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Altes Testament

Jeremia Kapitel 4

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Wenn du umkehrst, Israel", ist der Spruch Jahwehs, "sollst du zu mir umkehren. Und wenn du deine Scheusale von meinem Angesicht entfernst, brauchst du nicht [mehr] umherzuschweifen1.
2Und wenn du <dann> in Wahrheit schwörst: 'So wahr Jahweh lebt!', in Recht und in Gerechtigkeit [schwörst], werden Völker sich segnen in ihm2 und seiner sich rühmen."
3"Fürwahr", so sagt Jahweh zu den Männern Judas und zu Jerusalem: "Pflügt euch einen Neubruch3 und sät nicht unter die Dornen!
4Beschneidet euch für Jahweh und entfernt die Vorhäute eurer Herzen, Männer Judas und Bewohner Jerusalems, damit nicht ausbreche mein Grimm wie Feuer und unauslöschlich brenne - wegen der Bosheit eurer Taten.
5Verkündet es in Juda und lasst es in Jerusalem hören und sagt: 'Blast die Posaune4 im Land!' Ruft aus voller Kehle und sagt: 'Versammelt euch und lasst uns ziehen in die befestigten Städte!'
6Erhebt [das] Feldzeichen nach Zion hin. Flieht! Bleibt nicht stehen, denn ich bringe Unheil von Norden her, großen Zusammenbruch.
7Der Löwe steigt aus seinem Dickicht herauf, der Verderber der Völker ist aufgebrochen, ist ausgegangen von seinem Ort, dein Land zur <schaurigen> Öde5 zu machen, dass deine Städte verfallen - ohne Bewohner!
8Darum gürtet euch Sacktuch um! Klagt und jammert!, denn die Glut des Zornes Jahwehs kehrt sich nicht von uns ab."
9"Und es wird geschehen an jenem Tag", ist der Spruch Jahwehs, "da wird das Herz des Königs vergehen und das Herz der Obersten. Und die Priester werden sich entsetzen und die Propheten erstarrt sein."
10- Und ich sagte: "Ach, mein Herr, Jahweh! Fürwahr, sehr getäuscht hast du dieses Volk und Jerusalem, <als du> sagtest: 'Ihr werdet Frieden haben'. Und [nun] dringt das Schwert bis an die Seele!" -
11In jener Zeit wird von diesem Volk und Jerusalem gesagt werden: "Ein heißer Wind von den kahlen Höhen in der Wüste kommt geradewegs zu auf die Tochter meines Volks, nicht zum Worfeln, nicht zum Säubern6,
12[sondern] ein Wind, heftiger als diese7, wird für mich kommen. Nun werde auch ich [Gerichts]urteile über sie sprechen."
13Siehe! Wie Wolken zieht er8 herauf, und wie der Sturmwind sind seine Wagen, schneller als Adler9 seine Rosse. Wehe uns, denn wir sind überwältigt!
14Wasche dein Herz rein vom Bösen, Jerusalem, damit du gerettet wirst! Bis wann sollen in deinem Innern weilen10 deine heillosen Pläne?
15- denn eine Stimme berichtet von Dan her und verkündet Unheil vom Bergland Ephraim.
16Ruft es den Völkern11 ins Gedächtnis - siehe! - verkündet es Jerusalem: "Belagerer kommen aus einem Land der Ferne und lassen ihre Stimme erschallen gegen die Städte Judas.
17Wie Feldwächter sind sie rings um sie her12, denn sie war widerspenstig gegen mich", ist der Spruch Jahwehs.
18"Dein Weg und deine Taten haben dir dieses getan13. Das [kommt] von deiner Bosheit. Ja, es ist bitter. Ja, es rührt dir ans Herz."
19"Meine Eingeweide, meine Eingeweide! Ich muss mich winden. Die Wände meines Herzens - es tobt [in] mir mein Herz! Ich kann nicht schweigen, denn du, meine Seele, hast gehört die Stimme der Posaune, Kriegsgeschrei!
20Zusammenbruch über Zusammenbruch wird ausgerufen; denn das ganze Land ist verwüstet14. Plötzlich verwüstet sind meine Zelte, in einem Augenblick meine Zeltdecken!
21Bis wann noch muss ich das Feldzeichen15 sehen, die Stimme der Posaune hören?"
22"Fürwahr, mein Volk ist närrisch. Mich kennen sie nicht16. Törichte Söhne und unverständig sind sie. Weise sind sie, Böses zu tun, doch Gutes zu tun verstehen sie nicht."
23"Ich schaue das Land17, und - siehe! - es ist wüst und leer, zu den Himmeln, und ihr Licht ist nicht da.
24Ich schaue die Berge, und - siehe! - sie beben; und alle Hügel werden erschüttert.
25Ich schaue, und - siehe! - kein Mensch ist da, und alle Vögel des Himmels sind entflohen.
26Ich schaue, und - siehe! - der Baumgarten18 [ist] eine Wüste, und alle seine Städte sind niedergerissen vor Jahweh, vor der Glut seines Zorns."
27"Fürwahr", so sagt Jahweh: "Eine Einöde soll alles Land werden, doch will ich ihm nicht [ganz] ein Ende machen.
28Darüber trauert das Land und verfinstern sich droben die Himmel, darüber, dass ich es gesagt, ich es beschlossen habe, und ich werde es mich nicht gereuen lassen und nicht davon ablassen."
29Vor dem Geschrei der Reiter und Schützen flieht jede Stadt. Sie kommen ins dichte Gebüsch und besteigen die Felsen. Jede Stadt ist verlassen, kein Mensch wohnt darin.
30Und du, Verwüstete, was wirst du tun? Selbst wenn du in Scharlach19 dich kleidest, mit goldenem Schmuck dich schmückst, deine Augen mit Schminke herausstreichst20, vergeblich machst du dich schön, die Liebhaber verschmähen dich, trachten nach deiner Seele21.
31- denn eine Stimme höre ich, wie die einer Kreißenden, einen Angstruf wie von einer Erstgebärenden, die Stimme der Tochter Zion. Sie stöhnt, breitet ihre offenen Hände aus: "O wehe mir, denn kraftlos erliegt meine Seele den Mördern."

Fußnoten

  1. 1 o.: wirst du nicht mehr heimatlos sein.
  2. 2 o.: <dann> werden [die] Heiden in ihm sich Segen wünschen
  3. 3 d. h.: Macht euch neues, unbearbeitetes Land urbar
  4. 4 Grundbed.: Widderhorn; heb. schofar; so a. Jer 4,19.21; 6,1.17.
  5. 5 und zum Entsetzen
  6. 6 näml.: des Getreides von der Spreu
  7. 7 näml.: als die zum Worfeln und Reinigen tauglichen Winde
  8. 8 o.: es (das feindliche Kriegsheer)
  9. 9 o.: Geier
  10. 10 o.: bleiben
  11. 11 o.: den Heiden
  12. 12 d. i.: gegen Jerusalem bzw. Juda
  13. 13 i. S. v.: beschert.
  14. 14 eigtl.: <überwältigt und> verwüstet; so a. i. Folg.
  15. 15 o.: das Kriegsbanner
  16. 16 evtl. i. S. v.: wollen sie nicht kennen.
  17. 17 o.: auf die Erde
  18. 18 o.: der Karmel
  19. 19 o.: in Karmesin
  20. 20 eigtl.: aufreißt
  21. 21 d. h.: nach deinem Leben.