Altes Testament
Jeremia Kapitel 38
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Und Schefatja, der Sohn Mattans, und Gedalja, der Sohn Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, und Paschhur, der Sohn Malkijas, hörten die Worte, die Jeremia zum ganzen Volk redete, indem er sagte:
2"So sagt Jahweh: 'Wer in dieser Stadt bleibt, wird sterben durch das Schwert, durch den Hunger und durch die Pest. Wer aber zu den Chaldäern hinausgeht, wird leben; und seine Seele wird er zur Beute haben und wird leben.'
3So sagt Jahweh: 'Diese Stadt wird gewisslich in die Hand des Heeres des Königs von Babel gegeben werden; und er wird sie einnehmen.'"
4Und die Obersten sagten zu dem König: "Dieser Mann muss getötet werden, dafür, dass er die Hände der Kriegsmänner schlaff macht, die in dieser Stadt übrig geblieben sind, und die Hände des ganzen Volkes, indem er nach allen diesen Worten zu ihnen redet, denn dieser Mann sucht nicht den Frieden1, sondern das Unheil dieses Volkes."
5Und der König Zedekia sagte: "Siehe! Er ist in eurer Hand, denn der König vermag nichts gegen euch."
6Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne2 Malkijas, des Königssohnes, die im Gefängnishof3 war, und sie ließen Jeremia an Stricken hinab. Und in der Zisterne war kein Wasser, sondern Schlamm. Und Jeremia sank im Schlamm ein.
7Und Ebed-Melech4, der Kuschit5, ein Eunuch6, der im Haus des Königs war, hörte, dass sie Jeremia in die Zisterne getan hatten. Der König aber saß gerade im Tor Benjamin.
8Und Ebed-Melech ging aus dem Haus des Königs hinaus und redete zu dem König. Er sagte:
9"Mein Herr, König! Diese Männer haben übel gehandelt in allem, was sie Jeremia, dem Propheten, getan haben, den sie in die Zisterne geworfen haben, dass er dort unten vor Hunger sterben muss, denn es ist kein Brot mehr in der Stadt."
10Und der König gebot Ebed-Melech, dem Kuschiten, und sagte: "Nimm von hier dreißig Männer unter deine Hand und hole Jeremia, den Propheten, aus der Zisterne herauf, ehe er stirbt."
11Und Ebed-Melech nahm die Männer unter seine Hand und kam in das Haus des Königs, unterhalb der Schatzkammer, und von dort nahm er zerrissene Lappen und abgetragene Lumpen. Und er ließ sie an Stricken zu Jeremia in die Zisterne hinab.
12Und Ebed-Melech, der Kuschit, sagte zu Jeremia: "Lege diese zerrissenen Lappen und abgetragenen Lumpen unter die Achseln deiner Arme, unter die Stricke." Und Jeremia tat so.
13Und sie zogen Jeremia an den Stricken hoch. Und <so> holten sie ihn aus der Zisterne herauf. Und Jeremia blieb im Gefängnishof.
14Und der König Zedekia sandte hin und holte Jeremia, den Propheten, zu sich an den dritten Eingang, der im Haus Jahwehs war. Und der König sagte zu Jeremia: "Ich will dich nach einem Wort fragen, verbirg mir nichts."
15Und Jeremia sagte zu Zedekia: "Wenn ich es dir mitteile - wirst du mich dann nicht mit Sicherheit töten? Wenn ich dir aber einen Rat erteile, wirst du nicht auf mich hören."
16Da schwor der König Zedekia dem Jeremia im Verborgenen. Er sagte: "So wahr Jahweh lebt, der uns diese Seele gemacht hat7: Wenn ich dich töten oder wenn ich dich in die Hand dieser Männer geben werde, die nach deiner Seele trachten ...!"8
17Und Jeremia sagte zu Zedekia: "So sagt Jahweh, der Gott der Heere, der Gott Israels: Wenn du hinausgehst zu den Obersten des Königs von Babel, wird deine Seele am Leben bleiben und diese Stadt nicht im Feuer verbrannt werden. Und du wirst am Leben bleiben, du und dein Haus.
18Wenn du aber nicht hinausgehst zu den Obersten des Königs von Babel, <dann> wird diese Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben werden; und sie werden sie im Feuer verbrennen. Und du, du wirst ihrer Hand nicht entkommen."
19Und der König Zedekia sagte zu Jeremia: "Mir ist bange wegen der Judäer, die zu den Chaldäern übergelaufen sind, dass man mich in ihre Hand ausliefert und sie ihren Mutwillen mit mir treiben."
20Und Jeremia sagte: "Man wird dich nicht ausliefern. Höre bitte auf die Stimme Jahwehs in dem, was ich zu dir rede, so wird es dir gut gehen und deine Seele wird leben!
21Weigerst du dich aber hinauszugehen, ist dieses das Wort, das Jahweh mich hat sehen lassen:
22Siehe! Alle Frauen, die im Haus des Königs von Juda übrig geblieben sind, werden hinausgeführt werden zu den Obersten des Königs von Babel. Und sie werden sagen: 'Irregeführt und überwältigt haben dich die Männer deines Vertrauens9. Als deine Füße im Sumpf versanken, machten sie sich davon.'
23Und alle deine Frauen und deine Söhne wird man zu den Chaldäern hinausführen. Und du, du wirst ihrer Hand nicht entkommen, sondern wirst von der Hand des Königs von Babel ergriffen werden. Und <so> wirst du diese Stadt im Feuer verbrennen10."
24Und Zedekia sagte zu Jeremia: "Niemand darf von diesen Worten erfahren, sonst musst du sterben!
25Und wenn die Obersten hören, dass ich mit dir geredet habe, und sie kommen zu dir und sagen zu dir: 'Berichte uns, was du mit dem König geredet hast. Verbirg nichts vor uns, so werden wir dich nicht töten. Und was hat der König zu dir gesagt?',
26dann sollst du ihnen sagen: 'Ich habe mein Gnadenflehen vor dem König niedergelegt, mich nicht in das Haus Jonathans zurückzubringen, dass ich dort nicht sterbe.'"
27Und es kamen alle Obersten zu Jeremia und befragten ihn. Und er gab ihnen Bericht gemäß all jenen Worten, die der König geboten hatte. Und sie wandten sich schweigend von ihm ab, denn die Sache war nicht bekannt geworden.
28Und Jeremia blieb im Gefängnishof bis zu dem Tag, an dem Jerusalem eingenommen wurde.
2"So sagt Jahweh: 'Wer in dieser Stadt bleibt, wird sterben durch das Schwert, durch den Hunger und durch die Pest. Wer aber zu den Chaldäern hinausgeht, wird leben; und seine Seele wird er zur Beute haben und wird leben.'
3So sagt Jahweh: 'Diese Stadt wird gewisslich in die Hand des Heeres des Königs von Babel gegeben werden; und er wird sie einnehmen.'"
4Und die Obersten sagten zu dem König: "Dieser Mann muss getötet werden, dafür, dass er die Hände der Kriegsmänner schlaff macht, die in dieser Stadt übrig geblieben sind, und die Hände des ganzen Volkes, indem er nach allen diesen Worten zu ihnen redet, denn dieser Mann sucht nicht den Frieden1, sondern das Unheil dieses Volkes."
5Und der König Zedekia sagte: "Siehe! Er ist in eurer Hand, denn der König vermag nichts gegen euch."
6Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne2 Malkijas, des Königssohnes, die im Gefängnishof3 war, und sie ließen Jeremia an Stricken hinab. Und in der Zisterne war kein Wasser, sondern Schlamm. Und Jeremia sank im Schlamm ein.
7Und Ebed-Melech4, der Kuschit5, ein Eunuch6, der im Haus des Königs war, hörte, dass sie Jeremia in die Zisterne getan hatten. Der König aber saß gerade im Tor Benjamin.
8Und Ebed-Melech ging aus dem Haus des Königs hinaus und redete zu dem König. Er sagte:
9"Mein Herr, König! Diese Männer haben übel gehandelt in allem, was sie Jeremia, dem Propheten, getan haben, den sie in die Zisterne geworfen haben, dass er dort unten vor Hunger sterben muss, denn es ist kein Brot mehr in der Stadt."
10Und der König gebot Ebed-Melech, dem Kuschiten, und sagte: "Nimm von hier dreißig Männer unter deine Hand und hole Jeremia, den Propheten, aus der Zisterne herauf, ehe er stirbt."
11Und Ebed-Melech nahm die Männer unter seine Hand und kam in das Haus des Königs, unterhalb der Schatzkammer, und von dort nahm er zerrissene Lappen und abgetragene Lumpen. Und er ließ sie an Stricken zu Jeremia in die Zisterne hinab.
12Und Ebed-Melech, der Kuschit, sagte zu Jeremia: "Lege diese zerrissenen Lappen und abgetragenen Lumpen unter die Achseln deiner Arme, unter die Stricke." Und Jeremia tat so.
13Und sie zogen Jeremia an den Stricken hoch. Und <so> holten sie ihn aus der Zisterne herauf. Und Jeremia blieb im Gefängnishof.
14Und der König Zedekia sandte hin und holte Jeremia, den Propheten, zu sich an den dritten Eingang, der im Haus Jahwehs war. Und der König sagte zu Jeremia: "Ich will dich nach einem Wort fragen, verbirg mir nichts."
15Und Jeremia sagte zu Zedekia: "Wenn ich es dir mitteile - wirst du mich dann nicht mit Sicherheit töten? Wenn ich dir aber einen Rat erteile, wirst du nicht auf mich hören."
16Da schwor der König Zedekia dem Jeremia im Verborgenen. Er sagte: "So wahr Jahweh lebt, der uns diese Seele gemacht hat7: Wenn ich dich töten oder wenn ich dich in die Hand dieser Männer geben werde, die nach deiner Seele trachten ...!"8
17Und Jeremia sagte zu Zedekia: "So sagt Jahweh, der Gott der Heere, der Gott Israels: Wenn du hinausgehst zu den Obersten des Königs von Babel, wird deine Seele am Leben bleiben und diese Stadt nicht im Feuer verbrannt werden. Und du wirst am Leben bleiben, du und dein Haus.
18Wenn du aber nicht hinausgehst zu den Obersten des Königs von Babel, <dann> wird diese Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben werden; und sie werden sie im Feuer verbrennen. Und du, du wirst ihrer Hand nicht entkommen."
19Und der König Zedekia sagte zu Jeremia: "Mir ist bange wegen der Judäer, die zu den Chaldäern übergelaufen sind, dass man mich in ihre Hand ausliefert und sie ihren Mutwillen mit mir treiben."
20Und Jeremia sagte: "Man wird dich nicht ausliefern. Höre bitte auf die Stimme Jahwehs in dem, was ich zu dir rede, so wird es dir gut gehen und deine Seele wird leben!
21Weigerst du dich aber hinauszugehen, ist dieses das Wort, das Jahweh mich hat sehen lassen:
22Siehe! Alle Frauen, die im Haus des Königs von Juda übrig geblieben sind, werden hinausgeführt werden zu den Obersten des Königs von Babel. Und sie werden sagen: 'Irregeführt und überwältigt haben dich die Männer deines Vertrauens9. Als deine Füße im Sumpf versanken, machten sie sich davon.'
23Und alle deine Frauen und deine Söhne wird man zu den Chaldäern hinausführen. Und du, du wirst ihrer Hand nicht entkommen, sondern wirst von der Hand des Königs von Babel ergriffen werden. Und <so> wirst du diese Stadt im Feuer verbrennen10."
24Und Zedekia sagte zu Jeremia: "Niemand darf von diesen Worten erfahren, sonst musst du sterben!
25Und wenn die Obersten hören, dass ich mit dir geredet habe, und sie kommen zu dir und sagen zu dir: 'Berichte uns, was du mit dem König geredet hast. Verbirg nichts vor uns, so werden wir dich nicht töten. Und was hat der König zu dir gesagt?',
26dann sollst du ihnen sagen: 'Ich habe mein Gnadenflehen vor dem König niedergelegt, mich nicht in das Haus Jonathans zurückzubringen, dass ich dort nicht sterbe.'"
27Und es kamen alle Obersten zu Jeremia und befragten ihn. Und er gab ihnen Bericht gemäß all jenen Worten, die der König geboten hatte. Und sie wandten sich schweigend von ihm ab, denn die Sache war nicht bekannt geworden.
28Und Jeremia blieb im Gefängnishof bis zu dem Tag, an dem Jerusalem eingenommen wurde.
Fußnoten
- 1 o.: trachtet nicht nach dem Frieden
- 2 o.: Grube; so a. i. Folg.
- 3 o.: im Vorhof der Hauptwache
- 4 bed.: Diener des Königs
- 5 o.: Äthiopier
- 6 d. h.: ein Hofbeamter
- 7 i. S. v.: der uns dieses Leben gegeben hat.
- 8 Der Satz ist eine Schwurformel; nur die erste Hälfte des Satzes wird ausgesprochen.
- 9 eigtl.: deines Friedens[bundes].
- 10 i. S. v.: so wirst du die Schuld dafür tragen, dass diese Stadt im Feuer verbrannt wird.