundes, die zu tun ich ihnen geboten habe, die sie aber nicht getan haben.'"
9Und Jahweh sagte zu mir: "Es hat sich eine Verschwörung gefunden unter den Männern Judas und unter den Bewohnern Jerusalems.
10Sie sind zurückgekehrt zu den Sünden ihrer Vorväter, die sich geweigert hatten, auf meine Worte zu hören. Und sie selbst sind anderen Göttern nachgegangen, ihnen zu dienen. Das Haus Israel und das Haus Juda haben meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern schloss.
11Darum", so sagt Jahweh: "Siehe! Ich bringe ihnen Unheil, dem sie nicht entgehen können. Und sie werden zu mir rufen, ich werde aber nicht auf sie hören.
12Und die Städte Judas und die Bewohner Jerusalems werden hingehen und zu den Göttern rufen, denen sie Rauchopfer dargebracht haben. Aber die werden sie nicht retten zur Zeit ihres Unheils;
13denn deine Götter sind so zahlreich geworden wie deine Städte, Juda. Und nach der Zahl der Straßen von Jerusalem habt ihr dem Schandbild1 Altäre gesetzt, Altäre, um dem Baal Rauchopfer darzubringen.
14Du aber, tue nicht Fürbitte für dieses Volk! Und erhebe weder Flehen noch Gebet für sie - denn ich werde nicht hören zu der Zeit, da sie wegen ihres Unglücks zu mir rufen!
15Was will meine Geliebte2 in meinem Haus? Arglistiges Planen ist ihr Tun. Werden die vielen [Gaben] und das heilige Opfer[fleisch] dein Unglück abwenden? Dann könntest du frohlocken!
16Einen grünen Olivenbaum, schön an wohlgestalteter Frucht, hatte Jahweh dich genannt. Lärm eines großen Geprassels: Feuer legte er an ihn, und es brachen seine Äste.
17Und Jahweh der Heere, der dich gepflanzt hat, hat Unheil über dich geredet - wegen der Bosheit des Hauses Israel und des Hauses Juda, die sie sich selbst angetan haben, um mich zu reizen3, indem sie dem Baal Rauchopfer darbrachten."
18Und Jahweh hat es mich erkennen lassen, sodass ich es erkannte. Damals hast du mir ihr Treiben gezeigt.
19Ich aber war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird. Und ich hatte nicht erkannt, dass sie Anschläge gegen mich planten: "Lasst uns den Baum mit seiner Frucht verderben und ihn aus dem Land der Lebenden ausrotten, dass man sich nicht mehr an seinen Namen erinnere!"
20Aber du, Jahweh der Heere, gerechter Richter, Prüfer von Nieren und Herz! Möge ich schauen deine Rache an ihnen, denn dir habe ich meine Rechtssache anvertraut!
21"Darum, so sagt Jahweh über die Männer von Anatot, die nach deiner Seele4 trachten und sagen: 'Du sollst nicht weissagen im Namen Jahwehs, sonst wirst du durch unsere Hände sterben' -
22darum, so sagt Jahweh der Heere: 'Siehe! Ich suche sie heim: Die jungen Männer werden durchs Schwert sterben und ihre Söhne und ihre Töchter werden vor Hunger sterben;
23und von ihnen wird kein Überrest bleiben, denn ich werde den Männern von Anatot Unheil bringen, das Jahr ihrer Heimsuchung.'"

Fußnoten

  1. 1 d. h.: dem schändlichen Götzen; vgl. Jer 3,24.
  2. 2 o.: mein Geliebter; hier: Juda
  3. 3 und zu kränken
  4. 4 d. h.: nach deinem Leben; so a. i. Folg.