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Altes Testament

Jeremia Kapitel 14

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Was als Wort Jahwehs zu Jeremia geschah aus Anlass der Dürre1:
2"Juda trauert, und seine Tore welken dahin, liegen in Trauer am Boden. Und Jerusalems Klagegeschrei steigt empor.
3Seine Mächtigen schicken ihre Geringen2 nach Wasser. Sie kommen zu den Zisternen, Wasser finden sie nicht. Sie kehren zurück. Ihre Gefäße sind leer. Sie sind enttäuscht und beschämt, verhüllen ihr Haupt.
4Wegen des Erdbodens, der erstarrt ist, weil kein Regen im Land ist, sind die Ackerbauern beschämt, verhüllen ihr Haupt.
5Sogar die Hirschkuh auf dem Feld: Sie gebiert und lässt [das Junge] im Stich, denn kein Gras ist da.
6Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen, schnappen wie Schakale nach Luft. Ihre Augen versagen3, denn kein Pflanzengewächs ist da." -
7Wenn unsere Verschuldungen gegen uns zeugen, Jahweh, - um deines Namens willen - handle!; denn zahlreich sind unsere Abtrünnigkeiten, an dir haben wir gesündigt.
8Hoffnung Israels, sein Retter in der Zeit der Bedrängnis! Warum bist du geworden wie ein Fremdling im Land und wie ein Wanderer, der [nur] zum Übernachten einkehrt?
9Warum bist du geworden wie ein eingeschüchterter Mann, wie ein Kriegsheld, der nicht zu retten vermag? Du bist doch in unserer Mitte, Jahweh, und dein Name ist auf uns gerufen4. O lass uns nicht liegen! -
10So sagt Jahweh zu diesem Volk: "So liebten sie es: umherzuschweifen; ihre Füße hielten sie nicht zurück. Jahweh hat kein Gefallen an ihnen. Nun wird er ihrer Verschuldungen gedenken und ihre Sünden heimsuchen."
11Und Jahweh sagte zu mir: "Tue für dieses Volk nicht Fürbitte zum Guten.
12Wenn sie fasten, werde ich nicht auf ihr Flehen hören. Und wenn sie Brandopfer und Speisopfer opfern, werde ich nicht Gefallen an ihnen haben; sondern ich werde sie aufreiben durch das Schwert und durch den Hunger und durch die Pest."
13Und ich sagte: "Ach, mein Herr, Jahweh! Siehe! Die Propheten sagen ihnen: 'Ihr werdet das Schwert nicht sehen und es wird nicht Hunger bei euch sein, sondern ich werde euch beständigen Frieden geben an diesem Ort.'"
14Und Jahweh sagte zu mir: "Die Propheten weissagen Lüge in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt, ich habe sie nicht beauftragt, ich habe nicht zu ihnen geredet. Gesicht der Lüge und Wahrsagerei und Nichtigkeit und Täuschung ihres Herzens weissagen sie euch."
15"Darum, so sagt Jahweh über die Propheten, die in meinem Namen weissagen (und ich habe sie nicht gesandt) und die da sagen: 'Weder Schwert noch Hunger wird in diesem Land sein': 'Diese Propheten werden durch das Schwert und durch den Hunger enden.
16Und das Volk, dem sie weissagen, wird auf die Straßen Jerusalems hingestreckt werden vom Hunger und vom Schwert. Und da wird niemand sein, der sie begräbt, sie, ihre Frauen und ihre Söhne und ihre Töchter. Und ihre Bosheit schütte ich über sie aus!'"
17"Und du sollst dieses Wort zu ihnen sagen: 'Nacht und Tag fließen meine Augen von Tränen und beruhigen sich nicht; denn zusammengebrochen in großem Zusammenbruch ist die Jungfrau, die Tochter meines Volkes; die Wunde ist überaus schlimm5.
18Gehe ich hinaus aufs Feld - siehe! - vom Schwert Durchbohrte! Komme ich zurück in die Stadt - siehe! - vom Hunger Verschmachtete6! Ja, sowohl Prophet als auch Priester müssen sich hin und her wenden zu einem Land, das sie nicht kennen.'"
19Hast du Juda ganz und gar verworfen? Ist deine Seele Zions überdrüssig geworden? Weshalb hast du uns geschlagen, dass für uns keine Heilung ist? Man hofft auf Frieden - nichts Gutes ist da; und auf eine Zeit der Heilung - siehe da: Schrecken.
20Wir kennen, o Jahweh, unsere Ehrfurchtslosigkeit, die Schuld unserer Väter, dass wir gegen dich gesündigt haben.
21Verschmähe [uns] nicht, deines Namens wegen! O behandle nicht achtlos den Thron deiner Ehre!7 Gedenke! Brich nicht deinen Bund mit uns!
22Gibt es einen Regenspender unter den Dunstgebilden8 der Völker? Kann der Himmel [von selbst] Regengüsse geben? Bist es nicht du, Jahweh, unser Gott? Und wir hoffen auf dich, denn du hast dies alles gemacht.

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: der starken bzw. lang andauernden Dürre (im Heb. eine intensivierende Mehrzahlform).
  2. 2 w.: ihre Kleinen
  3. 3 o.: verschmachten
  4. 4 o.: dein Name ist über uns genannt worden; d. h.: wir tragen deinen Namen.
  5. 5 o.: ganz unheilbar.
  6. 6 o.: (tödliche) Krankheiten des Hungers.
  7. 7 o.: Schände doch nicht den Thron deiner Herrlichkeit.
  8. 8 o.: nichtigen Götzen