Altes Testament
Jeremia Kapitel 2
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
2"Gehe und rufe in die Ohren Jerusalems: So sagt Jahweh: 'Ich gedenke - dir <zugut> - der Güte1 deiner Jugendzeit, der Liebe deiner Brautzeit, wie du hinter mir hergingst in der Wüste, auf unbesäter Erde.
3Israel war Jahweh heilig, der Erstling2 seines Ertrags. Alle, die davon aßen, machten sich schuldig. Unheil kam über sie'", - ist der Spruch Jahwehs.
4"Hört das Wort Jahwehs, Haus Jakobs und alle Sippen des Hauses Israel!
5So sagt Jahweh: Was haben eure Väter an mir Unrechtes gefunden, dass sie sich von mir entfernten, - und sie gingen hinter dem Dunstgebilde her und wurden [selbst] zu Dunst?3
6Und sie sagten nicht: 'Wo ist Jahweh, der uns aus dem Land Ägypten heraufführte, der uns leitete in der Wüste, im Land der Steppe und der Grube, im Land der Dürre und des Todesschattens, in dem Land, durch das niemand zieht und wo kein Mensch wohnt?'
7In das Land der Baumgärten brachte ich euch, seine Frucht und sein Gutes zu essen. Und ihr kamt hin und machtet mein Land unrein und machtet mein Erbteil zum Gräuel.
8Die Priester fragten nicht: 'Wo ist Jahweh?' Und die, die die Weisung4 handhabten, erkannten mich nicht5. Und die Hirten wurden abtrünnig von mir. Die Propheten weissagten im [Namen] Baals und gingen denen nach, die nichts nützen.
9Darum werde ich weiter mit euch rechten", ist der Spruch Jahwehs, "und rechten mit den Söhnen eurer Söhne.
10So fahrt denn zu den Küsten der Kittäer6 und seht, sendet nach Kedar7 und gebt gut acht, seht, ob [je] etwas wie dieses geschehen ist!
11Hat irgendein Volk* Götter eingetauscht? Und diese da sind keine Götter! Mein Volk aber hat seine Herrlichkeit eingetauscht gegen das, was nichts nützt.
12Entsetzt euch darüber, Himmel, und erschaudert, erstarrt gar sehr!", - ist der Spruch Jahwehs;
13"denn zweifach Böses hat mein Volk getan: Mich haben sie verlassen, die Quelle lebendigen Wassers, um sich Zisternenbrunnen auszuhauen, löchrige8 Zisternenbrunnen, die Wasser nicht halten.
14Ist denn Israel ein leibeigener Knecht oder ein Hausgeborener? Warum ist er zur Beute geworden?
15Junglöwen erhoben brüllend ihre Stimme gegen ihn, machten seine Erde zur <schaurigen> Öde9; seine Städte sind verbrannt, ohne Bewohner.
16Auch die Söhne von Nof10 und Tachpanhes11 weiden den Scheitel dir ab.
17Hast du dir das nicht [selbst] angetan, da du Jahweh, deinen Gott, verlassen hast, in der Zeit, als er dich leitete auf dem Wege?
18Und jetzt - was bringt es dir, dass du nach Ägypten läufst12, um die Wasser des Schihor13 zu trinken? Was bringt es dir, dass du nach Assur läufst, um die Wasser des Stromes14 zu trinken?
19Deine Bosheit wird dich züchtigen, deine Übertretungen werden dich strafen. Erkenne und sieh, dass es böse und bitter ist, wenn du Jahweh, deinen Gott, verlässt und bei dir keine Furcht vor mir ist!", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs der Heere.
20"Ja, von Urzeit her habe ich dein Joch zerbrochen, deine Stricke15 abgerissen, aber du sagtest: 'Ich werde nicht dienen!' Ja, auf jedem hohen Hügel und unter jedem saftig-grünen Baum räkeltest du dich als Hure.
21Und ich selbst hatte dich als Edelrebe gepflanzt von gänzlich echtem Samen16. Wie hast du dich mir verwandelt zu entarteten Ranken eines fremden17 Weinstocks!
22Auch wenn du dich wüschest mit Natron und dir viel Laugensalz nähmst, würde [doch] der Schmutz deiner Schuld vor meinem Angesicht bleiben!", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs.
23"Wie kannst du sagen: 'Ich habe mich nicht unrein gemacht. Den Baalen ging ich nicht nach'? Sieh dir deinen Weg an im Tal, erkenne, was du getan hast, [du] leichtfüßige junge Kamelstute, die ihre Wege verdreht!18
24Eine Wildeselin, die Wüste gewohnt - in der Gier ihrer Seele schnappt sie nach Luft. Ihre Brunst, wer kann sie hemmen? Alle, die sie suchen, brauchen sich nicht zu mühen: In ihrer Brunstzeit19 finden sie sie.
25Bewahre deinen Fuß vor dem Barfußgehen und deine Kehle vor dem Durst! Aber du sagtest: 'Nein! Da wird nichts daraus20!, denn ich liebe die Auswärtigen21, und ihnen gehe ich nach.'
26Wie die Beschämung eines Diebes, wenn er ertappt wird, so muss beschämt sein das Haus Israel: Sie, ihre Könige, ihre Obersten und ihre Priester und ihre Propheten;
27die zum Holz sagen: 'Du bist mein Vater', und zum Stein: 'Du hast mich geboren'. Sie wandten ja den Nacken mir zu und nicht das Gesicht; aber zur Zeit ihres Unheils22 sagen sie: 'Steh auf und rette uns!'
28Wo sind nun deine Götter, die du dir gemacht hast? Lass sie aufstehen, dass sie dich retten zur Zeit deines Unheils, denn so zahlreich wie deine Städte sind deine Götter geworden, Juda!"
29"Was rechtet ihr mit mir? Ihr alle seid mir abtrünnig geworden!", ist der Spruch Jahwehs.
30"Vergeblich schlug ich eure Söhne. Züchtigung nahmen sie nicht an. Euer Schwert fraß eure Propheten wie ein reißender Löwe.
31O du Geschlecht!23 Seht das Wort Jahwehs! Bin ich [denn] für Israel eine Wüste gewesen oder ein Land tiefer Finsternis? Warum sagt mein Volk: 'Wir laufen frei umher, kommen nicht mehr zu dir!'?
32Vergisst eine Jungfrau ihren Schmuck, eine Braut ihren Gürtel24? Mein Volk aber hat mich vergessen seit unzähligen Tagen.
33Wie trefflich du deinen Weg einrichtest, um Liebschaft zu suchen! Darum hast du deine Wege sogar an Übeltaten gewöhnt!
34Selbst an den Säumen deiner [Kleider] findet sich Seelenblut von schuldlosen Armen, die du angetroffen hast - nicht etwa bei einem Einbruch, <sondern> wegen aller dieser Dinge25.
35Und du sagst: 'Ich bin ja unschuldig. Gewiss kehrt sein Zorn sich von mir.' Siehe! Ich gehe mit dir ins Gericht, weil du sagst: 'Ich hab nicht gesündigt.'
36Was rennst du <so> sehr, deinen Brunstweg wieder zu ändern?26 Auch an Ägypten wirst du zuschanden, wie du zuschanden wurdest an Assur.
37Auch von dort musst du ausziehen mit deinen Händen auf deinem Kopf; denn Jahweh hat die verworfen, auf die du vertraust; mit ihnen wird es dir nicht gelingen."
2"Gehe und rufe in die Ohren Jerusalems: So sagt Jahweh: 'Ich gedenke - dir <zugut> - der Güte1 deiner Jugendzeit, der Liebe deiner Brautzeit, wie du hinter mir hergingst in der Wüste, auf unbesäter Erde.
3Israel war Jahweh heilig, der Erstling2 seines Ertrags. Alle, die davon aßen, machten sich schuldig. Unheil kam über sie'", - ist der Spruch Jahwehs.
4"Hört das Wort Jahwehs, Haus Jakobs und alle Sippen des Hauses Israel!
5So sagt Jahweh: Was haben eure Väter an mir Unrechtes gefunden, dass sie sich von mir entfernten, - und sie gingen hinter dem Dunstgebilde her und wurden [selbst] zu Dunst?3
6Und sie sagten nicht: 'Wo ist Jahweh, der uns aus dem Land Ägypten heraufführte, der uns leitete in der Wüste, im Land der Steppe und der Grube, im Land der Dürre und des Todesschattens, in dem Land, durch das niemand zieht und wo kein Mensch wohnt?'
7In das Land der Baumgärten brachte ich euch, seine Frucht und sein Gutes zu essen. Und ihr kamt hin und machtet mein Land unrein und machtet mein Erbteil zum Gräuel.
8Die Priester fragten nicht: 'Wo ist Jahweh?' Und die, die die Weisung4 handhabten, erkannten mich nicht5. Und die Hirten wurden abtrünnig von mir. Die Propheten weissagten im [Namen] Baals und gingen denen nach, die nichts nützen.
9Darum werde ich weiter mit euch rechten", ist der Spruch Jahwehs, "und rechten mit den Söhnen eurer Söhne.
10So fahrt denn zu den Küsten der Kittäer6 und seht, sendet nach Kedar7 und gebt gut acht, seht, ob [je] etwas wie dieses geschehen ist!
11Hat irgendein Volk* Götter eingetauscht? Und diese da sind keine Götter! Mein Volk aber hat seine Herrlichkeit eingetauscht gegen das, was nichts nützt.
12Entsetzt euch darüber, Himmel, und erschaudert, erstarrt gar sehr!", - ist der Spruch Jahwehs;
13"denn zweifach Böses hat mein Volk getan: Mich haben sie verlassen, die Quelle lebendigen Wassers, um sich Zisternenbrunnen auszuhauen, löchrige8 Zisternenbrunnen, die Wasser nicht halten.
14Ist denn Israel ein leibeigener Knecht oder ein Hausgeborener? Warum ist er zur Beute geworden?
15Junglöwen erhoben brüllend ihre Stimme gegen ihn, machten seine Erde zur <schaurigen> Öde9; seine Städte sind verbrannt, ohne Bewohner.
16Auch die Söhne von Nof10 und Tachpanhes11 weiden den Scheitel dir ab.
17Hast du dir das nicht [selbst] angetan, da du Jahweh, deinen Gott, verlassen hast, in der Zeit, als er dich leitete auf dem Wege?
18Und jetzt - was bringt es dir, dass du nach Ägypten läufst12, um die Wasser des Schihor13 zu trinken? Was bringt es dir, dass du nach Assur läufst, um die Wasser des Stromes14 zu trinken?
19Deine Bosheit wird dich züchtigen, deine Übertretungen werden dich strafen. Erkenne und sieh, dass es böse und bitter ist, wenn du Jahweh, deinen Gott, verlässt und bei dir keine Furcht vor mir ist!", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs der Heere.
20"Ja, von Urzeit her habe ich dein Joch zerbrochen, deine Stricke15 abgerissen, aber du sagtest: 'Ich werde nicht dienen!' Ja, auf jedem hohen Hügel und unter jedem saftig-grünen Baum räkeltest du dich als Hure.
21Und ich selbst hatte dich als Edelrebe gepflanzt von gänzlich echtem Samen16. Wie hast du dich mir verwandelt zu entarteten Ranken eines fremden17 Weinstocks!
22Auch wenn du dich wüschest mit Natron und dir viel Laugensalz nähmst, würde [doch] der Schmutz deiner Schuld vor meinem Angesicht bleiben!", ist der Spruch des Herrn, Jahwehs.
23"Wie kannst du sagen: 'Ich habe mich nicht unrein gemacht. Den Baalen ging ich nicht nach'? Sieh dir deinen Weg an im Tal, erkenne, was du getan hast, [du] leichtfüßige junge Kamelstute, die ihre Wege verdreht!18
24Eine Wildeselin, die Wüste gewohnt - in der Gier ihrer Seele schnappt sie nach Luft. Ihre Brunst, wer kann sie hemmen? Alle, die sie suchen, brauchen sich nicht zu mühen: In ihrer Brunstzeit19 finden sie sie.
25Bewahre deinen Fuß vor dem Barfußgehen und deine Kehle vor dem Durst! Aber du sagtest: 'Nein! Da wird nichts daraus20!, denn ich liebe die Auswärtigen21, und ihnen gehe ich nach.'
26Wie die Beschämung eines Diebes, wenn er ertappt wird, so muss beschämt sein das Haus Israel: Sie, ihre Könige, ihre Obersten und ihre Priester und ihre Propheten;
27die zum Holz sagen: 'Du bist mein Vater', und zum Stein: 'Du hast mich geboren'. Sie wandten ja den Nacken mir zu und nicht das Gesicht; aber zur Zeit ihres Unheils22 sagen sie: 'Steh auf und rette uns!'
28Wo sind nun deine Götter, die du dir gemacht hast? Lass sie aufstehen, dass sie dich retten zur Zeit deines Unheils, denn so zahlreich wie deine Städte sind deine Götter geworden, Juda!"
29"Was rechtet ihr mit mir? Ihr alle seid mir abtrünnig geworden!", ist der Spruch Jahwehs.
30"Vergeblich schlug ich eure Söhne. Züchtigung nahmen sie nicht an. Euer Schwert fraß eure Propheten wie ein reißender Löwe.
31O du Geschlecht!23 Seht das Wort Jahwehs! Bin ich [denn] für Israel eine Wüste gewesen oder ein Land tiefer Finsternis? Warum sagt mein Volk: 'Wir laufen frei umher, kommen nicht mehr zu dir!'?
32Vergisst eine Jungfrau ihren Schmuck, eine Braut ihren Gürtel24? Mein Volk aber hat mich vergessen seit unzähligen Tagen.
33Wie trefflich du deinen Weg einrichtest, um Liebschaft zu suchen! Darum hast du deine Wege sogar an Übeltaten gewöhnt!
34Selbst an den Säumen deiner [Kleider] findet sich Seelenblut von schuldlosen Armen, die du angetroffen hast - nicht etwa bei einem Einbruch, <sondern> wegen aller dieser Dinge25.
35Und du sagst: 'Ich bin ja unschuldig. Gewiss kehrt sein Zorn sich von mir.' Siehe! Ich gehe mit dir ins Gericht, weil du sagst: 'Ich hab nicht gesündigt.'
36Was rennst du <so> sehr, deinen Brunstweg wieder zu ändern?26 Auch an Ägypten wirst du zuschanden, wie du zuschanden wurdest an Assur.
37Auch von dort musst du ausziehen mit deinen Händen auf deinem Kopf; denn Jahweh hat die verworfen, auf die du vertraust; mit ihnen wird es dir nicht gelingen."
Fußnoten
- 1 und Treue
- 2 o.: der Anfangsteil; das Beste (der Ernte)
- 3 o.: dass sie der Nichtigkeit nachgingen und [selbst] nichtig <und umdunstet> wurden?
- 4 o.: das Gesetz; heb. thorah
- 5 o.: wollten mich nicht erkennen.
- 6 D. s. die Bewohner Zyperns und der gr. Inseln und Küstenländer.
- 7 D. i. ein arabischer Stamm im Osten.
- 8 o.: rissige
- 9 und zum Entsetzen
- 10 D. i. Memphis, die unterägyptische Hauptstadt am Beginn des Nildeltas.
- 11 D. i. Daphne, eine befestigte Stadt im östlichen Nildelta.
- 12 eigtl.: was ist dir in Bezug auf den Weg Ägyptens; o.: was hast du vom Weg nach Ägypten; entsprechend a. i. Folg.
- 13 Schihor ist ein Name für verschiedene Kanäle u. Flussarme, auch für die Nilarme, hier für den Nil selbst; vgl. Jes 23,3.
- 14 d. i.: des Euphrats
- 15 hier i. S. v.: Pflugseile (im übertragenen Sinn für Gottes Gebote)
- 16 o.: als ganz echtes Gewächs; w.: als Same der Wahrheit.
- 17 eigtl.: auswärtigen; ausländischen
- 18 o.: die brünstig hin und her läuft (in ständigem Kontakt).
- 19 w.: in ihrem Monat
- 20 eigtl.: [Es ist] hoffnungslos!; o.: Vergeblich!
- 21 d. h.: die ausländischen Götter
- 22 o.: Unglücks; so a. i. Folg.
- 23 eigtl.: O [zeitgenössisches] Geschlecht, - ihr!
- 24 o.: ihre Schärpe; o.: ihre geknüpften Handarbeiten
- 25 wahrsch.: wegen deines Abfallens und deines götzendienerischen Verhaltens <klebt deren Blut an deinem Gewand>.
- 26 o.: Warum hast du es so eilig, [schon wieder] einen anderen <brünstigen> Weg einzuschlagen?