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Altes Testament

Jeremia Kapitel 22

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1So hat Jahweh gesagt: "Gehe hinab ins Haus des Königs von Juda und rede dort dieses Wort
2und sage: 'Höre das Wort Jahwehs, König von Juda, der auf dem Thron Davids sitzt, du und deine Knechte und dein Volk, die durch diese Tore einziehen.'"
3So hat Jahweh gesagt: "Übt Recht und Gerechtigkeit! Und befreit den Beraubten aus der Hand des Bedrückers! Und den Fremdling, die Waise und die Witwe bedrückt nicht! Tut ihnen keine Gewalt an. Und vergießt nicht unschuldiges Blut an diesem Ort!
4Fürwahr, wenn ihr dieses Wort wirklich tut, werden durch die Tore dieses Hauses Könige einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen, die mit Wagen und Pferden fahren, er und seine Knechte und sein Volk.
5Wenn ihr aber nicht auf diese Worte hört, wird dieses Haus - ich habe es bei mir geschworen", ist der Spruch Jahwehs, "zur Trümmerstätte werden!"
6"Ja", so sagt Jahweh über das Haus des Königs von Juda: "Du warst mir [wie] Gilead, [wie] der Gipfel des Libanon. Wenn ich dich nicht zur Wüste machen werde, zu unbewohnten Städten ...!1 -
7Ich werde Verderber gegen dich heiligen2, jeden mit seinen Waffen3. Sie werden deine erlesenen Zedern roden und ins Feuer werfen.
8Und viele Völker werden an dieser Stadt vorübergehen und werden sagen, ein jeder zu seinem Nächsten: 'Warum hat Jahweh solches an dieser großen Stadt getan?'
9Und man wird sagen: 'Darum, weil sie den Bund Jahwehs, ihres Gottes, verließen und sich vor anderen Göttern huldigend niederwarfen und ihnen dienten.'"
10"Weint nicht um den Verstorbenen! Klagt nicht um ihn4! Weint, weint um den, der wegzieht,5 denn er kehrt nicht [mehr] wieder, das Land seiner Geburt zu sehen;
11denn", so sagt Jahweh über Schallum6, den Sohn Josias, den König von Juda, der anstatt seines Vaters Josia König wurde: "Der, der von diesem Ort weggezogen ist, wird nicht mehr hierhin zurückkehren,
12sondern an dem Ort, wohin sie ihn gefangen weggeführt haben, dort wird er sterben. Und dieses Land7 wird er nicht mehr sehen."
13"Wehe dem, der sein Haus nicht auf Gerechtigkeit baut und seine Obergemächer nicht auf Recht, der seinen Nächsten arbeiten lässt ohne Entgelt und ihm seinen Lohn nicht gibt,
14der sagt: 'Ich will mir ein Haus bauen von [großen] Ausmaßen, mit geräumigen Obergemächern', und der sich darin Fenster ausbricht, es mit Zedern täfelt, mit roter Farbe anstreicht!
15Bist du dafür König, dass du wetteiferst in Zedernholz[bauten]? Dein Vater, hat der nicht gegessen, getrunken - und [doch] Recht und Gerechtigkeit geübt? Da ging es ihm gut.
16Er verhalf dem Gebeugten und dem Armen zum Recht. Da ging es [ihm] gut. Heißt nicht dieses, mich zu kennen?", ist der Spruch Jahwehs.
17"Doch deine Augen und dein Herz sind auf nichts aus als auf deinen Gewinn, auf das Blut des Unschuldigen, es zu vergießen, auf Bedrückung und Erpressung, sie zu verüben."
18"Darum", so sagt Jahweh über Jojakim, den Sohn Josias, den König von Juda: "Man wird nicht um ihn klagen: 'Weh, mein Bruder!', 'Weh, Schwester!' Man wird nicht um ihn klagen: 'Weh, Herr8!', 'Weh, seine Majestät!'
19[Gleich] dem Begräbnis eines Esels wird er begraben9: fortgezerrt und hingeworfen, fernab von den Toren Jerusalems!"
20"Steig10 auf den Libanon und rufe; auf dem Baschan erhebe deine Stimme und rufe vom Abarim11 her; denn zerschmettert sind alle deine Liebhaber!
21Ich redete zu dir in deiner Unbekümmertheit12. Du sagtest: 'Ich will nicht hören.' Das war dein Weg13 von deiner Jugend an: Du hast nicht auf meine Stimme gehört.
22Über alle deine Hirten wird [nun] der Wind Hirte sein; deine Liebhaber gehen in die Gefangenschaft. Ja, dann wirst du beschämt sein und zuschanden werden wegen all deiner Bosheit.
23Die du auf dem Libanon wohnst und auf den Zedern nistest, wie erbarmungswürdig wirst du sein, wenn die Wehen über dich kommen, Angstkrämpfe, wie bei der Gebärenden!"
24"So wahr ich lebe", ist der Spruch Jahwehs: "Wenn Konja14, der Sohn Jojakims, der König von Juda, auch ein Siegelring an meiner rechten Hand wäre, fürwahr, ich würde dich abreißen von da!
25Und ich werde dich in die Hand derer geben, die nach deiner Seele15 trachten, und in die Hand derer, vor deren Angesicht du dich fürchtest, und in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, und in die Hand der Chaldäer.
26Und ich schleudere dich und deine Mutter, die dich gebar, in ein anderes Land, in dem ihr nicht geboren wurdet; und dort werdet ihr sterben.
27Aber in das Land, wonach ihre Seele sich sehnt zurückzukehren, dahin werden sie nicht zurückkehren!
28Ist dieser Mann Konja ein verachtetes Trümmergefäß, oder ein Gefäß, das keinem gefällt16? Warum wurden sie fortgeschleudert, er mitsamt seinem Samen17, und hingeworfen auf das Land, das sie nicht kannten?
29Land, Land, Land!18 Höre das Wort Jahwehs!"
30So sagt Jahweh: "Schreibt diesen Mann als kinderlos ein19, einen Mann, dem nichts gelingt in seinen Tagen; denn von seinem Samen wird's keinem gelingen, auf dem Thron Davids zu sitzen und hinfort über Juda Herrscher zu sein."

Fußnoten

  1. 1 d. h.: Wahrlich, ich werde dich zur Wüste machen, zu unbewohnten Städten! (Im Heb. eine Schwurformel; nur die erste Hälfte des Satzes wird ausgesprochen.)
  2. 2 o.: weihen; bestellen; in Dienst nehmen
  3. 3 und Geräten.
  4. 4 D. i. Josia (609 v. Chr.); vgl. V. 11; 2Chr 35,24.25.
  5. 5 D. i. Joahas (Schallum); V. 11.
  6. 6 D. i. Joahas.
  7. 7 o.: diese Erde; diesen Boden
  8. 8 o.: Gebieter; heb. adoon
  9. 9 o.: Ein Eselsbegräbnis wird er erhalten.
  10. 10 Die Verbform ist weiblich.
  11. 11 D. i. eine Provinz östlich des Toten Meeres.
  12. 12 o.: in deiner Sorglosigkeit; im <Zustand> deines Wohlergehens <und deiner Sicherheit>.
  13. 13 und deine Art
  14. 14 D. i. die Kurzform v. Jechonja und gleichbedeutend mit Jojachin; 2Kön 24,6-12.
  15. 15 d. h.: nach deinem Leben
  16. 16 o.: ein wertloses Gefäß, das niemand begehrt.
  17. 17 i. S. v.: mitsamt seinen Nachkommen
  18. 18 o.: Erde, Erde, Erde; hier bezogen auf Israels Erde.
  19. 19 d. h.: Er sollte ohne weitere Nachkommen bleiben. (Ein gewisser Zedekia starb kinderlos; Assir hatte nur eine Tochter [1Chr 3,16.17], Schealtiël war sein Schwiegersohn [Lk 3,27].)