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Altes Testament

Jeremia Kapitel 3

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Es ist gesagt: 'Wenn ein Mann seine Frau entlässt und sie von ihm weggeht und eines anderen Mannes wird, würde er wieder zurückkehren zu ihr? Würde dann jenes Land nicht befleckt1?' Du aber hast mit vielen Liebhabern gehurt. Kehre wieder zu mir!", ist der Spruch Jahwehs.
2"Erhebe deine Augen zu den kahlen Höhen und sieh! Wo bist du nicht beschlafen worden?2 An den Wegen saßest du, auf sie [wartend], wie ein Araber in der Wüste, und du beflecktest3 das Land mit deiner Hurerei, mit deiner Bosheit.
3Da wurden die Regengüsse zurückgehalten, und es gab keinen Spätregen. Aber du hattest die Stirn eines Hurenweibes, weigertest dich, dich zu schämen.
4Von jetzt an, freilich, magst du mir zurufen: 'Mein Vater, der Freund4 meiner Jugend bist du!'
5'Wird er ewiglich grollen, wird er auf Dauer [Zorn] bewahren?' Siehe! [So] hast du geredet und das Böse getan und es durchgesetzt."
6Und Jahweh sagte zu mir in den Tagen des Königs Josia: "Hast du gesehen, was Israel, die Abtrünnige, getan hat? Auf jeden hohen Berg ist sie gegangen5 und hat dort gehurt unter jedem saftig-grünen Baum.
7Und ich sagte <mir>: 'Nachdem sie das alles getan hat, wird sie zu mir zurückkehren.' Aber sie kehrte nicht zurück. Und ihre treulose Schwester Juda sah es.
8Und ich sah, dass, obwohl ich Israel, die Abtrünnige, weil sie die Ehe gebrochen hatte, entlassen und ihr einen Scheidebrief gegeben hatte, doch Juda, die Treulose, ihre Schwester, sich nicht fürchtete. Und auch sie ging hin und hurte.
9Und es geschah, durch die Leichtfertigkeit ihrer Hurerei6 befleckte sie das Land und trieb Ehebruch mit Stein und Holz.
10Und selbst bei alldem ist ihre Schwester Juda, die Treulose, nicht zu mir zurückgekehrt mit ihrem ganzen Herzen, sondern mit Lüge7!" - ist der Spruch Jahwehs.
11Und Jahweh sagte zu mir: "Israel, die Abtrünnige, hat eine gerechtere Seele als Juda, die Treulose.
12Gehe und rufe diese Worte aus nach Norden und sage: 'Kehre zurück, Israel, Abtrünnige!', ist der Spruch Jahwehs. 'Ich werde mein Angesicht nicht senken8, denn ich bin gütig!', ist der Spruch Jahwehs. 'Ich werde nicht ewiglich grollen.
13Nur erkenne deine Schuld, dass du Jahweh, deinem Gott, abtrünnig warst. Und hierhin und dorthin ließest du deine Wege schweifen, hinter den fremden [Göttern] her, unter jeden saftig-grünen Baum. Aber auf meine Stimme hörtet ihr nicht!', ist der Spruch Jahwehs."
14"Kehrt um, abtrünnige Söhne", ist der Spruch Jahwehs, "denn ich bin euer Eheherr9; und ich werde euch nehmen, einen aus einer Stadt und zwei aus einer Sippe, und euch nach Zion bringen.
15Und ich werde euch Hirten nach meinem Herzen geben; und sie werden euch weiden mit Erkenntnis und Einsicht.
16Und es wird geschehen, wenn ihr euch im Land mehrt und fruchtbar seid in jenen Tagen", ist der Spruch Jahwehs, "wird man nicht mehr sagen: 'Die Lade des Bundes Jahwehs'. Und sie wird nicht mehr in [euren] Herzen aufsteigen10. Und man wird ihrer nicht mehr gedenken und sie nicht suchen11. Und sie wird nicht wiederhergestellt werden.
17In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron Jahwehs nennen und alle Völker werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens Jahwehs in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens nachgehen.
18In jenen Tagen wird das Haus Juda mit dem Haus Israel zusammengehen und sie werden miteinander aus dem Land des Nordens in das Land kommen, das ich euren Vätern zum Erbteil gab."
19"Und ich, ich hatte <mir> gesagt: 'Wie würde ich dich behandeln12 unter [meinen] Söhnen? Ich will dir ein köstliches Land geben, ein Erbteil, die prächtigste Zierde der Völker!' Und ich hatte <mir> gesagt, ihr würdet mir zurufen 'Mein Vater!' und euch nicht [mehr] abwenden von mir.
20Jedoch, wie eine Frau ihren Gefährten treulos verlässt, so habt ihr treulos an mir gehandelt, Haus Israel", ist der Spruch Jahwehs.
21Auf den kahlen Hügeln ist eine Stimme zu hören, ein Weinen der Söhne Israels, ein Gnadenflehen, denn sie verkrümmten ihren Weg, vergaßen Jahweh, ihren Gott.
22"Kehrt um, abtrünnige Söhne! Ich will eure Abtrünnigkeiten13 heilen." - Hier sind wir, wir kommen zu dir; denn du bist Jahweh, unser Gott.
23Wahrlich, trügerisch war von den Opferhügeln her das <lärmende> Getümmel von den Bergen her! Wahrlich, in Jahweh, unserem Gott, ist Israels Heil14!
24Und so hat das Schandbild15 den Erwerb unserer Väter verzehrt von unserer Jugend an, ihr Kleinvieh und ihre Rinder, ihre Söhne und ihre Töchter.
25In unserer Schande müssen wir daliegen, und unsere Schmach bedeckt uns, denn an Jahweh, unserem Gott, haben wir gesündigt, wir und unsere Väter, von unserer Jugend an und bis zu diesem Tag! Und wir haben nicht gehört auf die Stimme Jahwehs, unseres Gottes.

Fußnoten

  1. 1 o.: ruchlos gemacht; verunstaltet; entartet; so a. i. Folg.
  2. 2 o.: Wo hast du dich nicht schänden lassen?
  3. 3 o.: machtest ruchlos
  4. 4 o.: der Vertraute; Spr 2,17
  5. 5 und geht sie <immer noch>; so a. i. Folg.
  6. 6 eigtl.: durch den Lärm ihrer Hurerei
  7. 7 o.: in Falschheit; i. S. v.: nur zum Schein
  8. 8 eigtl.: fallen lassen; hier: Ich werde nicht finster auf euch blicken (Das Fallenlassen bzw. Senken steht im Gegensatz zum gnädigen Erheben des Angesichts.)
  9. 9 o.: Besitzer; Besitzherr (durch Eheschließung)
  10. 10 i. S. v.: euch nicht mehr in den Sinn kommen.
  11. 11 o.: aufsuchen wollen; a. i. S. v.: vermissen.
  12. 12 o.: auszeichnen; o.: einsetzen
  13. 13 o.: euren <vielfältigen> Treuebruch; eure Treulosigkeiten
  14. 14 und Hilfe.
  15. 15 d. i.: der schändliche Götze; der Götzendienst; vgl. Jer 11,13.