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Altes Testament

Jeremia Kapitel 8

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Zu jener Zeit", ist der Spruch Jahwehs, "wird man die Gebeine der Könige von Juda und die Gebeine seiner Obersten und die Gebeine der Priester und die Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bewohner Jerusalems aus ihren Gräbern holen.
2Und man wird sie ausbreiten vor der Sonne und vor dem Mond und vor dem ganzen Heer des Himmels, die sie liebten und denen sie dienten und denen sie nachgingen und die sie suchten1 und vor denen sie sich huldigend niederwarfen. Sie werden nicht <wieder> eingesammelt noch begraben werden. Zu Dünger auf der Fläche des Erdbodens sollen sie werden!
3Und es wird der Tod dem Leben vorgezogen werden von dem ganzen Überrest der Übriggebliebenen dieser bösen Sippschaft an allen Orten, wohin ich sie, die Übriggebliebenen, versprengt haben werde", ist der Spruch Jahwehs der Heere.
4"Und sage zu ihnen: So sagt Jahweh: Fällt man denn hin und steht nicht wieder auf? Kehrt sich einer ab und kehrt nicht wieder zurück?
5Weshalb macht sich abtrünnig dieses Volk Jerusalems zu immerwährender Abtrünnigkeit? Am Trug halten sie fest, weigern sich umzukehren.
6Ich gab acht und hörte hin: Sie reden, was nicht recht ist. Da ist niemand, der seine Bosheit bereut und sagt: 'Was habe ich getan!' Allesamt kehren sie sich in ihrem Lauf ab wie ein Pferd, das in die Schlacht stürmt.
7Selbst der Storch am Himmel kennt seine Zeiten, die Turteltaube, die Schwalbe, der Kranich halten die Zeit ihrer Wiederkehr ein, aber mein Volk kennt das Recht Jahwehs nicht.
8Wie könnt ihr sagen: 'Wir sind weise.' Und: 'Bei uns ist die Weisung Jahwehs'? Wahrlich, ja! Siehe! Der Lügengriffel der Schriftgelehrten hat [die Weisung]2 zur Lüge gemacht.
9Zuschanden werden sollen die Weisen! Verwirrt und gefangen werden sollen sie! Siehe! Das Wort Jahwehs haben sie verachtet! Und was für eine Weisheit haben sie [jetzt]?
10Darum werde ich ihre Frauen anderen geben, ihre Felder den [neuen] Besitzern3; denn sie alle, vom Kleinen bis zum Großen, sind hinter unrechtmäßigem Gewinn her; vom Propheten bis zum Priester, sie alle verüben Lug <und Betrug>.
11Den Zusammenbruch4 der Tochter meines Volks meinen sie leichthin zu heilen, indem sie sagen: 'Friede, Friede!' Aber da ist kein Friede.
12Zuschanden sind sie geworden, denn Gräuliches haben sie getan. Und sie schämen sich nicht, auch kennen sie Beschämung nicht. Darum werden sie fallen mit den Fallenden. Zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie straucheln", sagt Jahweh.
13"Gänzlich wegraffen werde ich sie", ist der Spruch Jahwehs. "Keine Trauben sind am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum, und das Blatt ist verwelkt: Und ich gebe sie hin denen, die über sie hinschreiten werden5."
14Wozu sitzen wir herum? Versammelt euch und lasst uns in die befestigten Städte gehen! - und dort zum Verstummen gebracht werden; denn Jahweh, unser Gott, bringt uns zum Verstummen und gibt uns Giftwasser zu trinken, denn wir haben gegen Jahweh gesündigt.
15Man hofft auf Frieden, und da ist nichts Gutes, auf eine Zeit der Heilung, und - siehe! - Schrecken!
16Von Dan her hört man <schon> das Schnauben seiner Pferde. Vom Schall des Wieherns seiner Starken erzittert alle Erde. Sie kommen und verzehren die Erde6 und ihre Fülle, die Stadt und die darin wohnen.
17"Fürwahr, seht! Ich bin im Begriff unter euch Schlangen zu senden, Giftschlangen, gegen die es keine Beschwörung gibt; die sollen euch beißen!", ist der Spruch Jahwehs.
18Unheilbarer Schmerz7 ist auf mir! Kummer! Ganz krank ist mein Herz in mir.
19Siehe! Horch! Ein inniges Rufen8 der Tochter meines Volks aus einem Land der Ferne: "Ist Jahweh nicht [mehr] in Zion? Ist ihr König nicht [mehr] darin?" - "Weshalb haben sie mich gereizt9 mit ihren Schnitzbildern, den ausländischen Dunstgebilden10?"
20"Vorüber ist die Ernte, die Obstlese ist zu Ende. Und wir, wir wurden nicht gerettet!
21Über dem Zusammenbruch der Tochter meines Volkes bin ich gebrochen, bin ich in Trauer11. Entsetzen hat mich erfasst."
22"Ist kein Balsam in Gilead? Oder ist kein Arzt dort? Warum wächst die Wundhaut der Tochter meines Volkes nicht zu?12
23O dass mein Haupt Wasser wäre und mein Auge ein Tränenquell, Tag und Nacht wollte ich beweinen die Durchbohrten der Tochter meines Volks!"

Fußnoten

  1. 1 und befragten
  2. 2 eigtl.: hat sie
  3. 3 eigtl.: den Enterbern; d. h.: denen, die sie aus ihrem Erbbesitz verdrängen und sie so enterben.
  4. 4 o.: den Schaden
  5. 5 o.: die sie (mit ihren Kriegsheeren) überschwemmen werden.
  6. 6 i. S. v.: Israels Erde
  7. 7 so in Anlehnung an die gr. u. aram. Üsg.; der Mas. T. ist unklar; and.: Erheiterung
  8. 8 o.: lautes Hilferufen
  9. 9 und gekränkt
  10. 10 o.: mit den Dunstgebilden (näml. den nichtigen Götzen) der Fremde.
  11. 11 o.: bin ich umdunkelt (viell.: gehe ich in dunklen <Kleidern> umher).
  12. 12 o.: Warum überzieht nicht die Wundhaut (o.: die offene Wunde) der Tochter meines Volkes?; o.: Warum bleibt ihre Genesung aus?