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Altes Testament

Jeremia Kapitel 20

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Paschhur, der Sohn Immers, der Priester (er war Oberaufseher im Haus Jahwehs), hörte, wie Jeremia diese Worte weissagte.
2Und Paschhur schlug Jeremia, den Propheten, und legte ihn in den Block1 im oberen Tor Benjamin, das im Haus Jahwehs war.
3Und es geschah am folgenden Morgen, als Paschhur Jeremia aus dem Block herausholen ließ, sagte Jeremia zu ihm: "Nicht Paschhur nennt Jahweh deinen Namen, sondern 'Schrecken ringsum';
4denn so sagt Jahweh: 'Siehe! Ich mache dich zum Schrecken, für dich selbst und für alle deine Freunde. Und sie werden fallen durch das Schwert ihrer Feinde. Und deine Augen werden es sehen. Und ich gebe ganz Juda in die Hand des Königs von Babel, dass er sie nach Babel wegführe und sie mit dem Schwert erschlage.
5Und den ganzen Schatz dieser Stadt gebe ich dahin und allen ihren erarbeiteten Besitz und alle ihre Kostbarkeiten. Und alle Vorräte der Könige von Juda gebe ich in die Hand ihrer Feinde. Und sie werden sie plündern und werden sie nehmen und nach Babel bringen.
6Und du, Paschhur, und alle Bewohner deines Hauses, ihr werdet in die Gefangenschaft gehen. Und du wirst nach Babel kommen und wirst dort sterben und wirst dort begraben werden, du und alle deine Freunde, denen du geweissagt hast mittels Lüge2.'"
7Jahweh, du hast mich betört3, und ich habe mich betören lassen. Du hast mich überwältigt und hast die Oberhand behalten. Zum Gelächter bin ich geworden den ganzen Tag lang. Alles spottet über mich.
8Ja, sooft ich reden will, schreie ich auf. "Gewalttat und Verwüstung!", rufe ich. Fürwahr, zu Verhöhnung und Spott ist mir das Wort Jahwehs geworden den ganzen Tag.
9Und sage ich: "Ich will nicht an ihn denken, nicht mehr reden in seinem Namen", <dann> ist es in meinem Herzen wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen. Und ich habe mich bemüht, es auszuhalten, doch ich vermag es nicht.
10Ja, das Gerede vieler habe ich gehört: "Schrecken ringsum." "Macht eine Anzeige!", "Wir zeigen ihn an!" Alle Sterblichen, die mit mir in Frieden waren4, lauern darauf, dass ich strauchle5: "Vielleicht lässt er sich betören6, <dann> überwältigen wir ihn und nehmen unsere Rache an ihm."
11Aber Jahweh ist mit mir wie ein gewaltiger Kriegsheld. Darum müssen meine Verfolger straucheln7. Sie werden nicht die Oberhand behalten! Sie werden sehr beschämt werden, weil sie nicht verständig gehandelt haben: eine ewige Schmach, die nicht vergessen wird.
12Und, Jahweh der Heere, gerechter Prüfer, der du Nieren und Herz siehst! Möge ich deine Rache an ihnen sehen, denn dir habe ich meine Rechtssache anvertraut.
13Singt Jahweh! Preist Jahweh! Fürwahr, er rettet die Seele des Armen aus der Hand der Übeltäter.
14Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren wurde, der Tag, an dem meine Mutter mich gebar. Nicht gesegnet soll er werden!
15Verflucht sei der Mann, der meinem Vater gute Botschaft brachte und sagte: "Ein Kind, ein Junge8, ist dir geboren", [und] ihn hoch erfreute!
16Jener Mann werde den Städten gleich, die Jahweh umkehrte und über die er nicht Mitleid hatte, - er höre ein Geschrei am Morgen und einen Kriegslärm am Mittag -
17der mich im [Mutter]schoß nicht tötete, sodass meine Mutter mir mein Grab geworden, ihr Schoß ewiglich schwanger geblieben wäre!
18Wozu nur bin ich aus dem Schoß gekommen, um Mühsal und Kummer zu sehen, dass meine Tage schwinden in Schmach?

Fußnoten

  1. 1 D. i. ein hölzernes Folterwerkzeug, in das man an Händen, Kopf und Füßen in einer unnatürlichen Lage eingezwängt und eingeschlossen wurde.
  2. 2 o.: in Falschheit.
  3. 3 o.: verleitet; überredet; so a. i. Folg.
  4. 4 w.: Jeder Sterbliche meines Friedens
  5. 5 eigtl.: sind Beobachter meines Strauchelns <und Fallens>.
  6. 6 o.: überreden; verleiten
  7. 7 und fallen.
  8. 8 eigtl.: ein Männlicher