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Altes Testament

Jeremia Kapitel 37

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Zedekia (den Nebukadnezar, der König von Babel, zum König gemacht hatte im Land Juda), der Sohn Josias, herrschte <als König> anstelle von Konja1, dem Sohn Jojakims.
2Und weder er noch seine Knechte noch das Volk des Landes hörten auf die Worte Jahwehs, die er durch die Hand Jeremias, des Propheten, geredet hatte.
3Und der König Zedekia sandte Juchal, den Sohn Schelemjas, und Zefanja, den Sohn Maasejas, den Priester, zum Propheten Jeremia und sagte: "Bitte tue für uns Fürbitte bei Jahweh, unserem Gott!"
4Und Jeremia ging ein und aus mitten unter dem Volk; man hatte ihn noch nicht ins Gefängnis getan.
5Und das Heer Pharaos war [inzwischen] aus Ägypten aufgebrochen. Und die Chaldäer, die Jerusalem belagerten, hatten die Nachricht von ihnen gehört und waren von Jerusalem abgezogen.
6Und das Wort Jahwehs geschah zu Jeremia, dem Propheten:
7So hat Jahweh, der Gott Israels, gesagt: "So sollt ihr dem König von Juda sagen, der euch zu mir sandte, mich zu befragen2: 'Siehe! Das Heer Pharaos, das ausgezogen ist, euch zu helfen, wird in sein Land Ägypten zurückkehren.
8Und die Chaldäer werden wiederkommen und gegen diese Stadt kämpfen; und sie werden sie einnehmen und sie im Feuer verbrennen.'"
9So sagt Jahweh: "Täuscht nicht eure Seelen, indem ihr sagt: 'Die Chaldäer werden von uns gewisslich abziehen', denn sie werden nicht abziehen!
10Fürwahr, wenn ihr auch das ganze Heer der Chaldäer, die euch bekämpfen, schlagen würdet, und es blieben unter ihnen [nur] einige durchbohrte Männer übrig, so würden diese, jeder in seinem Zelt, aufstehen und diese Stadt im Feuer verbrennen."
11Und es geschah, als das Heer der Chaldäer von Jerusalem abgezogen war, angesichts des Heeres Pharaos,
12ging Jeremia aus Jerusalem hinaus, um in das Land Benjamin zu gehen, um dort seinen [Besitz]anteil in Empfang zu nehmen, mitten unter dem Volk3.
13Und als er im Tor Benjamin war, war dort ein Aufsichthabender, sein Name war Jerija, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas. Dieser ergriff Jeremia, den Propheten, und sagte: "Du willst zu den Chaldäern überlaufen."
14Und Jeremia sagte: "Lüge! Ich will nicht zu den Chaldäern überlaufen." Aber er hörte nicht auf ihn. Und Jerija ergriff Jeremia und brachte ihn zu den Obersten.
15Und die Obersten waren erzürnt über Jeremia und schlugen ihn und taten ihn ins Gefängnishaus, ins Haus Jonathans, des Staatsschreibers; denn das hatten sie zum Gefängnis gemacht.
16So kam Jeremia in das Haus der Zisterne4, und zwar in die Tiefgewölbe5. Und Jeremia blieb dort viele Tage.
17Und der König Zedekia sandte hin und holte ihn6. Und in seinem Haus befragte der König ihn im Verborgenen und sagte: "Ist ein Wort von Jahweh da?" Und Jeremia sagte: "Es ist eines da." Und er sagte: "Du wirst in die Hand des Königs von Babel gegeben!"
18Und Jeremia sagte zu dem König Zedekia: "Was habe ich an dir oder an deinen Knechten oder an diesem Volk gesündigt, dass ihr mich ins Gefängnis getan habt?
19Wo sind denn eure Propheten, die euch geweissagt haben: 'Der König von Babel wird nicht über euch und über dieses Land kommen?'
20Und nun höre bitte, mein Herr, König: Lass bitte mein Gnadenflehen vor dein Angesicht kommen und lass mich nicht in das Haus Jonathans, des Staatsschreibers, zurückkehren, damit ich dort nicht sterbe."
21Da gab der König Zedekia Befehl, und man verwahrte Jeremia im Gefängnishof7. Und man gab ihm täglich ein Rundbrot aus der Bäckerstraße, bis alles Brot in der Stadt aufgebraucht war. So blieb Jeremia im Gefängnishof.

Fußnoten

  1. 1 Kurzform für Jechonja; Konja bzw. Jechonja wird in 2Kön 24,6-12 Jojachin genannt.
  2. 2 und [bei mir] nachzuforschen.
  3. 3 hier i. S. v.: in der Sippe; im Familienkreis.
  4. 4 o.: Grube; nicht Wasser haltende Zisternen dienten auch als Gefängnisse.
  5. 5 D. s. vmtl. unterirdische, mehrfach überlagerte Gefängniszellen.
  6. 6 d. h.: ließ ihn holen.
  7. 7 o.: im Vorhof der Hauptwache.