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Altes Testament

Jeremia Kapitel 16

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und das Wort Jahwehs geschah zu mir:
2"Du sollst dir nicht eine Frau nehmen und nicht Söhne und Töchter haben an diesem Ort,
3denn so sagt Jahweh über die Söhne und über die Töchter, die an diesem Ort geboren werden, und über ihre Mütter, die sie gebären, und über ihre Väter, die sie zeugen1 in diesem Land:
4'An tödlichen Krankheiten werden sie sterben. Sie werden nicht beklagt und nicht begraben werden. Zu Dünger auf der Fläche des Erdbodens sollen sie werden. Und durch das Schwert und durch den Hunger werden sie umkommen. Und ihre Leichen werden den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde zur Speise dienen.'"
5Ja, so hat Jahweh gesagt: "Du sollst nicht in ein Trauerhaus2 gehen und sollst nicht hingehen, zu klagen; und du sollst ihnen kein Beileid bekunden, denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk weggenommen", ist der Spruch Jahwehs, "die Güte3 und das Erbarmen.
6Und sterben werden sie, Große und Kleine, in diesem Land. Sie werden nicht begraben werden. Und man wird nicht um sie trauern und ihretwegen sich nicht ritzen und ihretwegen sich nicht kahlscheren.
7Und man wird ihnen nicht Brot brechen zur Trauer, um jemanden eines Toten wegen zu trösten. Und auch wird man ihnen nicht den Trostbecher zu trinken geben wegen ihres Vaters oder wegen ihrer Mutter.
8Auch sollst du nicht in ein Haus des Gastmahls4 gehen, bei ihnen zu sitzen, um zu essen und zu trinken,
9- denn", so hat Jahweh der Heere, der Gott Israels, gesagt: "Siehe! Ich werde an diesem Ort, vor euren Augen und in euren Tagen, aufhören lassen die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut."
10"Und es soll geschehen, wenn du diesem Volk alle diese Worte verkündest und sie zu dir sagen: 'Warum hat Jahweh all dieses große Unheil über uns [aus]gesprochen? Und was ist unsere Schuld und was unsere Sünde, die wir gegen Jahweh, unseren Gott, begangen haben?',
11sollst du zu ihnen sagen: 'Weil eure Väter mich verließen', ist der Spruch Jahwehs, 'und weil sie anderen Göttern nachgingen und ihnen dienten und sich vor ihnen huldigend niederwarfen, mich aber verließen sie und hielten nicht meine Weisung.
12Ihr aber habt Böses getan, um es noch schlimmer zu treiben als eure Väter. Und - siehe! - ihr geht jeder der Verstocktheit seines bösen Herzens nach, ohne auf mich zu hören.
13Und ich werde euch fortschleudern, hinweg von dieser Erde, auf eine Erde, die5 ihr nicht kennt, weder ihr noch eure Väter. Und dort werdet ihr anderen Göttern dienen Tag und Nacht, weil ich euch keine Gnade geben werde.'"
14"Darum - siehe! - Tage kommen", ist der Spruch Jahwehs, "da wird man nicht mehr sagen: 'So wahr Jahweh lebt, der die Söhne Israels aus dem Land Ägypten heraufführte!',
15sondern: 'So wahr Jahweh lebt, der die Söhne Israels aus dem Land des Nordens heraufgeführt hat und aus allen Ländern, wohin er sie versprengt hatte!' Und ich lasse sie zurückkehren auf ihren Erdboden, den ich ihren Vätern gegeben habe."
16"Siehe! Ich sende hin zu vielen Fischern", ist der Spruch Jahwehs, "die werden sie fischen. Und danach sende ich hin zu vielen Jägern, die werden sie erjagen, herunter von jedem Berg und herab von jedem Hügel und heraus aus den Felsspalten;
17denn meine Augen sind auf alle ihre Wege [gerichtet]. Sie sind nicht verborgen vor meinem Angesicht. Und ihre Schuld ist nicht verdeckt vor meinen Augen.
18Aber zuerst werde ich [ihnen] ihre Schuld und ihre Sünde doppelt vergelten, weil sie mein Land mit dem Aas ihrer Scheusale6 entheiligt und mein Erbteil mit ihren Gräueln gefüllt haben."
19Jahweh, meine Stärke und mein Schutz und meine Zuflucht am Tag der Bedrängnis! Zu dir werden die Völker kommen von den äußeren Enden der Erde7 und sagen: "Nur Lug haben unsere Väter ererbt8, Dunstgebilde9, keines ist darunter, das etwas nützte.
20Kann sich ein Mensch Götter machen? Sie sind doch gar keine Götter!"
21"Darum - siehe! - dieses Mal lasse ich sie erkennen: Ich lasse sie erkennen meine Hand10 und meine Heldenstärke11. Und sie werden erkennen, dass mein Name Jahweh ist."

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: die machen, dass sie geboren werden
  2. 2 eigtl.: ein Haus des Jammergeschreis
  3. 3 und Treue; chäsäd ist die in Treue gegenüber einem Bund erwiesene Güte.
  4. 4 d. i.: des Mahls, bei dem Wein getrunken wird
  5. 5 i. S. v.: auf ein Land, das
  6. 6 d. h.: ihrer Götzen o. heidnischen Symbole.
  7. 7 o.: von den äußeren Rändern des Erdreichs
  8. 8 o.: als Erbbesitz verteilt
  9. 9 D. i. eine Bezeichnung für heidnische Götzen.
  10. 10 i. S. v.: meine Macht
  11. 11 o.: meinen Heldenmut.