Zum Inhalt springen

Altes Testament

Jeremia Kapitel 44

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Das Wort, das zu Jeremia geschah bezüglich aller Judäer, die im Land Ägypten wohnten, die in Migdol und in Tachpanhes und in Nof und im Land Patros wohnten:
2So hat Jahweh der Heere, der Gott Israels, gesagt: "Ihr habt das ganze Unheil selbst gesehen, das ich über Jerusalem und über alle Städte Judas brachte. Und - siehe! - sie sind eine Trümmerstätte an diesem Tag; und niemand wohnt darin,
3wegen ihres Bösen, das sie taten, mich zu reizen: dass sie hingingen, anderen Göttern Rauchopfer darzubringen und zu dienen, [Göttern,] die sie nicht kannten, weder sie noch ihr noch eure Väter.
4Und ich sandte alle meine leibeigenen Knechte, die Propheten, zu euch, früh mich aufmachend und sendend, und sagte: 'Tut doch nicht diesen Gräuel, den ich hasse!'
5Aber sie hörten nicht und neigten ihr Ohr nicht, dass sie von ihrer Bosheit umgekehrt wären und nicht [mehr] anderen Göttern Rauchopfer darbrächten.
6Da ergoss sich meine Grimmglut und mein Zorn, und er brannte in den Städten Judas und in den Straßen Jerusalems. Und so sind sie zur Trümmerstätte, zur Einöde geworden, wie es an diesem Tag ist."
7"Und nun", so hat Jahweh, der Gott der Heere, der Gott Israels, gesagt: "Warum tut ihr eine so große Bosheit gegen eure Seelen, dass ihr euch ausrottet aus der Mitte Judas, Mann und Frau, Kind und Säugling, sodass ihr euch keinen Überrest übrig lasst,
8dadurch, dass ihr mich durch die gemachten [Werke] eurer Hände reizt, dadurch, dass ihr anderen Göttern Rauchopfer darbringt im Land Ägypten, wohin ihr gekommen seid, um euch dort als Fremde aufzuhalten, sodass ihr euch selbst ausrottet und zum Fluch und zur Verhöhnung werdet unter allen Völkern der Erde?
9Habt ihr die Bosheiten eurer Väter vergessen und die Bosheiten der Könige von Juda und die Bosheiten ihrer Frauen und eure Bosheiten und die Bosheiten eurer Frauen, die sie im Land Juda und auf den Straßen Jerusalems getan haben?
10Bis zu diesem Tag sind sie nicht zerknirscht und haben sie sich nicht gefürchtet und sind sie nicht gewandelt in meiner Weisung und in meinen Satzungen, die ich euch und euren Vätern vorgelegt habe."
11"Darum", so hat Jahweh der Heere, der Gott Israels, gesagt: "Siehe! Ich richte mein Angesicht gegen euch zum Unheil, und um auszurotten ganz Juda.
12Und ich werde den Überrest von Juda wegraffen, [sie], die ihre Angesichter darauf gerichtet haben, ins Land Ägypten zu ziehen, um sich dort als Fremde aufzuhalten. Und sie werden alle aufgerieben werden. Im Land Ägypten werden sie fallen, durch das Schwert, durch den Hunger werden sie aufgerieben werden, von Klein bis Groß. Durch das Schwert und durch den Hunger werden sie sterben. Und sie sollen zum Fluch, zur <schaurigen> Öde und zur Verwünschung und zur Verhöhnung werden.
13Und ich werde sie heimsuchen, [sie], die sich im Land Ägypten niedergelassen haben, so wie ich Jerusalem heimgesucht habe durch das Schwert, durch den Hunger und durch die Pest.
14Und der Überrest von Juda, diejenigen, die in das Land Ägypten gekommen sind, um sich dort als Fremde aufzuhalten, werden keinen Entkommenen und Überlebenden haben, der in das Land Juda zurückkehrt, wohin sie sich sehnen zurückzukehren, um dort zu wohnen; denn sie werden nicht zurückkehren, außer [einigen] Entkommenen."
15Und alle Männer, die wussten, dass ihre Frauen anderen Göttern Rauchopfer darbrachten, und alle Frauen, die dabeistanden, eine große Versammlung, und alles Volk derer, die im Land Ägypten, in Patros, wohnten, antworteten Jeremia und sagten:
16"Das Wort, das du zu uns im Namen Jahwehs geredet hast - wir hören nicht auf dich1;
17denn wir wollen gewisslich alles tun, was aus unserem Mund hervorgegangen ist: der Königin der Himmel Rauchopfer darbringen und ihr Trankopfer spenden, wie wir es getan haben, wir und unsere Väter, unsere Könige und unsere Obersten, in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems. Wir waren satt an Brot, es ging uns gut und Unheil sahen wir keines;
18aber seitdem wir aufgehört haben, der Königin der Himmel Rauchopfer darzubringen und ihr Trankopfer zu spenden, mangelte es uns an allem; und wir wurden aufgerieben durch das Schwert und durch den Hunger.
19Und wenn wir der Königin der Himmel Rauchopfer darbrachten und ihr Trankopfer spendeten, haben wir ihr denn ohne unsere Männer2 [Opfer]kuchen zubereitet, um sie [so] nachzubilden3, und ihr Trankopfer gespendet?"
20Und Jeremia sagte zum ganzen Volk, zu den Männern und zu den Frauen und zu allem Volk, das ihm Antwort gegeben hatte:
21"Das Rauchopfer, das ihr in den Städten Judas und in den Straßen Jerusalems dargebracht habt, ihr und eure Väter, eure Könige und eure Obersten und das Volk des Landes - hat Jahweh nicht daran gedacht und stieg es nicht in sein Herz?4
22Und Jahweh konnte es nicht mehr ertragen wegen der Bosheit eurer Taten, wegen der Gräuel, die ihr tatet. Darum ist eure Erde zur Trümmerstätte und zur <schaurigen> Öde und zum Fluch geworden, ohne Bewohner, wie es an diesem Tag ist.
23Weil ihr Rauchopfer dargebracht und gegen Jahweh gesündigt und auf die Stimme Jahwehs nicht gehört habt und in seiner Weisung und in seinen Satzungen und in seinen Zeugnissen nicht gewandelt seid, darum widerfährt euch dieses Unheil, wie es an diesem Tag ist."
24Und Jeremia sagte zum ganzen Volk und zu allen Frauen: "Hört das Wort Jahwehs, ganz Juda, die ihr im Land Ägypten seid!
25So sagt Jahweh der Heere, der Gott Israels: 'Ihr und eure Frauen, ihr habt es mit eurem Mund geredet und mit euren Händen vollführt und gesagt: Wir wollen unbedingt unsere Gelübde erfüllen, die wir gelobt haben, der Königin der Himmel Rauchopfer darzubringen und ihr Trankopfer zu spenden. So haltet eure Gelübde nur aufrecht und erfüllt sie nur, eure Gelübde!'
26Darum hört das Wort Jahwehs, alle Judäer, die ihr im Land Ägypten wohnt: 'Siehe! Ich habe bei meinem großen Namen geschworen', sagt Jahweh: 'Wenn jemals wieder [irgendwo] im ganzen Land Ägypten mein Name im Mund irgendeines Mannes von Juda genannt werden soll, dass er [etwa] sage: So wahr der Herr, Jahweh, lebt ...!'
27'Siehe! Ich wache über sie zum Bösen und nicht zum Guten. Und alle Männer von Juda, die im Land Ägypten sind, sollen durch das Schwert und durch den Hunger aufgerieben werden, bis sie vernichtet sind.
28Und dem Schwert Entkommene werden aus dem Land Ägypten zurückkehren in das Land Juda, ein Häuflein gezählter Männer. Und der ganze Überrest von Juda, die, die ins Land Ägypten gekommen sind, um sich dort als Fremde aufzuhalten, werden erkennen, welches Wort sich bestätigen wird, meines oder das ihre.
29Und das soll euch das Zeichen sein', ist der Spruch Jahwehs, 'dass ich euch an diesem Ort heimsuchen werde! - damit ihr erkennt, dass sich meine Worte an euch <mit Sicherheit> erfüllen werden zum Unheil.'
30So sagt Jahweh: 'Siehe! Ich gebe Pharao Hofra, den König von Ägypten, in die Hand seiner Feinde und in die Hand derer, die nach seiner Seele5 trachten, wie ich Zedekia, den König von Juda, in die Hand Nebukadnezars gegeben habe, des Königs von Babel, seines Feindes, der nach seiner Seele trachtete.'"

Fußnoten

  1. 1 w.: wir sind nicht Hörende auf dich; i. S. v.: wir hören fortwährend nicht auf dich.
  2. 2 d. h.: ohne deren Zustimmung; vgl. 4Mo 30,7-9.
  3. 3 d. h.: die Mondgöttin (die Himmelskönigin) in bzw. auf den Opferkuchen abzubilden
  4. 4 o.: behielt er es nicht im Sinn?
  5. 5 d. h.: nach seinem Leben