Altes Testament
Jeremia Kapitel 51
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1So hat Jahweh gesagt: "Siehe! Ich erwecke den Geist eines Verderbers gegen Babel und gegen die Bewohner von Leb Kamai1.
2Und ich sende nach Babel Fremde, dass sie sie worfeln2! Ausplündern3 sollen sie ihr Land! Ja, sie werden ringsumher gegen es vorgehen am Tag des Unheils.
3Der Schütze spanne seinen Bogen gegen den, der da spannt, gegen den, der sich in seinem Panzer erhebt. Habt kein Mitleid mit ihren jungen Männern, vollstreckt den Bann an ihrem ganzen Heer!
4Gefallen liegen Durchbohrte im Land der Chaldäer und Erstochene auf seinen Straßen!,
5denn nicht Israel4 - und Juda - ist verwitwet gelassen von seinem Gott, von Jahweh der Heere; denn das Land jener ist voller Schuld an dem Heiligen Israels."
6"Flieht hinaus aus Babels Mitte und rettet euch, jeder seine Seele, damit ihr nicht umkommt in ihrer Schuld!, denn es ist die Zeit der Rache Jahwehs: Was sie getan hat, vergilt er ihr.
7Ein goldener Becher war Babel in der Hand Jahwehs, berauschend alle Erde. Von ihrem Wein tranken die Völker, darüber wurden die Völker wie toll.
8Urplötzlich gefallen ist Babel - und zerbrochen. Heult über sie! Holt Balsam für ihren Schmerz! Vielleicht wird sie geheilt!"
9"Wir wollten Babel heilen, aber sie war nicht zu heilen. Verlasst sie und lasst uns ziehen jeder in sein Land!, denn bis an die Himmel rührt ihr Strafgericht, und bis zu den Wolken langt es hinauf."
10"Jahweh hat unsere gerechte Sache5 ans Licht gebracht. Kommt und lasst uns erzählen in Zion die Tat Jahwehs, unseres Gottes."
11"Schärft die Pfeile! Füllt die Köcher! Erweckt hat Jahweh den Geist der Könige von Medien; denn sein Sinnen ist gegen Babel, sie6 zu verderben; denn es ist Jahwehs Rache, die Rache für seine Tempelhalle.
12Erhebt das Feldzeichen gegen die Mauern von Babel! Verschärft die Bewachung! Stellt Wächter auf! Bereitet die Hinterhalte!, denn wie Jahweh es sich vornahm, so führt er aus, was er gesagt hat über die Bewohner Babels."
13"Die du sitzt an vielen Wassern, reich [bist] an Schätzen: gekommen ist dein Ende, das Maß deines ungerechten Gewinns.
14Geschworen hat Jahweh der Heere bei sich selbst: 'Ja, habe ich dich auch mit Menschen angefüllt wie mit Heuschrecken, so wird man doch das Kelterlied7 über dich anstimmen!'"
15"Der, der durch seine Kraft die Erde macht, durch seine Weisheit das Festland8 gründet, durch seine Einsicht die Himmel ausspannt:
16Zur [Donner]stimme gibt er Wassergetöse am Himmel, und vom Ende der Erde her lässt er Nebelschwaden aufsteigen, Blitze macht er dem Regen, den Wind holt er aus seinen Vorratskammern hervor.
17Dumm9 steht da jeder Mensch mit [seiner] Erkenntnis, beschämt jeder Goldschmied10 mit [seinem] Bild, denn sein gegossenes Götzenbild ist Lüge, und Odem11 ist nicht darin!
18Ein Dunstgebilde12 sind sie, ein Machwerk des Gespötts! Zur Zeit ihrer Heimsuchung gehen sie unter.
19Nicht wie diese ist Jakobs Losteil13; denn er ist es, der alles formt und [auch] den Stamm seines Erbteils: Jahweh der Heere ist sein Name!"
20"Ein Hammer bist du mir, eine Kriegswaffe, und mit dir zerschlage ich Völker, und mit dir zerstöre ich Königreiche,
21mit dir zerschlage ich Pferd und Reiter, mit dir zerschlage ich Wagen und Lenker,
22mit dir zerschlage ich Mann und Frau, mit dir zerschlage ich Greis und Knabe, mit dir zerschlage ich Jüngling und Jungfrau,
23mit dir zerschlage ich Hirt und Herde, mit dir zerschlage ich Bauer und Joch, mit dir zerschlage ich Statthalter und Vorsteher."
24"Vergelten werde ich an Babel und an allen Bewohnern Chaldäas all ihr Böses, das sie an Zion taten, vor euren Augen", ist der Spruch Jahwehs.
25"Siehe! Ich will an dich, Berg des Verderbens," - ist der Spruch Jahwehs - "der die ganze Erde14 verderbt. Ich strecke meine Hand gegen dich aus und wälze dich hinab von den Felsen, mache dich zu einem Berg des Brandes15.
26Nicht soll man von dir holen einen Eckstein noch einen Stein für den Grund; denn eine ewige Öde sollst du werden!", ist der Spruch Jahwehs.
27"Erhebt ein Feldzeichen im Lande! Blast die Posaune unter den Völkern! Heiligt Völker gegen ihn16 [zum Krieg]! Ruft gegen ihn Königreiche herbei: Ararat, Minni und Aschkenas! Setzt Beamte17 gegen ihn ein! Lasst Pferde heraufziehen wie Schauer erregende Heuschrecken!
28Heiligt Völker gegen ihn: die Könige von Medien, dessen Statthalter und alle seine Vorsteher und das ganze Land seines Herrschaftsgebietes!
29Da erbebt und erzittert die Erde, denn es erfüllen sich gegen Babel die Pläne Jahwehs, um Babels Erde zur <schaurigen> Öde zu machen, ohne Bewohner.
30Babels Helden haben zu kämpfen aufgehört, sitzen in den Bergfesten. Ihr Heldenmut ist versiegt, sie sind zu Weibern geworden. Ihre Wohnungen hat man angezündet, ihre Riegel sind zerbrochen.
31Läufer läuft dem Läufer entgegen, Melder dem Melder entgegen, dem König von Babel zu melden, dass seine Stadt von allen Seiten18 eingenommen ist.
32Und die Furten sind besetzt, die Festungen19 mit Feuer verbrannt, die Kriegsmänner bestürzt20."
33Fürwahr, so hat Jahweh der Heere, der Gott Israels, gesagt: "Die Tochter Babel gleicht einer Tenne zu der Zeit, da man sie stampft. Noch ein Kurzes, und es kommt ihr die Zeit der Ernte."
34"Gefressen hat mich, aufgerieben hat mich Nebukadnezar, der König von Babel, abgestellt hat er mich als leeres Gefäß21, mich verschlungen wie ein Seeungeheuer, seinen Bauch mit meinen Leckerbissen22 gefüllt, fortgestoßen hat er mich.
35Die Gewalttat an mir und mein Zerfleischtwerden23 [komme] über Babel!", sage die Bewohnerin Zions. "Und mein Blut über die Bewohner Chaldäas!", sage Jerusalem.
36Darum hat Jahweh so gesagt: "Siehe! Ich streite deinen Streit und vollziehe deine Rache. Ihr Meer24 trockne ich aus, ihre Quelle lasse ich versiegen.
37Und Babel soll zum Steinhaufen werden, zur Behausung der Schakale, zur <schaurigen> Öde und zum Gezische25, ohne Bewohner.
38Sie alle miteinander brüllen wie Junglöwen, knurren wie die Jungen der Löwinnen.
39Sobald sie heiß26 sind, richte ich ihnen ein Trinkgelage zu, und berausche ich sie, dass sie fröhlich werden, dass sie einen ewigen Schlaf schlafen und nicht [mehr] erwachen", ist der Spruch Jahwehs.
40"Wie die Lämmer führe ich sie zur Schlachtung hinab, wie die Widder samt den Leitböcken."
41"Wie ist Scheschach27 eingenommen, und erobert - der Ruhm der ganzen Erde! Wie ist Babel zur <schaurigen> Öde geworden unter den Völkern!
42Heraufgestiegen ist das Meer28 über Babel, sie ist bedeckt vom Getöse seiner Wellen.
43Ihre Städte wurden zur <schaurigen> Öde, ein Land der Dürre und eine Steppe, ein Land, worin niemand wohnt und durch das kein Menschenkind zieht.
44Und ich suche den Bel heim in Babel und nehme, was er verschlungen hat, aus seinem Maul. Nicht mehr sollen Völker zu ihm strömen. Auch Babels Mauer ist gefallen."
45"Geht aus ihrer Mitte hinaus, mein Volk, und rettet euch, jeder seine Seele, vor der Glut des Zornes Jahwehs!
46Dass nur nicht euer Herz weich29 werde und ihr euch fürchtet vor dem Gerücht, das vernommen wird im Lande (in dem einen Jahr kommt dieses Gerücht und im Jahr danach jenes Gerücht), und Gewalttat im Land [ist] und Herrscher gegen Herrscher [steht]30.
47Darum: Siehe! Tage kommen, da suche ich die Schnitzbilder Babels heim. Ihre31 ganze Erde wird zuschanden. Alle ihre Durchbohrten fallen in ihrer Mitte.
48Und Himmel und Erde und alles, was in ihnen ist, wird über Babel jubeln, denn von Norden her kommen ihr die Verwüster", ist der Spruch Jahwehs.
49"Wie Babel darauf ausging32, dass Durchbohrte Israels fielen, so werden auch - Babels wegen33 - Durchbohrte der ganzen Erde34 fallen.
50[Ihr] dem Schwert Entkommenen, geht, bleibt nicht stehen! Denkt an Jahweh aus der Ferne! Und Jerusalem steige im Herzen euch auf35!"
51"Wir sind beschämt, denn Verhöhnung bekamen wir zu hören. Scham hat unsere Gesichter bedeckt, denn Fremde sind gekommen über die Heiligtümer des Hauses Jahwehs."
52"Darum: Siehe! Tage kommen", ist der Spruch Jahwehs, "da suche ich seine Schnitzbilder heim; und Durchbohrte36 werden stöhnen in seinem ganzen Land.
53<Selbst> wenn Babel zum Himmel stiege und [dort] die Höhe seiner Macht festigte37, ihr würden von mir her Verwüster kommen", ist der Spruch Jahwehs.
54"Horch! Ein Geschrei aus Babel und großer Zusammenbruch vom Land der Chaldäer her,
55denn Jahweh verwüstet Babel und tilgt das laute Lärmen aus ihr aus. Und ihre Wogen38 tosen wie große Wasser; es erschallt der Lärm ihres Getöses.
56Ja, über sie, über Babel, kommt der Verwüster. Und ihre39 Helden werden bezwungen, ihre Bogen zerbrechen; denn ein Gott40 der Vergeltung ist Jahweh. Er wird gewisslich vergelten!"
57"Und ich berausche ihre Obersten und ihre Weisen, ihre Statthalter und ihre Vorsteher und ihre Helden, dass sie schlafen einen ewigen Schlaf und nicht erwachen", ist der Spruch des Königs, Jahweh der Heere ist sein Name.
58"So sagt Jahweh der Heere: 'Die Mauern von Babel, der Großen, werden bloßgelegt41 und ihre hohen Tore im Feuer verbrannt. Und so mühen sich Volksscharen für nichts und Volksstämme fürs Feuer; und sie ermatten.'"
59Das Wort, das Jeremia, der Prophet, Seraja, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, gebot, als der mit Zedekia, dem König von Juda, im vierten Jahr42 seiner Königsherrschaft nach Babel zog. Und zwar war Seraja Oberster für die Nachtlager43.
60Und Jeremia schrieb alles Unheil, das über Babel kommen sollte, alle diese Worte, die betreffs Babel geschrieben sind, in ein Buch, in ein einziges.
61Und Jeremia sagte zu Seraja: "Wenn du nach Babel kommst, sieh zu und lies alle diese Worte vor.
62Und du sollst sagen: 'Jahweh, du selbst hast in Bezug auf diesen Ort gesagt, dass du ihn ausrotten wirst, sodass kein Bewohner darin sein soll, von Mensch bis Vieh, sondern dass er zu ewigen Trümmerstätten werden soll.'
63Und es soll geschehen, hast du dieses Buch zu Ende vorgelesen, so binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat
64und sage: 'So wird Babel versinken und nicht wieder emporkommen infolge des Unheils, das ich über sie44 bringe45. Und sie46 werden ermatten47.'" Bis hierher die Worte Jeremias.
2Und ich sende nach Babel Fremde, dass sie sie worfeln2! Ausplündern3 sollen sie ihr Land! Ja, sie werden ringsumher gegen es vorgehen am Tag des Unheils.
3Der Schütze spanne seinen Bogen gegen den, der da spannt, gegen den, der sich in seinem Panzer erhebt. Habt kein Mitleid mit ihren jungen Männern, vollstreckt den Bann an ihrem ganzen Heer!
4Gefallen liegen Durchbohrte im Land der Chaldäer und Erstochene auf seinen Straßen!,
5denn nicht Israel4 - und Juda - ist verwitwet gelassen von seinem Gott, von Jahweh der Heere; denn das Land jener ist voller Schuld an dem Heiligen Israels."
6"Flieht hinaus aus Babels Mitte und rettet euch, jeder seine Seele, damit ihr nicht umkommt in ihrer Schuld!, denn es ist die Zeit der Rache Jahwehs: Was sie getan hat, vergilt er ihr.
7Ein goldener Becher war Babel in der Hand Jahwehs, berauschend alle Erde. Von ihrem Wein tranken die Völker, darüber wurden die Völker wie toll.
8Urplötzlich gefallen ist Babel - und zerbrochen. Heult über sie! Holt Balsam für ihren Schmerz! Vielleicht wird sie geheilt!"
9"Wir wollten Babel heilen, aber sie war nicht zu heilen. Verlasst sie und lasst uns ziehen jeder in sein Land!, denn bis an die Himmel rührt ihr Strafgericht, und bis zu den Wolken langt es hinauf."
10"Jahweh hat unsere gerechte Sache5 ans Licht gebracht. Kommt und lasst uns erzählen in Zion die Tat Jahwehs, unseres Gottes."
11"Schärft die Pfeile! Füllt die Köcher! Erweckt hat Jahweh den Geist der Könige von Medien; denn sein Sinnen ist gegen Babel, sie6 zu verderben; denn es ist Jahwehs Rache, die Rache für seine Tempelhalle.
12Erhebt das Feldzeichen gegen die Mauern von Babel! Verschärft die Bewachung! Stellt Wächter auf! Bereitet die Hinterhalte!, denn wie Jahweh es sich vornahm, so führt er aus, was er gesagt hat über die Bewohner Babels."
13"Die du sitzt an vielen Wassern, reich [bist] an Schätzen: gekommen ist dein Ende, das Maß deines ungerechten Gewinns.
14Geschworen hat Jahweh der Heere bei sich selbst: 'Ja, habe ich dich auch mit Menschen angefüllt wie mit Heuschrecken, so wird man doch das Kelterlied7 über dich anstimmen!'"
15"Der, der durch seine Kraft die Erde macht, durch seine Weisheit das Festland8 gründet, durch seine Einsicht die Himmel ausspannt:
16Zur [Donner]stimme gibt er Wassergetöse am Himmel, und vom Ende der Erde her lässt er Nebelschwaden aufsteigen, Blitze macht er dem Regen, den Wind holt er aus seinen Vorratskammern hervor.
17Dumm9 steht da jeder Mensch mit [seiner] Erkenntnis, beschämt jeder Goldschmied10 mit [seinem] Bild, denn sein gegossenes Götzenbild ist Lüge, und Odem11 ist nicht darin!
18Ein Dunstgebilde12 sind sie, ein Machwerk des Gespötts! Zur Zeit ihrer Heimsuchung gehen sie unter.
19Nicht wie diese ist Jakobs Losteil13; denn er ist es, der alles formt und [auch] den Stamm seines Erbteils: Jahweh der Heere ist sein Name!"
20"Ein Hammer bist du mir, eine Kriegswaffe, und mit dir zerschlage ich Völker, und mit dir zerstöre ich Königreiche,
21mit dir zerschlage ich Pferd und Reiter, mit dir zerschlage ich Wagen und Lenker,
22mit dir zerschlage ich Mann und Frau, mit dir zerschlage ich Greis und Knabe, mit dir zerschlage ich Jüngling und Jungfrau,
23mit dir zerschlage ich Hirt und Herde, mit dir zerschlage ich Bauer und Joch, mit dir zerschlage ich Statthalter und Vorsteher."
24"Vergelten werde ich an Babel und an allen Bewohnern Chaldäas all ihr Böses, das sie an Zion taten, vor euren Augen", ist der Spruch Jahwehs.
25"Siehe! Ich will an dich, Berg des Verderbens," - ist der Spruch Jahwehs - "der die ganze Erde14 verderbt. Ich strecke meine Hand gegen dich aus und wälze dich hinab von den Felsen, mache dich zu einem Berg des Brandes15.
26Nicht soll man von dir holen einen Eckstein noch einen Stein für den Grund; denn eine ewige Öde sollst du werden!", ist der Spruch Jahwehs.
27"Erhebt ein Feldzeichen im Lande! Blast die Posaune unter den Völkern! Heiligt Völker gegen ihn16 [zum Krieg]! Ruft gegen ihn Königreiche herbei: Ararat, Minni und Aschkenas! Setzt Beamte17 gegen ihn ein! Lasst Pferde heraufziehen wie Schauer erregende Heuschrecken!
28Heiligt Völker gegen ihn: die Könige von Medien, dessen Statthalter und alle seine Vorsteher und das ganze Land seines Herrschaftsgebietes!
29Da erbebt und erzittert die Erde, denn es erfüllen sich gegen Babel die Pläne Jahwehs, um Babels Erde zur <schaurigen> Öde zu machen, ohne Bewohner.
30Babels Helden haben zu kämpfen aufgehört, sitzen in den Bergfesten. Ihr Heldenmut ist versiegt, sie sind zu Weibern geworden. Ihre Wohnungen hat man angezündet, ihre Riegel sind zerbrochen.
31Läufer läuft dem Läufer entgegen, Melder dem Melder entgegen, dem König von Babel zu melden, dass seine Stadt von allen Seiten18 eingenommen ist.
32Und die Furten sind besetzt, die Festungen19 mit Feuer verbrannt, die Kriegsmänner bestürzt20."
33Fürwahr, so hat Jahweh der Heere, der Gott Israels, gesagt: "Die Tochter Babel gleicht einer Tenne zu der Zeit, da man sie stampft. Noch ein Kurzes, und es kommt ihr die Zeit der Ernte."
34"Gefressen hat mich, aufgerieben hat mich Nebukadnezar, der König von Babel, abgestellt hat er mich als leeres Gefäß21, mich verschlungen wie ein Seeungeheuer, seinen Bauch mit meinen Leckerbissen22 gefüllt, fortgestoßen hat er mich.
35Die Gewalttat an mir und mein Zerfleischtwerden23 [komme] über Babel!", sage die Bewohnerin Zions. "Und mein Blut über die Bewohner Chaldäas!", sage Jerusalem.
36Darum hat Jahweh so gesagt: "Siehe! Ich streite deinen Streit und vollziehe deine Rache. Ihr Meer24 trockne ich aus, ihre Quelle lasse ich versiegen.
37Und Babel soll zum Steinhaufen werden, zur Behausung der Schakale, zur <schaurigen> Öde und zum Gezische25, ohne Bewohner.
38Sie alle miteinander brüllen wie Junglöwen, knurren wie die Jungen der Löwinnen.
39Sobald sie heiß26 sind, richte ich ihnen ein Trinkgelage zu, und berausche ich sie, dass sie fröhlich werden, dass sie einen ewigen Schlaf schlafen und nicht [mehr] erwachen", ist der Spruch Jahwehs.
40"Wie die Lämmer führe ich sie zur Schlachtung hinab, wie die Widder samt den Leitböcken."
41"Wie ist Scheschach27 eingenommen, und erobert - der Ruhm der ganzen Erde! Wie ist Babel zur <schaurigen> Öde geworden unter den Völkern!
42Heraufgestiegen ist das Meer28 über Babel, sie ist bedeckt vom Getöse seiner Wellen.
43Ihre Städte wurden zur <schaurigen> Öde, ein Land der Dürre und eine Steppe, ein Land, worin niemand wohnt und durch das kein Menschenkind zieht.
44Und ich suche den Bel heim in Babel und nehme, was er verschlungen hat, aus seinem Maul. Nicht mehr sollen Völker zu ihm strömen. Auch Babels Mauer ist gefallen."
45"Geht aus ihrer Mitte hinaus, mein Volk, und rettet euch, jeder seine Seele, vor der Glut des Zornes Jahwehs!
46Dass nur nicht euer Herz weich29 werde und ihr euch fürchtet vor dem Gerücht, das vernommen wird im Lande (in dem einen Jahr kommt dieses Gerücht und im Jahr danach jenes Gerücht), und Gewalttat im Land [ist] und Herrscher gegen Herrscher [steht]30.
47Darum: Siehe! Tage kommen, da suche ich die Schnitzbilder Babels heim. Ihre31 ganze Erde wird zuschanden. Alle ihre Durchbohrten fallen in ihrer Mitte.
48Und Himmel und Erde und alles, was in ihnen ist, wird über Babel jubeln, denn von Norden her kommen ihr die Verwüster", ist der Spruch Jahwehs.
49"Wie Babel darauf ausging32, dass Durchbohrte Israels fielen, so werden auch - Babels wegen33 - Durchbohrte der ganzen Erde34 fallen.
50[Ihr] dem Schwert Entkommenen, geht, bleibt nicht stehen! Denkt an Jahweh aus der Ferne! Und Jerusalem steige im Herzen euch auf35!"
51"Wir sind beschämt, denn Verhöhnung bekamen wir zu hören. Scham hat unsere Gesichter bedeckt, denn Fremde sind gekommen über die Heiligtümer des Hauses Jahwehs."
52"Darum: Siehe! Tage kommen", ist der Spruch Jahwehs, "da suche ich seine Schnitzbilder heim; und Durchbohrte36 werden stöhnen in seinem ganzen Land.
53<Selbst> wenn Babel zum Himmel stiege und [dort] die Höhe seiner Macht festigte37, ihr würden von mir her Verwüster kommen", ist der Spruch Jahwehs.
54"Horch! Ein Geschrei aus Babel und großer Zusammenbruch vom Land der Chaldäer her,
55denn Jahweh verwüstet Babel und tilgt das laute Lärmen aus ihr aus. Und ihre Wogen38 tosen wie große Wasser; es erschallt der Lärm ihres Getöses.
56Ja, über sie, über Babel, kommt der Verwüster. Und ihre39 Helden werden bezwungen, ihre Bogen zerbrechen; denn ein Gott40 der Vergeltung ist Jahweh. Er wird gewisslich vergelten!"
57"Und ich berausche ihre Obersten und ihre Weisen, ihre Statthalter und ihre Vorsteher und ihre Helden, dass sie schlafen einen ewigen Schlaf und nicht erwachen", ist der Spruch des Königs, Jahweh der Heere ist sein Name.
58"So sagt Jahweh der Heere: 'Die Mauern von Babel, der Großen, werden bloßgelegt41 und ihre hohen Tore im Feuer verbrannt. Und so mühen sich Volksscharen für nichts und Volksstämme fürs Feuer; und sie ermatten.'"
59Das Wort, das Jeremia, der Prophet, Seraja, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, gebot, als der mit Zedekia, dem König von Juda, im vierten Jahr42 seiner Königsherrschaft nach Babel zog. Und zwar war Seraja Oberster für die Nachtlager43.
60Und Jeremia schrieb alles Unheil, das über Babel kommen sollte, alle diese Worte, die betreffs Babel geschrieben sind, in ein Buch, in ein einziges.
61Und Jeremia sagte zu Seraja: "Wenn du nach Babel kommst, sieh zu und lies alle diese Worte vor.
62Und du sollst sagen: 'Jahweh, du selbst hast in Bezug auf diesen Ort gesagt, dass du ihn ausrotten wirst, sodass kein Bewohner darin sein soll, von Mensch bis Vieh, sondern dass er zu ewigen Trümmerstätten werden soll.'
63Und es soll geschehen, hast du dieses Buch zu Ende vorgelesen, so binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat
64und sage: 'So wird Babel versinken und nicht wieder emporkommen infolge des Unheils, das ich über sie44 bringe45. Und sie46 werden ermatten47.'" Bis hierher die Worte Jeremias.
Fußnoten
- 1 bed.: "Herz meiner Widersacher"; so die Umwandlung und Deutung des Namens "Chaldäer" ins Hebräische.
- 2 o.: zerstreuen
- 3 und entleeren
- 4 o.: nicht eine Witwe (d. h.: nicht eine Verlassene) ist Israel (nicht eine, um die sich niemand kümmert).
- 5 o.: unseren Rechtsanspruch; im Heb. Mehrzahl
- 6 im Heb. Einzahl u. weiblich ("die Babel")
- 7 o.: den (fröhlichen) Zuruf; o.: den Kriegsruf
- 8 o.: die bewohnte Welt
- 9 und verblüfft
- 10 eigtl.: jeder Schmelzer
- 11 o.: [Lebens]geist; Hauch; heb. ruach
- 12 o.: Nichtigkeit; Nichts
- 13 Der Begriff "Jakobs Losteil" steht für "Jahweh".
- 14 o.: alle <Bewohner der> Erde (wie Offb 19,2)
- 15 o.: des Verbrennens.
- 16 d. i.: gegen den Berg des Verderbens
- 17 o.: Heerschreiber; im Heb. ein Würdetitel eines assyrischen Schreibers oder militärischen Beamten
- 18 o.: von Rand [zu Rand]; von [einem] Ende [zum andern]
- 19 and.: die Sümpfe; Bed. nicht gesichert.
- 20 o.: verstört; rastlos; in Panik.
- 21 näml.: menschenleer und ausgeraubt
- 22 and.: seinen Bauch gefüllt, mich fortgestoßen vom Gegenstand meiner Lust.
- 23 o.: Die mir [von ihnen] zugefügte Gewalttat und das Mich-Zerfleischen
- 24 Mit Babels "Meer" ist der Euphrat mit seinen Kanälen, Seen und Sümpfen gemeint.
- 25 o.: zum spöttischen Gepfeife
- 26 o.: erhitzt; glühend (vor Gier)
- 27 Die Konsonanten von Scheschach (ssk) stehen hier für die Konsonanten von Babel (bbl).
- 28 Vgl. Jes 8,7.8; Hes 26,3.
- 29 o.: ängstlich; verzagt
- 30 o.: und Herrscher auf Herrscher [folgt].
- 31 d. i.: Babels
- 32 o.: Ursache dafür war
- 33 d. i.: als Vergeltung
- 34 Gemeint ist ganz Babylonien.
- 35 d. h.: komme euch in den Sinn.
- 36 d. h.: tödlich Verwundete
- 37 o.: die Höhe seines Bollwerks unzugänglich machte
- 38 "ihre" ist Mehrzahl; d. h.: die tosenden Wogen der Eroberer
- 39 d. i.: Babels (weibl.; Einzahl), so a. i. Folg.
- 40 heb. El; ein starker Gott
- 41 i. S. v.: niedergerissen bis auf den Grund.
- 42 ca. 594 v. Chr.
- 43 und für den jeweiligen Reiseaufenthalt.
- 44 i. S. v.: über die Babel (weibl., Einzahl)
- 45 o.: zu bringen im Begriff bin.
- 46 d. i.: Babylonier (Mehrzahl)
- 47 und erliegen.