Altes Testament
Jeremia Kapitel 6
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1"Bringt euch in Sicherheit, Söhne Benjamins! Hinaus aus Jerusalems Mitte! In Tekoa blast die Posaune, richtet das [Feld]zeichen auf über Beth-Kerem, denn Unheil blickt herab1 vom Norden her und ein großer Zusammenbruch!
2Die Schöne und die Verwöhnte vertilge ich, die Tochter Zion.
3Es kommen Hirten zu ihr mit ihren Herden. Sie schlagen Zelte rings um sie auf, weiden sie ab, jeder seinen Bereich."
4"Heiligt einen Krieg gegen sie! Auf! Am Mittag lasst uns hinaufziehen! Wehe uns, denn der Tag hat sich geneigt, ja, die Schatten des Abends werden länger!
5Auf! In der Nacht lasst uns hinaufziehen und ihre Prachtbauten verderben!"
6"Fürwahr", so sagt Jahweh der Heere: "Fällt Bäume und schüttet einen Wall auf gegen Jerusalem! Sie ist die Stadt, die heimgesucht werden soll: In ihrem Innern ist lauter Unterdrückung2.
7Wie ein Brunnen sein Wasser sprudeln lässt, so lässt sie ihre Bosheit sprudeln. Von Gewalttat und Verwüstung hört man in ihr, stets sind Leid und Misshandlung3 vor mir.
8Lass dich warnen, Jerusalem, damit meine Seele sich nicht losreiße von dir4, damit ich dich nicht zur Einöde mache, zu unbewohnter Erde."
9So sagt Jahweh der Heere: "Gründliche Nachlese wie am Weinstock wird man halten am Überrest Israels. Lege nochmals deine Hand an wie der Winzer an die Ranken! -
10Zu wem soll ich reden und wen verwarnen, dass sie hören? Siehe! Ihr Ohr ist unbeschnitten. Und sie können nicht aufmerksam hinhören. Siehe! Zum Hohn ist ihnen das Wort Jahwehs geworden. Sie haben nicht Gefallen daran.
11Gefüllt bin ich mit der Grimmglut Jahwehs, bin ohnmächtig, sie zurückzuhalten5. Gieße sie aus über das Spielkind auf der Gasse, über den Kreis der jungen Männer insgesamt; denn Mann wie auch Frau werden gefangen6, der Alte wie der an Tagen Volle.
12Und ihre Häuser fallen anderen zu, die Felder mitsamt den Frauen; denn ich strecke meine Hand aus gegen die Bewohner des Landes", ist der Spruch Jahwehs,
13"denn von ihren Kleinen bis zu ihren Großen machen sie alle unrechten Gewinn; und vom Propheten bis zum Priester verüben sie alle Lug <und Betrug>,
14und den Zusammenbruch meines Volkes meinen sie leichthin zu heilen, indem sie sagen: 'Friede, Friede!' Aber da ist kein Friede.
15Zuschanden sind sie geworden, denn Gräuliches haben sie getan. Auch schämen sie sich nicht, und Beschämung kennen sie nicht. Darum werden sie fallen mit den Fallenden. Zu der Zeit, da ich sie heimsuche, werden sie straucheln", sagt Jahweh.
16So sagt Jahweh: "Stellt euch an die Wege und seht euch um und fragt nach den Pfaden der Urzeit: 'Wo ist hier der Weg des Guten?' Und geht ihn, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Aber sie sagen: 'Wir gehen ihn nicht!'
17Und ich ließ Späher über euch erstehen, [die sagen]: 'Achtet auf die Stimme der Posaune!' Sie aber sagen: 'Wir achten nicht darauf!'
18Darum: Hört, Völker! Gemeinde, erkenne, was mit ihnen [geschieht]!
19Höre, o Erde! Siehe! Ich bringe7 Unheil über dieses Volk, die Frucht ihrer Gedanken8; denn meine Worte haben sie nicht geachtet, und meine Weisung haben sie verachtet.
20Wozu soll Weihrauch aus Saba mir kommen und das gute Gewürzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer sind [mir] nicht wohlgefällig, eure Schlachtopfer sind mir nicht angenehm."
21"Darum", so sagt Jahweh: "Siehe! Ich lege diesem Volk Anstöße <in den Weg>, und sie werden darüber straucheln9, Väter und Söhne miteinander, der Nachbar und sein Nächster10, sie werden umkommen."
22So sagt Jahweh: "Siehe! Ein Volk kommt aus dem Land des Nordens, ein großes Volk* macht sich auf von den äußeren Enden der Erde11.
23Bogen und Spieß12 führen sie; grausam sind sie und ohne Erbarmen. Ihre Stimme braust wie das Meer. Auf Pferden reiten sie dahin, gerüstet13 wie ein Mann zum Krieg, gegen dich, Tochter Zion."
24Wir haben die Kunde von ihm vernommen. Unsere Hände sind schlaff geworden. Angst hat uns ergriffen, Wehen wie eine Gebärende.
25Zieh nicht hinaus aufs Feld und geh nicht auf dem Weg, denn der Feind hat ein Schwert: Schrecken ringsum!
26"Tochter meines Volkes, gürte dir Sacktuch um! Wälze dich in Asche14! Veranstalte eine Trauer wie um den einzigen [Sohn], eine bittere Klage, denn plötzlich kommt über uns der Verwüster."
27"Zum Prüfer habe ich dich gemacht, in meinem Volk, zum Bollwerk, dass du ihren Weg erkennen und prüfen sollst.
28Die Störrischsten der Störrischen sind sie alle, als Verleumder gehen sie umher, Erz15 sind sie und Eisen, allesamt sind sie Verderber.
29Versengt vom Feuer ist der Blasbalg16, das Blei [ist] unversehrt [geblieben]. Umsonst hat man geschmolzen, geschmolzen, die Bösen sind nicht ausgeschieden worden.
30Verworfenes Silber nennt man sie, denn Jahweh hat sie verworfen."
2Die Schöne und die Verwöhnte vertilge ich, die Tochter Zion.
3Es kommen Hirten zu ihr mit ihren Herden. Sie schlagen Zelte rings um sie auf, weiden sie ab, jeder seinen Bereich."
4"Heiligt einen Krieg gegen sie! Auf! Am Mittag lasst uns hinaufziehen! Wehe uns, denn der Tag hat sich geneigt, ja, die Schatten des Abends werden länger!
5Auf! In der Nacht lasst uns hinaufziehen und ihre Prachtbauten verderben!"
6"Fürwahr", so sagt Jahweh der Heere: "Fällt Bäume und schüttet einen Wall auf gegen Jerusalem! Sie ist die Stadt, die heimgesucht werden soll: In ihrem Innern ist lauter Unterdrückung2.
7Wie ein Brunnen sein Wasser sprudeln lässt, so lässt sie ihre Bosheit sprudeln. Von Gewalttat und Verwüstung hört man in ihr, stets sind Leid und Misshandlung3 vor mir.
8Lass dich warnen, Jerusalem, damit meine Seele sich nicht losreiße von dir4, damit ich dich nicht zur Einöde mache, zu unbewohnter Erde."
9So sagt Jahweh der Heere: "Gründliche Nachlese wie am Weinstock wird man halten am Überrest Israels. Lege nochmals deine Hand an wie der Winzer an die Ranken! -
10Zu wem soll ich reden und wen verwarnen, dass sie hören? Siehe! Ihr Ohr ist unbeschnitten. Und sie können nicht aufmerksam hinhören. Siehe! Zum Hohn ist ihnen das Wort Jahwehs geworden. Sie haben nicht Gefallen daran.
11Gefüllt bin ich mit der Grimmglut Jahwehs, bin ohnmächtig, sie zurückzuhalten5. Gieße sie aus über das Spielkind auf der Gasse, über den Kreis der jungen Männer insgesamt; denn Mann wie auch Frau werden gefangen6, der Alte wie der an Tagen Volle.
12Und ihre Häuser fallen anderen zu, die Felder mitsamt den Frauen; denn ich strecke meine Hand aus gegen die Bewohner des Landes", ist der Spruch Jahwehs,
13"denn von ihren Kleinen bis zu ihren Großen machen sie alle unrechten Gewinn; und vom Propheten bis zum Priester verüben sie alle Lug <und Betrug>,
14und den Zusammenbruch meines Volkes meinen sie leichthin zu heilen, indem sie sagen: 'Friede, Friede!' Aber da ist kein Friede.
15Zuschanden sind sie geworden, denn Gräuliches haben sie getan. Auch schämen sie sich nicht, und Beschämung kennen sie nicht. Darum werden sie fallen mit den Fallenden. Zu der Zeit, da ich sie heimsuche, werden sie straucheln", sagt Jahweh.
16So sagt Jahweh: "Stellt euch an die Wege und seht euch um und fragt nach den Pfaden der Urzeit: 'Wo ist hier der Weg des Guten?' Und geht ihn, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Aber sie sagen: 'Wir gehen ihn nicht!'
17Und ich ließ Späher über euch erstehen, [die sagen]: 'Achtet auf die Stimme der Posaune!' Sie aber sagen: 'Wir achten nicht darauf!'
18Darum: Hört, Völker! Gemeinde, erkenne, was mit ihnen [geschieht]!
19Höre, o Erde! Siehe! Ich bringe7 Unheil über dieses Volk, die Frucht ihrer Gedanken8; denn meine Worte haben sie nicht geachtet, und meine Weisung haben sie verachtet.
20Wozu soll Weihrauch aus Saba mir kommen und das gute Gewürzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer sind [mir] nicht wohlgefällig, eure Schlachtopfer sind mir nicht angenehm."
21"Darum", so sagt Jahweh: "Siehe! Ich lege diesem Volk Anstöße <in den Weg>, und sie werden darüber straucheln9, Väter und Söhne miteinander, der Nachbar und sein Nächster10, sie werden umkommen."
22So sagt Jahweh: "Siehe! Ein Volk kommt aus dem Land des Nordens, ein großes Volk* macht sich auf von den äußeren Enden der Erde11.
23Bogen und Spieß12 führen sie; grausam sind sie und ohne Erbarmen. Ihre Stimme braust wie das Meer. Auf Pferden reiten sie dahin, gerüstet13 wie ein Mann zum Krieg, gegen dich, Tochter Zion."
24Wir haben die Kunde von ihm vernommen. Unsere Hände sind schlaff geworden. Angst hat uns ergriffen, Wehen wie eine Gebärende.
25Zieh nicht hinaus aufs Feld und geh nicht auf dem Weg, denn der Feind hat ein Schwert: Schrecken ringsum!
26"Tochter meines Volkes, gürte dir Sacktuch um! Wälze dich in Asche14! Veranstalte eine Trauer wie um den einzigen [Sohn], eine bittere Klage, denn plötzlich kommt über uns der Verwüster."
27"Zum Prüfer habe ich dich gemacht, in meinem Volk, zum Bollwerk, dass du ihren Weg erkennen und prüfen sollst.
28Die Störrischsten der Störrischen sind sie alle, als Verleumder gehen sie umher, Erz15 sind sie und Eisen, allesamt sind sie Verderber.
29Versengt vom Feuer ist der Blasbalg16, das Blei [ist] unversehrt [geblieben]. Umsonst hat man geschmolzen, geschmolzen, die Bösen sind nicht ausgeschieden worden.
30Verworfenes Silber nennt man sie, denn Jahweh hat sie verworfen."
Fußnoten
- 1 o.: ragt herein
- 2 und Erpressung.
- 3 o.: Krankheit und Schlagwunde
- 4 o.: sich nicht in Abscheu abwende
- 5 eigtl.: <in einem Gefäß> zu fassen (o.: aufzunehmen).
- 6 o.: getroffen; gepackt; ergriffen
- 7 eigtl.: ich bin im Begriff zu bringen; ich bin daran ... kommen zu lassen
- 8 i. S. v.: Pläne; Vorhaben
- 9 und stürzen
- 10 o.: sein Gefährte
- 11 eigtl.: von den <zwei> Flanken (o.: Rändern; Seiten) des Erdreichs.
- 12 o.: Sichelschwert; Speer
- 13 und geordnet
- 14 o.: im Staub
- 15 o.: Bronze; o.: Kupfer
- 16 o.: Geschnaubt (o.: gekeucht) hat der Blasbalg